| Film | |
| Titel | Paradeisa |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 79 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Marleen Valien |
| Drehbuch | Marleen Valien, Max Rauer |
| Produktion | Tristan Schneider, Julius Wieler |
| Musik | Constantin Rinke, Jonas Vogler |
| Kamera | Max Rauer |
| Schnitt | Tim Plaster, Vreni Sarnes, Lukas Wengorz |
| Besetzung | |
| |
Paradeisa ist eine Tragikomödie von Marleen Valien. Der Film erzählt von einem elfjährigen Mädchen, das mit seinem älteren Bruder beim Vater lebt, der als Künstler kaum das zum Leben notwendige Geld verdient. Der Film feierte im August 2026 beim Locarno Film Festival seine Premiere und wurde hier mit dem Locarno Kids Award ausgezeichnet.
Die elfjährige Lou lebt mit ihrem fast erwachsenen, älteren Bruder Jonathan bei ihrem Vater Egar. Er ist Künstler, verkauft aber keines seiner Werke. Er schiebt dies auf den schlechten Geschmack seiner potenziellen Kundschaft. Die eigentliche Erwachsene bei ihnen ist Lou. Sie erledigt die Besorgungen und macht das Frühstück, doch das Geld reicht nicht einmal für Egars Tabak. Lou kommt auf die absurde Idee, seinen Tod vorzutäuschen. Edgar ist von dem Gedanken begeistert, mitzuerleben, wie sich nach seinem Tod alles um ihn dreht. Jonathan lässt sich Lou zuliebe auf das Vorhaben ein.
Regie führte Marleen Valien. Das Drehbuch schrieb sie gemeinsam mit ihrem Studienkollegen Max Rauer, der auch als Kameramann fungierte. Es handelt sich bei Paradeisa nach den Kurzfilmen Hot Dog, Ein kleiner Schnitt und Nicht die 80er um Valiens Langspielfilmdebüt. Er ist Valiens Abschlussfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg.
Valien beschreibt Familie als ein System, das im Hinblick auf Verantwortung klare Rollenbilder hat. Sie habe interessiert, was passiert, wenn die Kinder mehr Verantwortung tragen als die Eltern, in diesem Fall als der Vater, der an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet: „Ich wollte diesem Gefühl nachspüren, die Dynamiken beobachten, erzählen, wie es sich anfühlt, in solchen Dynamiken groß zu werden. Und dabei immer Lou, unserer Protagonistin, auf Augenhöhe begegnen, aus ihrer Perspektive erzählen.“
Newcomerin Rada Rae spielt die elfjährige Lou. Ihre Eltern hatten der aus Wien stammenden Elfjährigen an allen 30 Drehtagen eine Homeschooling-Lösung ermöglicht. Robert Finster spielt Lous Vater Egar und Carlo Krammling ihren älteren Bruder Jonathan. Das Casting übernahmen Andrea Rodríguez und Karl Schirnhofer. Als Kindercaster war Patrick Dreikauss an Bord.
Die Dreharbeiten fanden von Ende März bis Anfang Mai 2025 in Ludwigsburg und in Stuttgart statt, hier im Heusteigviertel, an der Kfz-Zulassungsstelle, der Staatsgalerie und dem Café Academie der schönsten Künste.
Die Premiere des Films erfolgte am 11. August 2026 beim Locarno Film Festival, wo er in der Sektion Locarno Kids Screenings gezeigt wurde.
Heike Angermaier schreibt in ihrer Kritik, die junge Rada Rae sei eine Entdeckung, einnehmend von der ersten bis zur letzten Minute, und Carlo Krammling überzeuge als eher in sich gekehrter Bruder. Castingcoups seien auch Kinderschauspieler Matthew Teuber als Junge vom Kiosk nebenan und Robert Finster. Ohne Finsters Präsenz und Charme in der Rolle des Vaters, der seinen Sohn in einer Szene eiskalt als untalentiert abkanzelt, hätte man Lous bedingungslose Liebe zu ihm nie akzeptiert.
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