Otto Kneipp

Otto Kneipp (* 11. Dezember 1884 in Langsdorf, Kreis Gießen; † 5. Mai 1965 in Bad Homburg vor der Höhe) war ein deutscher Politiker der FDP und Bauernverbandsfunktionär. Er war von 1949 bis 1953 Mitglied des Deutschen Bundestages und von 1954 bis 1958 Mitglied des Hessischen Landtags.

Leben

Kneipps Eltern kamen beide aus Langsdorf, sein Vater war Schreinermeister, beide Großväter waren Landwirte. Er war evangelisch-reformierter Konfession. Nach dem 1905 in Gießen absolvierten Abitur studierte Otto Kneipp Volkswirtschaftslehre, Landwirtschaft und Rechtswissenschaft an der dortigen Universität und schloss als Diplom-Landwirt ab. Im Ersten Weltkrieg war er Kriegsfreiwilliger, kämpfte an der Westfront und wurde dreimal verwundet.

Mit der Arbeit Die Landwirtschaft im Kreise Gießen wurde er 1920 zum Dr. jur. promoviert. Kneipp heiratete 1921 in Gonzenheim Marie Margarethe Elisabethe Roth. Er zog dorthin und arbeitete zeitweilig im Obstbetrieb des Schwiegervaters mit. Sodann war er als Landwirtschaftslehrer und seit 1924 als Geschäftsführer der Kreisbauernschaft Hochtaunus tätig. Er war erster Vizepräsident der Land- und Forstwirtschaftskammer.

Im Jahre 1926 wurde Kneipp Gemeindevertreter in Gonzenheim und kurz darauf auch Mitglied des Kreistages. Von 1929 bis 1933 gehörte Kneipp als Vertreter der Provinz Hessen-Nassau dem Preußischen Staatsrat an. Zum 1. Mai 1933 trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 2.370.781). Auch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten blieb er in der kommunalen Vertretung der Gemeinde Gonzenheim bis zu deren Eingemeindung nach Bad Homburg vor der Höhe 1937.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete er den Kreisbauernverband Obertaunus mit und wurde später erster Hauptgeschäftsführer des Hessischen Bauernverbandes. Er schloss sich der FDP an, für die er dem Deutschen Bundestag in dessen erster Legislaturperiode von 1949 bis 1953 angehörte. Hier war er im Ausschuss für Finanz- und Steuerfragen tätig. Von 1954 bis 1958 war er Abgeordneter und Alterspräsident des hessischen Landtags.

Anlässlich seines 75. Geburtstages erhielt Kneipp 1959 das Große Bundesverdienstkreuz am Bande.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/21211221
  2. ↑ Hans-Peter Klausch: Braunes Erbe. NS-Vergangenheit hessischer Landtagsabgeordneter der 1.–11. Wahlperiode (1946–1987). Die-Linke-Fraktion im Hessischen Landtag, Wiesbaden 2011 (Download [PDF; 4,2 MB]).
Personendaten
NAME Kneipp, Otto
KURZBESCHREIBUNG deutscher Politiker (FDP), MdL, MdB
GEBURTSDATUM 11. Dezember 1884
GEBURTSORT Langsdorf
STERBEDATUM 5. Mai 1965
STERBEORT Bad Homburg vor der Höhe