
Der Ostschild oder polnisch Tarcza Wschód, englisch East Shield auch Eastern Shield, ist ein Programm zur militärischen Verstärkung der polnischen Grenze zu Russland (bzw. ihrer Enklave Kaliningrad) und der Grenze zu Belarus.
Das Programm wurde im Mai 2024 vom polnischen Ministerpräsidenten vorgestellt und wird von 2024 bis 2028 umgesetzt. Ziel des Programms ist es, im Falle eines Krieges mit Belarus und Russland, Invasionen ihrer Streitkräfte zu behindern und somit die Mobilität der polnischen Truppen zu erhöhen und damit auch die Sicherheit der Bevölkerung und eigenen Sicherheitskräfte zu erhöhen. Das Programm ist abgestimmt mit den anderen NATO- und EU-Partnern, vor allem mit den baltischen Staaten. Auch im Inneren ist das Projekt abgestimmt zwischen dem Verteidigungsministerium, das die Federführung hat, dem Innenministerium, Ministerstwo Aktywów Państwowych und dem Infrastrukturministerium. Der Ostschild soll sich aus Panzersperren, Panzergräben, Landminenfeldern, Stahl- und Stacheldrahtzäunen, Wassergräben, Bunkern für Soldaten und Schutzräumen für Zivilisten sowie Antidronensystemen zusammensetzen. Zudem wird in die Kommunikationsinfrastruktur durch das Aufstellen von Überwachungs- und Infrarotkameras sowie Antennen investiert. Der Ostschild wird auch als Beitrag zur Verteidigung der NATO-Ostflanke gesehen. Wo entlang der Grenzen natürliche Barrieren wie Wälder, Seen, Flüsse und Sümpfe liegen, wird auf die Errichtung des Ostschildes verzichtet. Das Programm ist nicht mit dem polnischen Grenzzaun, der Bariera na granicy polsko-białoruskiej, an der Grenze zu Belarus zu verwechseln, der im Zuge der Migrationskrise (der Instrumentalisierung von Migranten durch Belarus) errichtet wurde.
Die Kosten werden mit 11 Milliarden Złoty bzw. umgerechnet 2,3 Milliarden Euro veranschlagt.
Von Juni bis Oktober 2026 entsandte auch die Bundeswehr Pioniere und Gerät nach Polen, um am Ostschild zu bauen. Nach ihnen werden Pioniere der Briten, Franzosen und US-Amerikaner übernehmen.