| POM-1 | |
|---|---|
| Allgemeine Angaben | |
| Bezeichnung: | POM-1, ПОМ-1 |
| Typ: | Antipersonenmine |
| Herkunftsland: | Sowjetunion, Russland |
| Entwicklung: | 1970-Jahre |
| Indienststellung: | 1980-Jahre |
| Einsatzzeit: | 1990-Jahre |
| Technische Daten | |
| Gefechtsgewicht: | 750 g |
| Ladung: | 100 g TG-40 |
| Durchmesser: | 80,4 mm |
| Listen zum Thema | |
Die POM-1 (russisch ПОМ-1, kurz für противопехотная осколочная мина, Antipersonen-Splittermine) ist eine fernverlegbare Antipersonenmine aus der Sowjetunion.
Die POM-1 entstand Ende der 1970er-Jahre als eine Kopie der US-amerikanischen BLU-42. Die POM-1 wurde Anfang der 1980er Jahre bei der Sowjetarmee eingeführt. Sie war die erste fernverlegbare Antipersonenmine der Sowjetunion.
Gemäß Hersteller betrug die Lagerzeit im Depot bis zu 10 Jahre. In kalten Lagerhallen entluden sich die Batterien in den Minen aber bereits nach 2–3 Jahren. Daher wurden die Minen generell im warmen Süden der Sowjetunion gelagert. Mit dem Ender der Sowjetunion wurden POM-1-Bestände in Russland delaboriert. Das Nachfolgemodell ist die POM-2.
Die POM-1 hat einen kreisrunden Minenkörper mit einem Durchmesser von 80,4 mm. Der Minenkörper besteht aus zwei Halbschalen aus Gusseisen. Daran sind vier aerodynamische Rippen angebracht. Gesichert ist die Mine mit einem Splint. Im Minenkörper ist ein elektromechanischer Zünder mit einem Kugel-Schließschalter verbaut. Befüllt ist die Mine mit 100 g TG-40-Sprengstoff. Die Mine kann olivgrün, grau oder braun ausgeführt sein und wird durch 8 Stolperdrähte oder einen elektromechanischen Zeitzünder ausgelöst. Die Minen haben einen zulässigen Temperaturbereich zwischen −40 °C und +50 °C und lassen sich somit in allen Klimazonen einsetzen.
Die POM-1 kann nicht manuell, sondern nur fernverlegt werden. Dazu werden primär Fahrzeuge, Hubschrauber oder Kampfflugzeuge verwendet. So kann ein Mi-8 „Hip“-Hubschrauber mit vier SCM-1 Streubehältern mit insgesamt 928 Minen, ein Minenfeld von 30×2.000 m verlegen. Dazu benötigte er 3-4 Minuten.
Die Minen sind in zylinderförmigen Blech-Behältern untergebracht und werden aus diesen ausgestoßen. Mit dem Ausstoß aus dem Behälter wird an der Mine der Sicherungs-Splint gezogen und die hydromechanische Schärfungssequenz wird aktiviert. Diese dauert temperaturabhängig 60-90 Sekunden, was ausreicht, um die Mine nach dem Abwurf auf dem Boden zur Ruhe kommen lassen. Durch die Zugluft, welche über die aerodynamischen Rippen der Mine streicht, beginnt die Mine nach dem Ausstoß zu rotieren. Rotiert die Mine mit einer gewissen Geschwindigkeit werden durch die Zentrifugalkraft zwei X-förmige Haltekreuze weggeschleudert und die Abdeckungen für die 6 m langen Stolperdrähte aus Polyamid freigelegt. Die 8 Stolperdrähte sind an den Enden mit kleinen Gewichten und Widerhaken versehen und werden durch die Zentrifugalkraft aus dem Minenkörper herausgezogen. Nach dem Aufprall auf dem Boden sind die Stolperdrähte im Idealfall regelmäßig um die Mine verteilt.
Nach dem Ende der Schärfungssequenz (60–90 Sekunden) ist die Mine scharf. Sobald jetzt einer der Stolperdrähte Zug erfährt und dadurch den Lagewinkel der Mine um 15–20 ° verändert, so detoniert sie sofort. Die Splitter wirken in einem Umkreis von 4–6 m tödlich. Verletzungen können bis in eine Entfernung von 20–25 m auftreten. Die Mine bleibt temperaturabhängig für 5–15 Tage scharf und neutralisiert sich danach aufgrund der zu geringen Batteriespannung. Die Ausführung POM-1S verfügt über ein zeitgesteuertes Neutralisationssystem. Wird die Mine nicht durch die Stolperdrähte ausgelöst, so wird nach maximal 40 Stunden durch die zu geringe Batteriespannung der Zünder deaktiviert. Soll die Deaktivierung früher erfolgen, wird der Zünder zu einer vorselektierten Zeit (min. 1 Stunde) durch einen Kurzschluss deaktiviert.
Ein Nachteil ist der hochempfindliche Zünder der POM-1. Die Mine kann durch Grasbüschel, welche die Stolperdrähte berührten oder durch Windböen gezündet werden. Auch kann die Mine mit den Stolperdrähten an Zweigen von Büschen und Bäumen hängen bleiben. Des Weiteren kann man von außen nicht erkennen, ob sich eine POM-1-Mine neutralisiert hat oder ob diese noch scharf ist.
Die POM-1-Minen kamen in Afghanistan und vermutlich in Laos zum Einsatz.