

Die Palaiologen (griechisch Παλαιολόγος Palaiológos, Plural Παλαιολόγοι Palaiológoi, mittelgriechische Aussprache Paleológos/
Die Familie beherrschte von 1382 bis 1460 auch das Despotat Morea (Mistra auf der Halbinsel Morea), das jeweils dem Thronfolger anvertraut wurde (Sekundogenitur). Durch Erbschaft gelangte ein Zweig der Familie 1305 in den Besitz der Markgrafschaft Montferrat in Norditalien, die in weiblicher Erbfolge 1533 an die Familie Gonzaga überging.
Die Ehe des Großfürsten Iwan III. von Moskau mit Sofia Palaiologa, der Nichte des letzten byzantinischen Kaisers Konstantin XI., begründete den russischen Anspruch auf die geistige und religiöse Nachfolge des Byzantinischen Reichs, der unter anderem durch die Übernahme des Doppeladlers in das russische Wappen dokumentiert wurde (vgl. Drittes Rom).
Einer nichtebenbürtigen Verbindung eines Mitgliedes dieser byzantinischen Kaiser-Dynastie soll die französische Familie Paléologue entstammen; ein Mitglied derselben war der französische Diplomat Maurice Paléologue (1859–1944), der durch seinen Tagebuchbericht über den Sturz des Zarenreiches bekannt wurde.
Die männliche Linie der Paläologen, Nachkommen des letzten byzantinischen Kaisers Konstantin, starb im frühen 16. Jahrhundert aus. Diese Tatsache hat die Anwärter auf den kaiserlich byzantinischen Titel nie entmutigt, in verschiedenen Teilen Europas bis in unsere Tage aufzutauchen. Die Paläologen waren bereits in der byzantinischen Zeit eine weit verbreitete Familie und nicht alle, die diesen Namen trugen, waren mit der kaiserlichen Linie verwandt.
Der unwiderstehliche Versuch späterer Paläologen war es jedoch, Verbindungen zu den letzten römischen Kaisern zu suchen und herzustellen. Als mittellose Flüchtlinge aus dem verfallenen Byzanz konnte man mit dem Namen Paleologos handeln und Ansehen erlangen, wenn nicht sogar eine Rente von einem Fürsten, einem Papst oder einem Kardinal erhalten. Viele von ihnen ließen sich in Norditalien, in Venedig, in Pesaro oder in Viterbo nieder.
Im 15. und 16. Jahrhundert dienten zahlreiche Paläologen als Stradioten oder Kavalleristen der Republik Venedig. Venezianische Dokumente beziehen sich häufig auf ihre „mühsame“ Fähigkeit, der Serenissima zu dienen. Teodoro Paleologo, dessen Karriere gut dokumentiert ist, starb 1532 und stammte wahrscheinlich aus Mistra. Andere waren Giovanni um 1482, Annibale und sein Sohn Leziniano um 1586 und Andrea Paleologo Graitzas um 1460, von denen heute noch einige der überraschend zahlreichen Paläologen von Athen die Abstammung beanspruchen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts lebte in San Elpidio a Mare in der Nähe von Pesaro ein Lucio oder Livio Andronico Paleologo.



Im englischen Bürgerkrieg (1642–1651) zwischen den Royalisten und Parlamentariern kämpften die Brüder Teodoro (* 1609) und Giovanni Palaiologos (* 1611) als hochrangige Offiziere gegeneinander für beide Parteien. Gräber der Palaiologos befinden sich in der Pfarrkirche St. Leonard und St. Dilpe in Landulph, Cornwall, in der Westminster Abbey in London und auf der Insel Barbados.