Otto Ficker

Otto Ficker (* 1859 in Kirchheim unter Teck; † 1928 ebenda) war ein deutscher Unternehmer, Kommunalpolitiker und Mäzen.

Leben

Otto Ficker leitete in seiner Heimatstadt Kirchheim eine Briefhüllenfabrik, die 1858 gegründet und nach und nach in Europa branchenführend wurde. Neben Kirchheim gab es ein weiteres Werk in München. Vor dem Ersten Weltkrieg ließ sich Otto Ficker in Kirchheim ein repräsentatives Fabrikgebäude errichten, das von 1903 bis 1914 erbaut wurde und teils auf die Entwürfe des damals bekannten Architekten Philipp Jakob Manz aus Kirchheim zurückgeht.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit hat Otto Ficker stets regen Anteil am bürgerlichen Leben in Kirchheim genommen. Er war Gemeinderat und als Mäzen Förderer der Kultur und der Schulen. Als Stadtvorstand vertrat er Bürgermeister Andreas Marx im Ersten Weltkrieg.

Durch großzügige Stiftungen ermöglichte die Familie Ficker u. a. die Einrichtung des Altenheims Fickerstift. Den Grundstein für das Fickerstift im heutigen Kurt-Stocker-Haus haben die Gebrüder Otto und Eugen Ficker am 8. April 1918 gelegt. Sie stifteten 100.000 Reichsmark zum Erwerb eines Hauses, um eine Art Bürgerspital einzurichten. Das damals erworbene Gebäude wurde 1928 eröffnet. Das Fickerstift wurde bis zum Jahr 1988 von der Stadt Kirchheim selbst geführt. Sein jüngerer Bruder Eugen Ficker (1860–1935) und dessen Ehefrau Caroline, geb. Henne (1862–1951) errichteten am 4. März 1929 die Otto und Eugen Ficker-Stiftung.

Otto Ficker war mit Luise Ficker (1850–1925) verheiratet.

Ehrungen

Literatur

Personendaten
NAME Ficker, Otto
KURZBESCHREIBUNG deutscher Unternehmer, Kommunalpolitiker und Mäzen
GEBURTSDATUM 1859
GEBURTSORT Kirchheim unter Teck
STERBEDATUM 1928
STERBEORT Kirchheim unter Teck