| Daten | |
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| Ort | Einbeck, Deutschland |
| Art | |
| Eröffnung | 23. Juli 2014 |
| Besucheranzahl (jährlich) | 100.000 |
| Betreiber |
Stiftung PS.Speicher
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| Website | |
| ISIL | DE-MUS-065329 |
Der PS-Speicher (Eigenschreibweise PS.SPEICHER) ist ein Motorrad- und Automobil-Museum im niedersächsischen Einbeck. Es beschreibt sich selbst als Erlebnisausstellung zur Entwicklung der individuellen Mobilität auf Rädern. Träger des PS-Speicher ist die gemeinnützige Stiftung PS.Speicher. Das Museum wurde am 23. Juli 2014 eröffnet.

Es werden mehr als 400 historische Fahrräder, Motorräder und Automobile aus den vergangenen 130 Jahren präsentiert, die die Geschichte der motorisierten Fortbewegung von ihren Anfängen bis hin zu aktuellen Zukunftsvisionen erzählen. Die Ausstellung basiert überwiegend auf Exponaten der weltweit größten Sammlung deutscher Motorräder, die der Privatsammler Karl-Heinz Rehkopf zusammengetragen und der 2009 gegründeten Kulturstiftung Kornhaus übereignet hatte, die im Dezember 2020 zur Stiftung PS.Speicher umfirmierte.
Das Areal mit über 25.000 m² Fläche befindet sich unweit des Tiedexer Tors. Der historische Kornspeicher von 1898 wurde von 2012 bis 2014 denkmalgerecht saniert und beherbergt nun die rund 4.000 m² große Hauptausstellung. Im Außenbereich stehen weitere 2.000 m² Ausstellungsfläche sowie 500 m² für Wechsel- und Sonderausstellungen zur Verfügung. Des Weiteren gibt es einen Rennsimulator mit sechs Freiheitsgraden und aufgesetztem Porsche 911.
Im PS-Speicher gibt es regelmäßig Sonderausstellungen und wechselnde Inszenierungen. Sie präsentiert die Entwicklungsphasen der individuellen Motorisierung und thematisiert deren Bedeutung für die Gesellschaft.
Auf sechs Etagen führt die Hauptausstellung chronologisch durch alle Entwicklungsphasen der motorisierten Fahrzeuge. Dabei wird veranschaulicht, in welchen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen sich Menschen seit über 130 Jahren auf Rädern bewegen. Mehr als 300 Exponate, darunter Raritäten aus der weltgrößten privaten Sammlung deutscher Motorräder, erzählen Geschichten von technischem Fortschritt und individueller Mobilität. An rund 90 Multimedia-Stationen können die Besucher die gesellschaftlichen Hintergründe erkunden.
Der Rundgang beginnt mit der Erfindung des Fahrrads, des Motorrads und des Automobils im 19. Jahrhundert, präsentiert wesentliche technische Errungenschaften des 20. Jahrhunderts und schließt mit einem Lastenrad. In die Ausstellungsgestaltung sind Mitmachstationen, Vertiefungstexte und Spielmöglichkeiten sowie mehrere Fotopunkte integriert. Besucher können sich teilweise selbst ans Steuer setzen und in einem Hanomag „Kommissbrot“ durch den Stadtverkehr der 1920er Jahre fahren.
Die präsentierten Themen in der Übersicht:
Die Exponate werden in ihrem sozioökonomischen Zusammenhang dargestellt: Es gibt z. B. eine Straßenszene der „Goldenen Zwanziger“, eine nachgestaltete Milchbar aus den 1950er Jahren und das Discofieber der „Seventies“. In den zugehörigen Texten finden sich Anknüpfpunkte an aktuelle gesellschaftspolitische Diskussionen rund um Energieeffizienz, Elektromobilität oder intelligente Vernetzung im Verkehr. Im Herbst 2022 wurden die zwei neuen Erzählstränge „Frau ans Steuer!“ und „Der grüne Faden“ in der Hauptausstellung integriert.
In einer separat zugänglichen Ausstellung zum historischen Kornspeicher veranschaulichen Film- und Fotodokumente sowie ein interaktives Modell die Architektur und die Geschichte des Gebäudes sowie die Funktionsweise der in Teilen gut erhaltenen historischen Lager- und Abfüllanlage.

