Illustration von Calceolaria angustiflora aus Curtis’s Botanical Magazine, London, Volume 58, 1831, Tafel 3094Illustration von Calceolaria virgata aus Curtis’s Botanical Magazine, London, Volume 138 = Ser. 4, Vol. 8, 1912, Tafel 8436
Vegetative Merkmale
Pantoffelblumen-Arten sind meist ausdauernde, manchmal einjährige krautige Pflanzen, seltener Sträucher.
Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind einfach und besitzen gezähnte oder selten glatte Blattränder.
Generative Merkmale
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier Kelchblätter sind grün. Die vier Kronblätter sind zu dem typischen „Pantoffel“ verwachsen, diese Kronröhre ist zweilippig. Die Öffnung wird als Mund bezeichnet. Ist der Mund stark geschlossen, werden die Blüten von Hummeln bestäubt, ist der Mund weit geöffnet, sind Bienen die Bestäuber. Belohnt werden die Bestäuber mit Öl aus Öldrüsen und Pollen und nicht mit Nektar. Sie haben normalerweise zwei Staubblätter. Zwei Fruchtblätter sind zu einem halbunterständigen Fruchtknoten verwachsen.
Die Kapselfrüchte enthalten zahlreiche kleine Samen.
Verbreitung
Die Gattung Calceolaria besitzt eine rein neotropische Verbreitung. Sie haben ihre Areale in Zentralamerika, im Flachland des westlichen Südamerika und den Gebirgen Südamerikas. Das Verbreitungsgebiet der Gattung Calceolaria reicht von Mexiko bis nach Feuerland. Das Zentrum der Artenvielfalt für diese Gattung ist das südliche Ecuador und die peruanischen Departments Amazonas und Cajamarca. Die Artenvielfalt nimmt Richtung Norden ab. Eine Konzentration von Lokalendemiten befindet sich im nördlichen Peru. Insgesamt sind die Anden das Hauptverbreitungsgebiet.
Die Gattung Calceolaria wurde 1770 durch Carl von Linné mit der TypusartCalceolaria pinnataL. in Kongliga Vetenskaps Academiens Handlingar, Band 31, Seite 286 aufgestellt. Der botanische Gattungsname Calceolaria leitet sich aus dem lateinischen Wort calceolarius für „Schuhmacher“ ab, weil die Blüte einem Pantoffel gleicht. Synonyme für CalceolariaL. sind: FageliaSchwencke, PorodittiaG.Don ex Kraenzl., StemotriaWettst. & Harms, TriantheraWettst.
Die Gattung Calceolaria war früher in die Scrophulariaceae eingegliedert, nach Gensequenzanalysen von rbcL, cpDNA, ndhF und rps2 bilden sie seit 2001 (Olmstead et al.) zusammen mit der Gattung Jovellana eine eigene Familie. Arten der früheren Gattungen: Fagelia, Porodittia, Stemotria wurden in die Gattung Calceolaria eingegliedert. Die Arten der früheren Sektion Jovellana innerhalb der Gattung Calceolaria bilden eine eigene Gattung Jovellana, siehe Hauptartikel Calceolariaceae.
Calceolaria albaRuiz & Pav. (Syn.: Calceolaria bridgesiiKunze, Calceolaria palpeSteud. & Hochst. ex Benth.): Sie besitzt ein disjunktes Areal in Peru und im zentralen Chile.
Calceolaria andinaBenth. (Syn.: Calceolaria andina var. andicolaReiche, Calceolaria andina var. verbascifoliaClos, Calceolaria secundaWitasek, Fagelia andina(Benth.) Kuntze): Sie kommt im zentralen Chile vor.
Calceolaria angustifloraRuiz & Pav. (Syn.: Calceolaria angustifloraHook., Calceolaria gemellifloraCav., Calceolaria multifloraCav., Calceolaria verticillataRuiz & Pav., Calceolaria verticillata var. multifloraBenth., Fagelia angustiflora(Ruiz & Pav.) Kuntze, Fagelia verticillata(Ruiz & Pav.) Kuntze): Sie kommt in Peru vor.
Calceolaria angustifolia(Lindl.) Sweet (Syn.: Calceolaria berteroiColla, Calceolaria ferrugineaColla, Calceolaria ferruginea var. densifoliaPhil., Calceolaria integrifolia var. angustifoliaLindl., Calceolaria salicariifoliaPhil., Fagelia berteroi(Colla) Kuntze): Sie kommt vom zentralen Chile und in weiten Teilen Argentiniens nach Süden bis zur Provinz Neuquén vor.
Calceolaria caleuanaMuñoz-Schick & A.Moreira (Syn.: Calceolaria espinosaeMuñoz-Schick & A.Moreira): Sie wurde 2009 aus dem zentralen Chile erstbeschrieben.
Karl Reiche: Flora de Chile, Tomo Sexto, Parte 1, 1911: Calceolaria, S. 6ff. Volltext-PDF.
Christine Ehrhart: Die Gattung Calceolaria (Scrophulariaceae) in Chile. In: Bibliotheca Botanica, Heft 153, 2000, ISBN 978-3-510-48024-1.
S. Andersson: On the phylogeny of the genus Calceolaria (Calceolariaceae) as inferred from ITS and plastid matK sequences. In: Taxon, Volume 55, Issue 1, 2006, S. 125–137. PDF.
A. Cosacov, A. N. Sérsic, V. Sosa, J. Arturo De-Nova, S. Nylinder, A. A. Cocucci: New insights into the phylogenetic relationships, character evolution, and phytogeographic patterns of Calceolaria (Calceolariaceae). In: American Journal of Botany, Volume 96, Issue 12, 2009, S. 2240–2255. online.
Einzelnachweise
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Karl Reiche: Flora de Chile, Tomo Sexto, Parte 1, 1911: Calceolaria, S. 6ff. Volltext-PDF.
12Calceolariaim Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.Abgerufen am 11. August 2025.