Otto Semmelroth SJ (* 1. Dezember 1912 in Bitburg; † 24. September 1979 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Theologe.
Er trat 1932 in ’s-Heerenberg in die niederdeutsche Jesuitenprovinz ein. Nach der Priesterweihe 1939 in Valkenburg aan de Geul legte er 1949 in Büren die letzten Ordensgelübde ab. Er studierte Philosophie und Theologie in Valkenburg und Bonn, wo er 1947 mit einer Arbeit über die Theologie des Pseudo-Dionysius Areopagita promoviert wurde. Anschließend lehrte er in Valkenburg, bevor er 1950 als Professor für dogmatische Theologie an die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen wechselte (Rektor 1972–1978).
Seit 1962 als privater Berater Hermann Volks in Rom anwesend, war Semmelroth ab der zweiten Periode des Zweiten Vatikanischen Konzils 1963 offizieller Peritus. Er hatte 1953 den Begriff der „Kirche als Ursakrament“ geprägt, die nicht nur Sakramente „austeilt“, sondern „selbst Sakrament, wirksames Zeichen der Gnade Gottes“, ist. Der Gedanke und die Begrifflichkeit flossen in die am 21. November 1964 verabschiedete Kirchenkonstitution Lumen gentium des Konzils ein.
Zusammen mit Walter Kasper, Joseph Ratzinger, Karl Lehmann und anderen plädierte er im Februar 1970 mit dem Memorandum zur Zölibatsdikussion für eine eindringliche Überprüfung und differenziertere Betrachtung des Zölibatsgesetzes der lateinischen Kirche.
Otto Semmelroth ist auf dem Südfriedhof (Frankfurt am Main) begraben.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Semmelroth, Otto |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Theologe und Jesuit |
| GEBURTSDATUM | 1. Dezember 1912 |
| GEBURTSORT | Bitburg |
| STERBEDATUM | 24. September 1979 |
| STERBEORT | Frankfurt am Main |