

Die ostjiddischen Dialekte gehören zur jiddischen Sprache und wurden von den meisten Juden in Ostmitteleuropa und Osteuropa gesprochen. Auf der Basis der ostjiddischen Dialekte wurde von den jiddischen Schriftstellern, sonstigen Kulturschaffenden und Philologen die jiddische Standardsprache geschaffen.
Es wurden verschiedene Klassifizierungen der ostjiddischen Dialekte entwickelt.
Die beiden Hauptdialektgruppen des Jiddischen sind Ostjiddisch und Westjiddisch. Im Ostjiddischen gibt es zwei klare Gruppen: o- und u-Dialekte. Zu den ersteren gehören die zwei verbreitetsten Dialekte: Zentralostjiddisch (das polnische Jiddisch) und Südostjiddisch (das ukrainische oder ostgalizische Jiddisch). Es gibt Unterschiede im Plural in den meisten Gebieten. Die nordöstliche Gruppe (das litauische Jiddisch, litwisch) weist auch einen Unterschied auf: Das nicht weiter markierte Litwisch wird ßtam-litwisch „gewöhnliches Litwisch“ genannt und bezeichnet den Dialekt, den man meint, wenn von litwisch oder nordostjiddisch ohne weitere Einzelheiten die Rede ist. Deutliche Abweichungen kennzeichnen das (früher) in Kurland gesprochene Jiddisch, das Kurländer Jiddisch.
Diese Methode reicht jedoch für das Südostjiddische mit beschriebenen Zwischen- und Mischdialekten nicht aus. Auch das Südostjiddische allein weist etliche Merkmale einer Mischung zwischen zentralostjiddisch und nordostjiddisch auf.