2016 wurde das Gebäudeensemble um eine weitere Halle ergänzt. Das PS-Halle genannte Gebäude verfügt über eine Ausstellungsfläche von 750 m². An der Grundsteinlegung dieses Neubaus wirkte Frauke Heiligenstadt mit. Die Einweihung erfolgte im Oktober 2016.
Die PS-Halle dient gelegentlich kulturellen Veranstaltungen. Einige Wochen vor der Einweihung fand das Eröffnungskonzert der Niedersächsischen Musiktage 2016 mit Martin Grubinger statt.
Auf 3500 Quadratmetern Fläche werden Motorräder präsentiert. Darunter befinden sich sowohl deutsche als auch internationale Marken. Die Zeitspanne reicht von den Anfängen bis in die 1980er Jahre. Abgebildet sind Phönix, BMW und Standard.
Diese Sammlung zeigt rund 180 Pkw. Der Schwerpunkt liegt auf der Wirtschaftswunderzeit und deutschen Marken. So gibt es große Sammlungen der Marken Volkswagen, BMW, Ford, Mercedes-Benz, Opel, Adler und Borgward.
Hier sind rund 250 zwei-, drei- und vierrädrige Fahrzeuge ausgestellt, die überwiegend aus dem Automuseum Störy stammen, sowie Elektrofahrzeuge und entsorgte Oldtimer („Moorleichen“). Erkennbar sind Citroën Dyane, Citroën 2CV, Morris Minor, Vélam Isetta, Innocenti Mini, BMW 600, Messerschmitt Kabinenroller und Zündapp Janus. Die Sammlung beruht zu Teilen auf der weltgrößten Klein- und Kleinstwagensammlung aus dem südniedersächsischen Ort Störy. Dort hatte das Ehepaar Künnecke historische Klein- und Kleinstwagen zusammengetragen und bis zum Jahr 2004 in einem Privatmuseum ausgestellt. Die Stiftung übernahm die Sammlung im Jahr 2012.
Im Juni 2016 eröffnete im Otto-Hahn-Park (Otto-Hahn-Str. 3–5) in einer Halle mit 6000 m² Fläche das PS.Depot Lkw + Bus. (heute Sammlung LKW + Bus). Hier werden heute auf über 9000 m² Fläche über 300 meist fahrbereite Nutzfahrzeuge von Mercedes-Benz, Magirus, Tempo, Opel, Büssing oder Ford gezeigt. 2015 übernahm der PS-Speicher mit mehr als 100 Exponaten die historischen, meist fahrbereiten Nutzfahrzeuge aus dem ehemaligen privaten mobilen Nutzfahrzeugmuseum aus Sittensen.
Seit August 2020 ist die Sammlung um den Bereich der Lanz-Wirtschaft erweitert worden. Hier werden rund 30 Lanz Bulldogs sowie weitere landwirtschaftliche Exponate präsentiert. Der Großteil der ausgestellten Fahrzeuge ist fahrbereit. Darunter befinden sich auch einige Besonderheiten wie der kleinste (8 PS) und der größte (63 PS) je gebaute Lanz Bulldog mit Glühkopfmotor. Die Sammlung beherbergt auch sehr seltene Exponate, die in nur noch geringer Stückzahl erhalten sind. Darüber hinaus sind Dampfmaschinen, Dreschmaschinen, Raupen, Holzvergaser, Eilbulldogs und Ackerbulldogs zu sehen. Daneben sind einige Pkw ausgestellt.
Im September 2023 öffnete der PS-Speicher mit seiner „Schatzkammer“ eine weitere Sammlung. Seit über zwanzig Jahren bewahren einige Sammler ihre Fahrzeuge in einer Halle im Gebäude der heutigen Sammlung Motorrad auf, vor allem Autos der 1930er-Jahre der Marken Maybach, Mercedes-Benz und Horch.
Seit November 2025 zeigt der PS-Speicher in Einbeck eine moderne, interaktive Sammlung rund um Modellfahrzeuge. Auf 150 m² in zehn Themenräumen erlebt der Besucher automobile Geschichte in Form von 8000 Modellfahrzeugen in verschiedenen Maßstäben.
Seit der Eröffnung werden dauerhaft rund 400 Exponate in der Haupt- und Sonderausstellung gezeigt, deren Zusammenstellung immer wieder wechselt. Den ersten Fahrrädern, Motorrädern und dem Benz Patent-Motorwagen Victoria aus dem Jahr 1894 folgen viele Varianten und Entwicklungen von Zwei-, Drei- und Vierrädern des 20. Jahrhunderts. Ein zeitgenössischer Porsche 911 als Rennsimulator, zukunftsweisende Antriebstechniken und gestalterische Visionen schlagen die Brücke in das aktuelle Jahrtausend.
Unter den Exponaten befinden sich u. a. ein Nachbau des Daimler-Reitwagens, das erste als „Motorrad“ bezeichnete Zweirad von Hildebrand und Wolfmüller, eine Victoria KR 1, eine Glas Goggo 200 sowie ein Fuldamobil S-1.

Auf dem Außengelände des PS-Speichers wurde 2014 die Skulptur Mobilität installiert, ein Projekt der von Carl-Ernst Büchting begründeten Stiftung: Sie wurde nach Plänen von Hans-Oiseau Kalkmann gebaut; Schülerinnen der Paul-Gerhardt-Schule Dassel und der Löns-Realschule Einbeck leisteten einen Beitrag.
Die Skulptur Mobilität besteht aus einem Rad mit einem Durchmesser von drei Metern, das im Wesentlichen aus Edelstahl gefertigt ist: Auf dem Radkörper sind in konzentrischen Kreisen Wörter dargestellt, die bei Dunkelheit von innen beleuchtet werden. Der innere Ring weist eine akustische Installation auf, die durch unmittelbare Annäherung an den Mittelpunkt auszulösen ist. Die Skulptur ist auf einem Granit-Block platziert.
Das im PS-Speicher mittels Oldtimern inszenierte Thema Mobilität wird von der Skulptur mittels Begriffen und Tönen ergänzt. Die Begriffe sind auf der Vorder- und Rückseite des Radkörpers zu insgesamt vier verschiedenen Gruppen gebündelt. Geräusche, die durch die Bewegung von Objekten entstehen, machen die Klangskulptur in der Mitte des Rades aus.
Koordinaten: 51° 49′ 10,3″ N, 9° 51′ 36,4″ O