West/Pallien Stadtteil von Trier | |
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| Koordinaten: | 49° 45′ N, 6° 37′ O |
| Höhe: | 135 m ü. NN |
| Fläche: | 8,41 km² |
| Einwohner: | 7466 (31. Dez. 2023) |
| Bevölkerungsdichte: | 888 Einwohner/km² |
| Postleitzahlen: | 54293, 54294 |
| Vorwahl: | 0651 |
Lage in der Stadt Trier | |
West/Pallien ist einer der 19 Ortsbezirke der Stadt Trier in Rheinland-Pfalz.
Der Bezirk liegt am linken Ufer der Mosel gegenüber der Trierer Innenstadt. Im Westen wird der Stadtteil durch die zur Eifel zählenden Moselhöhen begrenzt, auf deren Rücken sich die zum Bezirk gehörende Siedlung Markusberg befindet. Im Süden grenzt Trier-West/Pallien an den Stadtbezirk Euren, im Norden an den Stadtbezirk Biewer.
Pallien gliedert sich informell in Alt-Pallien nördlich der Kaiser-Wilhelm-Brücke und Neu-Pallien südlich davon bis hin zum Westfriedhof, der in etwa die Grenze zum Gebiet von Trier-West markiert. Palliens alter Ortskern konzentriert sich um die Kirche St. Simeon und Juda; er liegt auf einem schmalen Absatz zwischen roten Sandsteinfelsen und dem Moselufer. Nördlich des Gotteshauses säumen diverse erst nach 1900 entstandene Wohngebäude die Bonner Straße, die zwar formell, nicht aber im eigentlichen Sinne zum historischen Alt-Pallien gehören.
Aufgrund der topographischen Gegebenheiten befindet sich der Siedlungsschwerpunkt von Trier-West/Pallien im Moseltal. Dort gehen die Siedlungsbereiche von Pallien und Trier-West nahtlos ineinander über und bilden mit den südlich anschließenden Stadtteilen Euren und Zewen ein lang gestrecktes Siedlungsband. Abseits dieses Siedlungsschwerpunkts zählen auch auf den Moselhöhen gelegene kleinere Siedlungseinheiten zum Stadtteil: Mohrenkopf, Markusberg und Busental (Bezirk Trier-West) sowie Auf der Jüngt, Gillenbachtal, Schneidershof (Hochschule Trier), Weißhaus, Kockelsberg und Sievenicher Hof (Bezirk Pallien).
Der Markusberg ist 330,9 m hoch, dort befindet sich u. a. der Sender Trier-Markusberg. Der Pulsberg ist 295,8 m hoch, dort steht die Mariensäule.


Pallien geht auf eine keltisch-römische Siedlung zurück (Vicus Voclannionum). 1808 fand man dort bei Ausgrabungen u. a. Reste einer Jupitersäule mit Altar.
Mit Inbetriebnahme des Bahnhofs Trier West im Jahr 1860 wurde Trier an das Eisenbahnnetz angeschlossen (der auf dem östlichen Moselufer gelegene Hauptbahnhof eröffnete erst 1878).
Der Stadtteil Trier-West/Pallien entstand 1913 durch Eingemeindung des Dorfes Pallien und Zusammenfassung mit dem vorstädtischen Trier-West. Die Abgrenzung der heutigen statistischen Bezirke Trier-West und Pallien geht auf die ehemals getrennten Siedlungen zurück.
Während Pallien traditionell eher dörflichen Charakter besitzt, war Trier-West früher kaum besiedelt, dafür aber Standort mehrerer Kasernen:
Den Zweiten Weltkrieg überstand Trier-West/Pallien ohne gravierende Zerstörungen. In den folgenden Jahrzehnten war dort, im Unterschied zu vielen anderen Trierer Stadtteilen, keine nennenswerte städtebauliche Neuentwicklung zu verzeichnen. Dies lag hauptsächlich daran, dass für städtebauliche Großprojekte, wie beispielsweise die Errichtung von zeitgenössischen Großwohnsiedlungen, keine freien Flächen mehr verfügbar waren. So konnte sich eine Entwicklung lediglich im Bestand vollziehen. Einzige Ausnahmen bilden das neue Wohngebiet zwischen Westfriedhof und Markusstraße, das dort in den 1970er Jahren an Stelle der Hornkaserne errichtet wurde, sowie der Campus der Hochschule Trier am Schneidershof, dessen Gebäudebestand aus dem Jahr 1938 man in den 1970er Jahren komplettierte. Spätestens in den 2010er Jahren rückte der Stadtteil dann in den städtebaulichen Fokus. Es wurde ein Masterplan Trier-West erstellt (2010), auf dessen Grundlage ein Teilgebiet des Stadtteils 2014 in das Bund-Länder-Förderprogramm Stadtumbau aufgenommen wurde.
