Otto Liebmann

Otto Liebmann
Grabstein

Otto Liebmann, eigentlich Friedrich Ernst Otto Liebmann, (* 25. Februar 1840 in Löwenberg, Schlesien; † 14. Januar 1912 in Jena) war ein deutscher Philosoph.

Leben

Otto wurde als Sohn des Politikers Wilhelm Otto Liebmann und dessen Frau Bertha Rosalie Wach (1817–1848) geboren. Er besuchte die Schule in Berlin, die Landesschule Pforta und die Schule Halle (Saale). Seine Studien absolvierte er ab 1859 an der Universität Jena, an der Universität Leipzig und an der Universität Halle-Wittenberg. Während seines Studiums wurde er 1859 Mitglied der Burschenschaft Teutonia Jena. 1864 wurde er in Halle mit der Abhandlung De Philosophandi Methodo Commentatio Germanice et Latine conscripta zum Doktor der Philosophie promoviert und habilitierte sich 1866 an der Universität Tübingen. 1870/71 nahm er als Freiwilliger am Deutsch-Französischen Krieg teil. Für seine militärischen Aktivitäten erhielt er die Kriegsgedenkmünze und verarbeitete seine Erlebnisse jener Zeit literarisch.

Ins Zivilleben zurückgekehrt war er ab 1872 außerordentlicher Professor und wurde 1878 ordentlicher Professor der Philosophie an der Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg. Im Wintersemester 1882/83 wechselte er in gleicher Eigenschaft an die Universität Jena und wurde dort Direktor des philosophischen Privatseminars. In Jena war er im Wintersemester 1889 Rektor der Salana, wurde zum geheimen Hofrat von Sachsen-Weimar-Eisenach ernannt und verfasste eine Anzahl von Artikeln in der Allgemeinen Deutschen Biographie. Zudem war er Kommandeur des Sachsen-herzoglichen Ordens vom weißen Falken und Ritter erster Klasse des Herzoglich Sachsen Ernestischen Hausordens.

Liebmann gehörte zu den Begründern des Neukantianismus. In Kant und die Epigonen verteidigte er die Philosophie Kants gegen dessen Nachfolger; insbesondere setzt er sich kritisch mit Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Jakob Friedrich Fries, Johann Friedrich Herbart und Arthur Schopenhauer auseinander.

Aus seiner 1871 in München geschlossenen Ehe mit Julie Christine Neumann (* 4. September 1842 in München; † 18. Dezember 1920 in Jena), der Tochter des Orientalisten Karl Friedrich Neumann, stammen der Mathematiker Heinrich Liebmann und die Tochter Hedwig Liebmann (1872–1947), die mit dem Orientalisten Karl Vollers verheiratet war. Liebmann wurde auf dem Nordfriedhof (Jena) beigesetzt.

Werke (Auswahl)

Literatur

Commons: Otto Liebmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Otto Liebmann – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Hugo Böttger (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Burschenschafter nach dem Stande des Wintersemesters 1911/12. Berlin 1912, S. 121.
  2. ↑ Kants Epigonen waren auch das Thema der Antrittsvorlesung von Rolf-Peter Horstmann: Deutscher Idealismus – ein Aufstand der Epigonen, Humboldt-Universität zu Berlin, 7. Februar 1996.
  3. ↑ Professorenkatalog der Universität Leipzig