Otto zu Lynar

Grabstelle von Fürst Otto zu Lynar in Fürstlich Drehna.
Schloss Fürstlich Drehna, um 1862/63. Sammlung Alexander Duncker.
Signatur.

Fürst Rochus Otto Manderup Heinrich zu Lynar, teils Otto Heinrich zu Lynar, (* 21. Februar 1793 in Groß Stieten; † 9. November 1860 in Dresden, Königreich Sachsen) war Standesherr von Drehna in der Niederlausitz und Brandeis in Böhmen, Mitglied des brandenburgischen Provinziallandtages und formal des Preußischen Landtages. Er verfasste Gedichte und Dramen.

Leben

Otto war der älteste Sohn von Fürst Moritz zu Lynar, Standesherr von Drehna und Brandeis und Friederike Juliane Gräfin von Ranzau-Brahesburg. Nach dem Tod des Vaters erbte er dessen Güter und den Fürstentitel. Seit etwa 1813 ließ Otto am Schloss Drehna einen Lustgarten errichten. 1817 verkaufte er die Herrschaft Brandeis und 1842 Schloss Vetschau mit den dazugehörigen Ortschaften.

Fürst Otto zu Lynar war seit 1837 Vertreter der Niederlausitzer Herrenstände auf den Brandenburgischen Provinziallandtagen. 1845 äußerte er seine Kritik an der Ohnmacht dieses Parlaments. 1847 war Otto Fürst zu Lynar Mitglied im Vereinigten Landtag, seinen Sitz im Herrenhaus des Preußischen Landtages seit 1854 nahm er jedoch nicht mehr ein.

Nach seinem Tod 1860 ging die Herrschaft Drehna an seine Schwiegertochter Amalie Rosalie geb. Senger, Adelsstand zu Berlin 20. September 1856 als Frau von Gollmitz, Witwe seines Sohnes Alfred aus morganatischer Ehe, da alle drei Söhne bereits gestorben waren. Amelie Rosalie heiratete dann in die briefadelige Familie von Eckardstein ein und überließ ihren neuen Ehemann Baron Ernst Julius von Eckardstein am 7. Dezember 1861 die Herrschaft Drehna. Aktenkundig wurde dies 1864 mit einem Hypothekenschein beim Kreisgericht Luckau, bzw. durch einen Bericht der Matrikel-Kommission am Preußischen Herrenhaus. Der Fürstentitel ging an seinen jüngsten Bruder Ernst zu Lynar, der früh verstarb.

Von Otto zu Lynar sind ein Band mit Gedichten und zwei Schauspiele gedruckt worden. Publiziert wurden bei F. A. Brockhaus 1842 das Drama »Die Mediceer« und das Trauerspiel »Ritter von Rhodus«.

Ehe und Nachkommen

Fürst Rochus Otto Manderup Heinrich zu Lynar war mit Eleonore Louise Hedwig von Bose-Ober-Frankleben (* 15. September 1797 in Dessau; † 26. September 1831 in Fürstlich Drehna) seit dem 15. August 1815 verheiratet, sie war die Tochter des Gutsherrn, kurfürstlichen Kammerherrn und franz. Obersts Adolph Ludwig Christoph von Bose und dessen zweiter Frau Cornelie Adrienne von Münter aus Utrecht. Der Domherr Adolf von Bose-Ober-Frankleben war ihr Großvater. Die Söhne von Eleonre und Otto zu Lynar waren

Literatur (Auswahl)

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Einzelnachweise

  1. ↑ Kirchenbuch Beidendorf, Taufen 1784–1799.
  2. ↑ Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Vierter Band: Königgrätzer Kreis. Prag 1836, S. 306.
  3. ↑ Karsten Holste: In der Arena der preußischen Verfassungsdebatte. Adlige Grundbesitzer der Mark und Provinz Brandenburg 1806-1847. Akademie-Verlag, Berlin 2013. S. 291.
  4. ↑ Karsten Holste: In der Arena der preußischen Verfassungsdebatte. Adlige Grundbesitzer der Mark und Provinz Brandenburg 1806-1847. Akademie-Verlag, Berlin 2013, S. 266.
  5. ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1891. Jahrgang 41, Justus Perthes, Gotha 1890, S. 174.
  6. ↑ Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 6. Friedrich Voigt, Leipzig 1865, S. 67.
  7. ↑ Sammlung sämmtlicher Drucksachen des Herrenhauses. Sitzungs-Periode 1865. Band II: Von Nr. 29 bis 65. №. 53: Bericht der Matrikel-Kommission. Julius Sittenfeld, Berlin 1865, S. 5.
  8. ↑ Vgl. Heinrich Brockhaus (Hrsg.): F. A. Brockhaus in Leipzig. Vollständiges Verzeichniss der von der Firma F. A. Brockhaus in Leipzig seit ihrer Gründung durch Friedrich Arnold Brockhaus im Jahre 1805 bis zu dessen hundertjährigem Geburtstage im Jahre 1872 verlegten Werke. Jahr: 1842. Selbstverlag, Leipzig 1872–1875, S. 420.
  9. ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1902. Dritter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1901, S. 155/156.
  10. ↑ Lynar Angelfire. Stand 2022.
  11. ↑ 125. Graf zu Lynar Arthur Hugo, In: H. von Rohr: Geschichte des 1. Garde-Dragoner-Regiments. Abschnitt IV, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1880, S. 30.
Personendaten
NAME Lynar, Otto zu
ALTERNATIVNAMEN Lynar, Rochus Otto Manderup Heinrich Fürsr zu; Lynar Fürst Otto zu
KURZBESCHREIBUNG Standesherr von Drehna und Brandeis, Mitglied des brandenburgischen Provinziallandtages und des Preußischen Landtags, Autor von Gedichten und Dramen
GEBURTSDATUM 21. Februar 1793
GEBURTSORT Mecklenburg
STERBEDATUM 9. November 1860 oder 10. November 1860
STERBEORT Dresden, Königreich Sachsen