Im Stadtbezirk befinden sich eine Vielzahl religiöser Einrichtungen, zum Teil mit einem Einzugsgebiet über die Stadt Trier hinaus.
Im Stadtbezirk gibt es zwei katholische Kirchen, zwei profanierte ehemalige katholische Kirchen und zwei Kapellen. Für katholische Gottesdienste noch genutzt werden die barocke St. Simon und Juda, im Stadtteil Pallien, sowie die 1934 eingeweihte Kirche Christ König, in Trier-West. Außerdem befinden sich auf dem Markusberg die Markuskapelle (1902/03) und unterhalb der Mariensäule die Maria-Hilf-Kapelle (1868). St. Simon und Juda ist die älteste Kirche im Ortsbezirk Trier-West. Als sie für die Gemeinde zu klein wurde, erfolge am 18. August 1957 die Grundsteinlegung der ein Jahr später eingeweihten Palliener Pfarrkirche Maria Königin. Diese wurde allerdings im August 2016 wegen Baufälligkeit entweiht und profaniert; das Gebäude wurde anschließend bis 2024 zu einem Wohnhaus umgestaltet. Entsprechend wurde St. Simon und Juda wieder zur Pfarrkirche. 2019 folgte die Profanierung der 1966 eingeweihten Kirche St. Simeon; nur deren Krypta blieb geweiht, in die man 1971 aus St. Gervasisus die Reliquien und den spätbarocken Sarkophag des Heiligen Simeon von Trier überführt hatte.
Die beiden genannten Kapellen sowie die Kirchengebäude, mit Ausnahme von St. Simeon, sind als Kulturdenkmale eingestuft.
Die evangelischen Christen in Trier-West gehören zur Kirchengemeinde Trier-Ehrang. Die Neuapostolische Kirche Trier unterhielt an der Bitburger Straße ein Kirchengebäude, das nach der Fusion der beiden Trierer Gemeinden (2016) seit 2019 nicht mehr als solches genutzt wird.
An der Luxemburger Straße liegt das einzige islamische Kulturzentrum Triers (zwei weitere Moscheen existieren im nahen Konz). In der Hornstraße befindet sich ein Buddhistisches Zentrum (Diamantweg-Buddhismus).
Für den Ortsteil West/Pallien wurde ein Ortsbezirk gebildet. Dem Ortsbeirat gehören 15 Beiratsmitglieder an, den Vorsitz im Ortsbeirat führt der direkt gewählte Ortsvorsteher.
Im Ortsbeirat sind Die Grünen, CDU und SPD mit je vier Sitzen vertreten, die Unabhängige Bürgervertretung Trier (UBT) verfügt über drei Sitze.
Für weitere Informationen und historische Daten siehe die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Trier.
Ortsvorsteher ist seit der Direktwahl am 26. Mai 2019 Marc Borkam (SPD). 2014 konnte sich noch Horst Erasmy (CDU) bei der Kommunalwahl gegen Johannes Schölch-Mundorf mit 63,2 % durchsetzen. 2019 löste nun Borkam mit einem Stimmenanteil von 58,58 % den bisherigen Amtsinhaber ab. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war Borkam als gemeinsamer Kandidat von Grünen, CDU und SPD einziger Bewerber und erreichte einen Stimmenanteil von 72,4 %.
Erstmals 2019 und dann wieder, nach einer corona-bedingten Pause, seit 2022 richten in Alt-Pallien mehrere Vereine ein Sommerfest aus. Es findet auf dem Festplatz an der Bonner Straße statt, inzwischen zeitgleich mit dem Zurlaubener Heimatfest bw. Moselfest auf dem gegenüber liegenden Moselufer, am zweiten Juli-Wochenende.

Hauptverkehrsachse ist die Bundesstraße 51, die von den Moselhöhen über die Bitburger Straße entlang des Moselufers über die Kölner, Aachener und Luxemburger Straße verläuft. Die Bundesstraße 53 erreicht aus nördlicher Richtung auf der Bonner Straße den Stadtteil. Weitere Hauptverkehrsstraßen sind die Eurener Straße und die Hornstraße, welche durch das Zentrum von Trier-West führen.
Durch den Bezirk verläuft die Trierer Weststrecke, die von 1983 bis 2025 nur von Güterzügen genutzt wurde. Seit März 2025 verkehren wieder Personenzüge auf der Strecke, die an den Stationen Trier West und Trier-Pallien halten.
In Pallien lebt ein überwiegend zur bürgerlichen Mitte zählendes Publikum. Hingegen gelten Teile von Trier-West seit den 1930er Jahren als soziale Brennpunkte, aufgrund der zahlreichen aus den ehemaligen Kasernen entstandenen Sozialwohnungen und einem entsprechend hohen Anteil an Sozialhilfeempfängern.