Paca Navas

Paca Navas
Paca Navas

Francisca Raquel Navas Gardela, genannt Paca Navas (* 23. März 1883 in Juticalpa, Olancho, Honduras; † 11. Juli 1971 in Seattle, King County, Washington) war eine honduranische Journalistin, Schriftstellerin und Feministin. Sie gründete die erste feministische Zeitschrift in Honduras und war Mitglied der ersten Suffragetten-Organisation. Sie und ihr Ehemann verbrachten die meiste Zeit ihrer Leben im Exil aufgrund ihrer liberalen Einstellungen. Ihre produktivste Periode war während ihres Exils in Guatemala von 1945 bis 1951.

Leben

Francisca Raquel Navas Gardela wurde am 23. März 1883 in Juticalpa, Olancho geboren. Ihre Eltern waren José María Navas und Francisca Gardela de Navas. 1900 heiratete sie den Anwalt (Attorney), Intellektuellen und Journalisten Adolfo Miralda. Ihr Mann war politisch aktiv und unterstützte in seinen Schriften die liberale Opposition, was zur Verfolgung der Familie durch die Regierung führte. Navas’ Freund und Schriftstellerkollege Ramón Amaya Amador bot ihr an, in La Ceiba Zuflucht zu suchen und die Zeitung Costa Norte herauszugeben.

So zogen sie nach La Ceiba, wo sie das lange politische Exil ihres Mannes ertragen mussten. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, gründete Navas 1935 die Wochenzeitung „La voz de Atlántida“, die sich auf panamerikanische Kunst, Literatur und Wissenschaft konzentrierte. Sie galt als erste feministische Zeitschrift in Honduras, und behandelte Themen wie Altern, häusliche Gewalt, Inzest, Vergewaltigung, obdachlose Jugendliche und die Unterdrückung der Frau.

Am 2. Februar 1946 organisierte sich in der Sociedad Femenina Panamericana eine Gruppe von Suffragetten mit Präsidentin Olimpia Varela y Varela und den Intellektuellen Lucila Gamero de Medina, Argentinia Díaz Lozano und Navas. Am 5. März 1947 gründeten sie das Comité Femenino Hondureño (angegliedert an die Inter-American Commission of Women – Interamerikanische Frauenkommission) mit dem Ziel, politische Rechte für Frauen durchzusetzen. Sie veröffentlichten eine Zeitschrift, „Mujer Americana“, die nach Navas‘ „Atlántida“ die dritte feministische Zeitschrift des Landes war, und eine Zeitschrift namens „Atenea“ von Cristina Hernández de Gomez, die 1944 in El Progreso gegründet wurde. 1947 vertrat Navas die Unión Democrática Femenina Hondureña beim Primer Congreso Interamericano de Mujeres in Guatemala-Stadt, Guatemala. Dort brachte sie das Thema der politischen Gefangenen und Exilanten Lateinamerikas in die Versammlung ein und prangerte das erzwungene politische Exil von 100 Honduranern während der 14-jährigen Diktatur von Tiburcio Carías Andino an.

Zum Zeitpunkt der Konferenz lebte Navas, die selbst im Exil war, in Guatemala unter dem Schutz von Präsident Juan José Arévalo. Sie lebte von 1945 bis 1951 in Guatemala. Ramón Amaya Amador suchte bei ihr in Guatemala Zuflucht. Dieser Aufenthalt in Guatemala markierte ihre produktivste schriftstellerische Phase, auch weil sie ihre Werke veröffentlichen konnte. 1947 veröffentlichte Navas den Gedichtband „Ritmos criollos“ und 1951 ihren Roman „Barro“. Barro war bereits 1940 entstanden, durfte aber in Honduras nicht veröffentlicht werden. Der Roman spielt in einer neu gegründeten Arbeitersiedlung für Obstpflücker. Er thematisiert die Notlage der Arbeiter, die aufgrund der besseren Arbeitsmöglichkeiten ihre angestammten Dörfer verlassen mussten, und die Ausbeutung des Landes durch Ausländer.

Sie starb am 11. Juli 1971 in Seattle, Washington, während eines Besuchs bei ihrer Tochter.

Werke

Barro (1951)

Eines der besten Beispiele der kreolischen Literaturbewegung (Criollismo) in Honduras, geschrieben in den 1940er Jahren. Es konnte jedoch erst 1951 in Guatemala während der Präsidentschaft von Juan José Arévalo, dem ersten demokratisch gewählten Präsidenten Guatemalas, veröffentlicht werden.

Atraídos

Dieser Roman gliedert sich in 17 Abschnitte, wobei die ersten beiden eine Einleitung und ein paar Worte an den Leser bilden. Die übrigen fünfzehn Abschnitte tragen aussagekräftige Titel, die auf verschiedene historische Epochen verweisen. Im ersten Kapitel mit dem Titel „Oro Verde“ (Grünes Gold) werden die Küste von Atlantis, die Landschaft und der Lebensstil der Atlanter beschrieben, wobei die Bananenplantagen besonders hervorgehoben werden. Hierher zieht Remigio Hernández, ein alter, verwitweter Mann, mit seinem Sohn Leandro an die Küste, um ein besseres Leben zu finden.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Eva Thais: Personalidades valores femeninos de Honduras: (ensayos biográficos); 1970–1975. Alin Ed., Tegucigalpa 1999: S. 133. ISBN 978-99926-20-14-4 google books Archvilink
  2. 1 2 3 4 José González: Paca Navas de Miralda. In: José González Paredes. 13. Dezember 2011, abgerufen am 7. Juli 2015 (spanisch).
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Wilfredo Mayorga Alonzo: Honremos nuestra Honduras. Palibrio, Honduras 2015: S. 29–30. ISBN 978-1-5065-0280-9 google books Archivlink
  4. ↑ María de los Ángeles Chapa Bezanilla: Guía bibliográfica centroamericana del fondo Rafael Heliodoro Valle de la Biblioteca Nacional (1822–1968). Universidad Nacional Autónoma de México, México, D.F. 2005: S. 41. ISBN 970-32-2844-5 google books Archivlink
  5. ↑ Rina Villars: Para la casa más que para el mundo: sufragismo y feminismo en la historia de Honduras. Ed. Guaymuras, Tegucigalpa 2001: S. 313. ISBN 978-99926-15-77-5 google books Archivlink
    1. ↑ S. 312-313.
    2. ↑ S. 314
  6. 1 2 José González: Diccionario de literatos hondureños. Editorial Guaymuras, Tegucigalpa, Honduras 2004: S. 106. ISBN 99926-33-27-1 google books Archivlink
  7. ↑ Verity Smith: Encyclopedia of Latin American literature. Fitzroy Dearborn, London [u. a.] 1997: S. 426. ISBN 978-1-884964-18-3 google books Archivlink
  8. ↑ José González ist Autor zweier wissenschaftlicher Werke zur Geschichte der honduranischen Literatur. Die Informationen in seinem Blog korrigieren, wie er selbst angibt, ein falsches Geburtsdatum für Navas in den gedruckten Büchern.
Personendaten
NAME Navas, Paca
ALTERNATIVNAMEN Navas Gardela, Francisca Raquel
KURZBESCHREIBUNG honduranische Journalistin
GEBURTSDATUM 23. März 1883
GEBURTSORT Juticalpa Departamento Olancho, Honduras
STERBEDATUM 11. Juli 1971
STERBEORT Seattle, King County, Washington (Bundesstaat)