Otto Holtze

Otto Holtze (* 16. Januar 1892 in Leipzig; † 1944 in Stettin) war ein deutscher Kunsthistoriker und Museumsdirektor.

Leben

Otto Holtze studierte Kunstgeschichte bei Paul Frankl in Halle/Saale, 1921 erfolgte die Promotion in Leipzig. Noch in seiner Studienzeit publizierte er Zeitungstexte zur Modernen Kunst, etwa zu Emil Noldes Ausstellung im Leipziger Kunstverein 1921. Er förderte die junge Hildegard Domizlaff und wurde von ihr porträtiert.

Von 1922 bis Ende 1927 war Holtze als wissenschaftlicher Assistent von Walter Müller-Wulckow am Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg tätig. Holtze kuratierte im Sommer 1927 aushilfsweise in Hameln die Ausstellung „Oberweserkunst“. Ab Oktober 1927 war er Assistent Walter Riezlers am Stadtmuseum Stettin. In Stettin wurde Holtze von Kurt Schwerdtfeger portraitiert und förderte den jungen Bernhard Heiliger.

Walter Riezler, der auch Werke des Impressionismus, Expressionismus, Verismus und der Neuen Sachlichkeit ausstellte, wurde 1934 zunächst beurlaubt und dann aus dem Amt entlassen, Holtze übernahm die Museumsleitung. In seine Amtszeit fiel die Beschlagnahmung „Entarteter Kunst“, darunter auf Befehl von Adolf Ziegler des Kruzifixus von Ludwig Gies. Mit Unterstützung des Stettiner Oberbürgermeisters Werner Faber kaufte Holtze stattdessen für große Summen Gemälde niederländischer Künstler an. Ein Ölgemälde von Hans Hartig aus dem Bestand des Museums wurde Hermann Göring geschenkt.

Holtze erlag im Dezember 1944 in Stettin einem Schlaganfall.

Schriften (Auswahl)

Holtze war Mitarbeiter der Bände 20 bis 36 des Allgemeinen Lexikons der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart und verfasste u. a. Beiträge zu Heinrich Klingenberg, Ludwig Klingenberg, Rudolph Kölbel, Ludwig Most, Carl Christian Schmidt, Kurt Schwerdtfeger, Sophie Auguste Tilebein, Joachim Utech, Walter Wadephul, Gustav Wimmer und Edmund Wodick.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Ingrid Leonie Severin: Hildegard Domizlaff: Bildhauerin (1898-1987). Portal Rheinische Geschichte, 20. Mai 2025.
  2. ↑ Abbildung des Porträts, kurt-schwerdtfeger.de.
  3. ↑ Marc Wellmann: Panta Rhei – Alles fließt: Bernhard Heiligers Leben und Werk. Bernhard-Heiliger-Stiftung.
  4. 1 2 3 Dariusz Kacprzak: Nicht nur der Kruzifixus von Ludwig Gies … Zur „Entarteten Kunst“ aus dem Bestand des Städtischen Museums Stettin. In: Meike Hoffmann, Andreas Hüneke (Hrsg.): „Entartete Kunst“ in Breslau, Stettin und Königsberg. Wilhelm Fink, Paderborn 2021. ISBN 978-3-7705-6448-4. S. 107–116
  5. ↑ Caroline Flick: Szenen einer Reise: Absichten und Interessen an einem Seestück von Simon de Vlieger. In: Retour, 12. April 2023.
Personendaten
NAME Holtze, Otto
KURZBESCHREIBUNG deutscher Kunsthistoriker und Museumsdirektor
GEBURTSDATUM 16. Januar 1892
GEBURTSORT Leipzig
STERBEDATUM 1944
STERBEORT Stettin