Ottomar Beta

Ottomar Heinrich Beta (eigentlich Bettziech) (* 7. Februar 1845 in Berlin; † 20. Februar 1913 in Steglitz) deutscher Journalist, Schriftsteller und völkischer Antisemit. Er publizierte auch unter den Pseudonymen Mann aus dem Monde, Aron Halmlos, Caduceus und Maltus II.

Leben

Ottomar Beta wurde als Sohn des Journalisten Heinrich Beta und dessen Frau Aug. Carol. Wilh. Franziska Thebesius (1817–1848) in Berlin geboren. Sein Vater emigrierte 1849 nach London. Seine Stiefmutter war Mathilde Beta, geb. Rolf. Seine Stiefschwester Clara Beta (* 1850) war später Lehrerin in Berlin.

Er wurde in Stettin von seinem Onkel erzogen und reiste 1857 zu seinem Vater nach London. Nach der allgemeinen Amnestie 1861 beim Regierungsantritt von Wilhelm I. von Preußen kehrte er zurück. Er besuchte von 1861 bis 1863 das Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Berlin, ohne jedoch das Abitur zu erreichen. Danach war er Inspektor auf landwirtschaftlichen Gütern. Er versuchte in Halle und Leipzig Agronomie zu studieren, allerdings auch hier ohne einen Abschluss.

Er versuchte sich als Schriftsteller mit Romanen, Lustspielen und Novellen. Seine eigentliche Bestimmung aber war die soziale Frage. In verschiedenen Schriften machte er die Juden verantwortlich für negative soziale Folgen der Industrialisierung und die Ungerechtigkeiten bei der Auslegung des römischen Rechts. Er wechselte häufig seine Verleger. Er war allerdings in keiner politischen Partei organisiert, bekannt ist nur, dass er einen Vortrag beim Parteitag der Deutsch-sozialen Reformpartei (1902) hielt. Er war Mitglied des „deutsch-völkischen Schriftstellerbundes“ in Berlin-Charlottenburg. 1934 wurde er als früher Pionier der nationalsozialistischen Bodenpolitik gefeiert.

Werke

Das Buch von unsern Kolonien, farbige Kunstbeilage nach Original von Rudolf Hellgrewe

Literatur

Ehrungen

Nach ihm wurde am 15. März 1939 die Beta-Zeile in Steglitz-Zehlendorf benannt.

Einzelnachweise

  1. ↑ Wilfried Eymer: Eymers Pseudonymen Lexikon. Realnamen und Pseudonyme in der deutschen Literatur. Kirschbaum Verlag, Bonn 1997, ISBN 3-7812-1399-4, S. 27.
  2. ↑ „Aus dem Hause tretend begrüßte ich Clara Beta, die jetzt, in der Linkstraße, eine Stelle als Lehrerin bekleidet.“ Theodor an Emilie Fontane 29. April 1870. In: Theodor Fontane. Der Ehebriefwechsel. Band 2. Aufbau-Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-351-03133-5, S. 460.
  3. ↑ „Beta’s Junge kommt nächstens. Wenn der Stettiner Onkel nicht an Dich schreibt, so geht Dich die Sache weiter nichts an; andrenfalls triff Arrangements um ihn in Berlin oder Hamburg Deiner Karawane sich anschließen zu lassen.“ Theodor Fontane an Emilie Fontane 16. Juli 1857. In: Theodor Fontane. Der Ehebriefwechsel. Band 2. Aufbau-Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-351-03133-5, S. 98.
  4. ↑ Odal. Monatsschrift für Blut und Boden
  5. ↑ Edition Luisenstadt
Personendaten
NAME Beta, Ottomar
ALTERNATIVNAMEN Bettziech, Ottomar Heinrich (Geburtsname); Mann aus dem Monde (Pseudonym); Maltus II. (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Publizist, Schriftsteller und völkischer Antisemit
GEBURTSDATUM 7. Februar 1845
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 20. Februar 1913
STERBEORT Steglitz