Ottelia-Arten sind ausdauernde, krautige Süßwasserpflanzen. Die Sprossachse ist meist kormusähnlich verdickt. Die Blätter sind grundständig, gestielt und für gewöhnlich an der Basis scheidig. Die Blattspreite ist untergetaucht oder schwimmt manchmal auf der Wasseroberfläche. Sie ist linealisch bis breit eiförmig und 3- bis 11-aderig. Die Spatha ist elliptisch bis eiförmig und meist 2- bis 6-flügelig. Ihre Spitze ist zwei- oder dreigeteilt.
Ottelia alismoides, Blüte
Die Pflanzen weisen eine bis viele Blüten auf. Die Blüten sind zweigeschlechtig oder eingeschlechtig, in letzterem Fall sind die Pflanzen diözisch. Männliche Blüten besitzen meist einen längeren Blütenstiel. Zwittrige und weibliche Blüten sind kurz gestielt und/oder haben keinen Stiel. Die Kelchblätter sind grünlich und linealisch, länglich oder eiförmig. Die 3 Kronblätter sind farbig, rund bis breit verkehrt-eiförmig und viel länger und breiter als die Kelchblätter. Es sind 3 bis 15 Staubblätter vorhanden. Die Staubfäden sind linealisch und abgeflacht. Staminodien sind in weiblichen Blüten oft drei vorhanden, seltener 2, 1 oder sie fehlen. Der Fruchtknoten besteht aus 3, 6, 9 oder selten noch mehr Fruchtblättern. Die Samenanlagen sind zahlreich. Je Griffel sind 2 linealische Narben vorhaben. Die Früchte sind zylindrisch, spindelförmig oder konisch. Die zahlreichen Samen sind klein und oft haarig. Die sich entwickelnde Frucht („Wasserbeere“) gelangt nach der Bestäubung unter Wasser.
Systematik und Verbreitung
Die nach einem malabarischen Volksnamen benannte Gattung Ottelia wurde 1805 von Christian Hendrik Persoon in Synopsis Plantarum Band 1 Seite 400 aufgestellt. Synonyme für OtteliaPersoon sind DamasoniumSchreb. nom. illeg., BeneditaeaToledo, BoottiaWall., HymenothecaSalisb., OligolobosGagnep., XystrolobosGagnep.
Die Gattung kommt von tropischen über subtropische bis in gemäßigte Gebiete in Asien, Afrika, Australien und Südamerika vor.
Ottelia acuminata(Gagnep.) Dandy var. acuminata: Sie kommt vom südlichen China bis Hainan vor.
Ottelia acuminata var. crispa(Handel-Mazzetti) H.Li: Dieser Endemit kommt nur in Lugu Hu in Yunnan vor.
Ottelia acuminata var. jingxiensisH.Q.Wang & S.C.Sun: Dieser Endemit kommt nur in Jingxi in Guangxi vor.
Ottelia acuminata var. lunanensisH.Li: Dieser Endemit kommt nur in Lunan in Yunnan vor.
Ottelia acuminata var. songmingensisZ.T.Jiang, H.Li & Z.L.Dao: Sie wurde 2005 aus Yunnan erstbeschrieben.
Ottelia alismoides(L.) Pers. (Syn.: Ottelia japonicaMiq., Stratiotes alismoidesL.): Sie ist im tropischen bis subtropischen Asien von Indien über Malesien bis zum nördlichen Australien weitverbreitet. Als Neophyt kommt sie vor in Kalifornien, Louisiana, Ägypten, Irak, Sudan, Tansania und in Italien. In Italien wurde sie in Reisfeldern eingeschleppt.
Ottelia balansae(Gagnep.) Dandy: Sie kommt in Vietnam und in den chinesischen Provinzen Guangxi, Guizhou sowie Yunnan vor.
Ottelia scabraBaker: Sie kommt im Sudan und in Uganda vor.
Ottelia ulvifolia(Planch.) Walp. („Meersalatblättrige Ottelie“): Es werden seit 2015 zwei Unterarten beschrieben:
Ottelia ulvifolia subsp. lancifolia(A.Rich.) Symoens: Sie hat seit 2015 den Rang einer Unterart. Sie ist im tropischen westlichen-zentralen Afrika und Äthiopien sowie Angola verbreitet.
Ottelia ulvifolia(Planch.) Walp. subsp. ulvifolia: Sie ist von Äthiopien sowie Erithrea über das tropische bis zum südlichen Afrika weitverbreitet und kommt auf Madagaskar vor.
Ottelia verdickiiGürke: Sie kommt vom westlichen Tansania über die Demokratische Republik Kongo und Sambia bis Angola vor.
Belege
Qingfeng Wang, Youhao Guo, Robert R. Haynes, C. Barre Hellquist: Ottelia. In: Flora of China Vol. 23 Hydrocharitaceae, S. 91 u. 95 (online)
Literatur
Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. Ulmer Verlag, Stuttgart 1995; 2., überarbeitete und erweiterte Auflage 1999, ISBN 3-8001-7454-5, S. 392–396 und 466.
Christel Kasselmann: Ottelia Persoon, 1805. In: Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9, S. 732.
↑Ottelia alismoides. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science,abgerufen am 1.Oktober 2026.
↑Christel Kasselmann: Ottelia alismoides (L.) Persoon, 1753. Froschlöffelähnliche Ottelie. In: Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9, S. 732.
↑Qingfeng Wang, Youhao Guo, Robert R. Haynes, C. Barre Hellquist: Ottelia. In: Flora of China Vol. 23 Hydrocharitaceae, S. 91 u. 95 (online)