Der P-Delta-Effekt, auch P-Δ-Effekt, ist eine Gruppe von Phänomenen, die bei Berechnungen von Tragwerken in der Baustatik auftreten. Sie besteht aus den zusätzlichen Biegemomenten, die sich bei Berechnungen nach der Theorie II. Ordnung ergeben, weil sich die Knotenpunkte des Tragwerks unter der Last relativ zueinander verschieben. Diese Stabendverschiebung wird meist mit dem Formelzeichen gekennzeichnet. Der Name P-Delta-Effekt kommt daher, dass die Momente in dieser Gruppe von Effekten von der Last und der Stabendverschiebung abhängen.
Da bei der Berechnung nach der Theorie II. Ordnung die Schnittgrößen am verformten System berechnet werden, müssen auch Exzentrizitäten, die durch Belastung des Systems entstehen, berücksichtigt werden.
In den Normen ist festgeschrieben, ob beziehungsweise ab wann eine Berechnung nach der Theorie II. Ordnung nötig ist.
Jedoch ist die Berechnung mit dem P-Delta-Effekt laut aktueller Normung nicht zulässig für Tragwerke im Stahlbau, Betonbau und Holzbau, die nach der Theorie II. Ordnung berechnet werden müssen.