Ouk Chatrang

Ouk gespielt auf der Straße (2009)

Ouk Chatrang (Ouk Khmer, Ouk, seltener: Ok) ist der Name des sogenannten kambodschanischen Schachs. Die Regeln entsprechen denen des thailändischen Makruk, jedoch erlaubt Ouk noch zusätzliche Anfangszüge für König und Königin, welche im Makruk abgeschafft wurden.

Bezeichnung der Figuren bei Ouk, Makruk und Schach

Ouk Makruk Schach
König (Ang, Sdaach, Khon) Anführer (Kun ขุน) König
Königin (Neang) Wesir (Med เม็ด) Dame
Pfahl (Koul) Baum (Con โคน) Läufer
Pferd (Ses) Pferd (Ma ม้า) Springer
Boot (Touk) Boot (Rua เรือ) Turm
Fisch (Trey) Bauer (Bia เบี้ย๖) Bauer

Etymologie und Geschichte

„Chatrang“ stammt wahrscheinlich von „Caturanga“ aus dem Sanskrit oder von Satranj aus dem Persischen ab. „Ouk“ bezeichnet Schach an sich und ist auch das Wort, das bei einer Drohung gegen den gegnerischen König ausgesprochen wird.

Der genaue Ursprung des Spiels ist – wie bei anderen Schachvarianten – nicht einwandfrei gesichert. Historische Belege für Ouk sind:

Alte Spielvariante

Es gibt Belege für ein weiteres kambodschanisches Schachspiel, bei dem die Figuren wie beim chinesischen Xiangqi nicht auf die Spielfelder, sondern auf die Eckpunkte gesetzt werden. Dadurch ergeben sich 9x9 Positionen auf dem Brett, d. h. es gibt einen Fisch und eine Königin mehr. Die Bewegungen der Figuren sollen sich in beiden Varianten größtenteils gleichen. Diese Variante ist aber im Gegensatz zur oben genannten in der alltäglichen Spielpraxis nicht präsent.

Einzelnachweise

  1. ↑ Bernd Ellinghoven: Kambodschach, Work in Progress zur Geschichte des Schachspiels in Kambodscha in: Schriftenreihe Kambodschanische Kultur, Heft Nr. 8, S. 113
  2. ↑ Bernd Ellinghoven: Kambodschach, Work in Progress zur Geschichte des Schachspiels in Kambodscha in: Schriftenreihe Kambodschanische Kultur, Heft Nr. 8, S. 92 ff
  3. ↑ Peter Banaschak: Schachspiele in Ostasien Iudicium, München, 2001, S. 35
  4. ↑ Artikel der British Chess Variants Society zur alten Variante (Memento vom 2. Februar 2012 im Internet Archive) (PDF; 84 kB) Abgerufen am 28. Januar 2011.

Literatur