Der Kreis entstand 1873 bei der Aufspaltung des Kreises Sternberg in die Kreise Oststernberg und Weststernberg. Das Landratsamt des neuen Kreises Oststernberg war in der Stadt Zielenzig.
Zum 30. September 1928 fand im Kreis Oststernberg entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle Gutsbezirke bis auf zwei aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.
Ende Januar 1945 eroberte die Rote Armee das Kreisgebiet und unterstellte es am 2. Februar einem Kriegskommandanten.
Am 25. Juli 1945 wurde die Verwaltung der Volksrepublik Polen, die bereits seit dem 23. Mai 1945 durch einen Kreisbevollmächtigten vor Ort vertreten war, übergeben. Im August 1945 begann die Vertreibung der einheimischen Bevölkerung und die die Besiedlung mit Polen, deren Mehrzahl aus den vormals polnischen Gebieten der nun sowjetischen Ukraine kam.
Erst 20Jahre später erschloss die Preußische Staatsbahn das übrige Kreisgebiet. Von Reppen führte 1890 eine Bahn nach der Kreisstadt Zielenzig und 1892 weiter nach Meseritz in der Provinz Posen >116.k<. In Zielenzig zweigte 1912 die Verbindung nach Landsberg an der Warthe ab >116.h<. Außerdem berührte ab 1909 die Strecke Topper–Meseritz einige Gemeinden im Südosten des Kreises >116.m<.
Im Norden des Kreises führte die Kleinbahn Küstrin–Hammer, an der auch der Kreis finanziell beteiligt war, am Warthebruch entlang. Sie hatte 1896 die Stadt Sonnenburg erreicht und war 1906 bis Kriescht und schließlich 1915 bis zum Bahnhof Hammer an der Linie Zielenzig–Landsberg verlängert worden >115.h<.
Anmerkung: Die Zeichen in >< beziehen sich auf das Deutsche Kursbuch 1939.
Städte und Gemeinden
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Zum Kreis gehörten außerdem die Gutsbezirke Forst Königswalde und Forst Nesselkappe.
Vor 1945 aufgelöste Gemeinden
Altona, 1928 zu Reitzenstein
Groß Kirschbaum, 1939 aufgelöst
Lindow, 1939 aufgelöst
Maryland, 1928 zu Neu Dresden
Literatur
Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Teil II: Provinz Brandenburg. Kreis Oststernberg (Zielenzig). Berlin 1873, S. 160–165.
Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. Verlag von Gustav Harnecker u. Co., Frankfurt a. O. 1867, S. 253–282.
Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. O. Gustav Harnecker’s Buchhandlung, Frankfurt a. O. 1844, S. 214–236.
Karl Kletke: Regestae Historiae Neomarchicae. Die Urkunden zur Geschichte der Neumark und des Landes Sternberg.
Teil 1. In: Märkische Forschungen. Band 10, Berlin 1867. (Digitalisat)
Teil 2. In: Märkische Forschungen. Band 12, Berlin 1868. (Digitalisat)
Walter Kupsch: Die natürlichen und sozialen Verhältnisse der Landwirtschaft und ihr Einfluss auf die Bevölkerungsbewegung im Kreise Oststernberg. Dissertation zur Erlangung der Würde eines Doktors der Landwirtschaft, Berlin (Landwirtschaftliche Hochschule zu Berlin) 1926.
Wilhelm Riehl, Just Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 477–507.
Eduard Ludwig Wedekind: Sternbergische Kreis-Chronik. Geschichte der Städte, Flecken, Dörfer, Kolonien, Schlösser etc. dieses Landestheiles von der frühesten Vergangenheit bis auf die Gegenwart. Zielenzig 1855. (Digitalisat)
Unvergessene Heimat. Kreis Oststernberg/Neumark. Bilder aus vergangenen Tagen. Ein historischer Rückblick, Hrsg. Heimatkreis Oststernberg e.V., Westkreuz Verlag, Berlin 2003. ISBN 3-92959253-3.
Heinz W. Linke: Chroniken der Ordensdörfer Burschen, Seeren, Langenpfuhl und Tempel, Kreis Oststernberg, Regierungsbezirk Frankfurt/Oder. Heimatbuch des Kreises Oststernberg. Verlag BoD, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-5301-2.
Weblinks
Landkreis Oststernberg, Verwaltungsgeschichte und Landratsliste, In: Territorial.de (Rolf Jehke), Stand 16. Juli 2013.