Pambo von Nitrien, koptisch Pamo († 373/74 in Nitrien), war ein ägyptischer Eremit und Wüstenvater des 4. Jahrhunderts. Er zählte zu den frühesten Mönchen der Wüste von Nitrien, sein Hauptwirkungsort war aber wahrscheinlich die Sketis. Sein Gedenktag wird im Westen am 1. Juli, im Osten am 18. Juli begangen. Im koptisch-arabischen Synaxarion erscheint er nicht. Nach Palladios († um 430), der ihm im 10. Kapitel der Historia Lausiaca ein eigenes Kapitel widmete, starb Pambo 373/74 im Beisein Melanias der Älteren († 409) im Alter von etwa siebzig Jahren, womit seine Geburt um 303 anzusetzen wäre. Er gehörte zum Kreis der ersten Gefährten des heiligen Ammon († vor 356), der um 315 das monastische Leben in Nitrien begründet hatte. Pambo scheint bereits vor 340 zum Priester geweiht worden zu sein – spätestens jedenfalls 356 – und erhielt die Gnadengabe der Heilung. Nach seiner Priesterweihe reiste Makarios der Ägypter († um 390) aus Sketis an, um an der von Pambo gefeierten Eucharistie teilzunehmen. Auch Athanasius von Alexandria († 373) stand ihm nahe und lud ihn nach Alexandria ein; mit Antonius († 356) war Pambo ebenfalls bekannt; dieser soll ihm große Wertschätzung entgegengebracht haben. Pambo verband die monastische Armut mit der Pflicht zur Wohltätigkeit. Mönche sollten für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen; ihre Kleidung sollte derart geringwertig sein, dass sie selbst bei unbeaufsichtigtem Liegenbleiben keinen Anreiz zum Diebstahl böte. Zugleich scheint Pambo gemeinschaftliche Almosengaben der Mönche angeordnet zu haben. Pambo galt als besonders demütig. Zugleich wird er in den Apophthegmata als eine Gestalt von außergewöhnlicher geistlicher Ausstrahlung beschrieben, sodass niemand sein Angesicht habe ansehen können. Poimen († um 450/60) hebt drei seiner asketischen Tugenden hervor: Fasten, Schweigen und körperliche Arbeit. Fragen beantwortete er häufig erst nach längerer Überlegung, sodass er auf dem Sterbebett behaupten konnte, niemals ein gesprochenes Wort bereut zu haben. Obgleich ungebildet, war Pambo nach Palladios geistlicher Lehrer der sogenannten „Langen Brüder“, einer Gruppe bedeutender origenistischer Mönche, die später unter dem Patriarchen Theophilos von Alexandria († 412) verfolgt wurden. Nach der Überlieferung starb er während der Herstellung eines Korbes, den er Melania hinterließ. Mehrere in der alphabetischen Sammlung der Apophthegmata Patrum überlieferte Aussprüche gehen auf die Historia Lausiaca zurück.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pambo von Nitrien |
| ALTERNATIVNAMEN | Pamo von Nitrien |
| KURZBESCHREIBUNG | ägyptischer Eremit |
| GEBURTSDATUM | um 303 |
| STERBEDATUM | 373 oder 374 |
| STERBEORT | Nitrien |