Regnum Polonorum est Paradisus Judaeorum (zu deutsch: „Das Königreich Polen ist des Juden Paradies“) ist ein geflügeltes Wort, das der ersten Zeile mehrerer politisch-satirischer Gedichte aus dem 17. Jahrhundert in Polen-Litauen entstammt. In deutscher Verwendung lautete es zum Beispiel:
Polen ist der Bauern Hölle, der Juden Paradies, der Bürger Fegefeuer, der Edelleute Himmel, und der Fremden Goldgrube.
Anlässlich der Hochzeit von König Sigismund III. Wasa mit Constanze Habsburg 1605 wurde das anonyme Gedicht Pamphlet auf der königlichen Hochzeit unterlegt veröffentlicht, das mit dieser Zeile begann. Das Gedicht nahm die Zustände in der Adelsrepublik sarkastisch aufs Korn und prangerte insbesondere die Unterdrückung der Bauern und des Bürgertums an. Das Pamphlet aufnehmend veröffentlichten mehrere Schriftsteller des Barocks im polnisch-litauischen Kulturkreis eigene Versionen in Gedichtform, meist auf Latein, teilweise auch auf Polnisch; so zum Beispiel Stanisław Zaremba 1623, Szymon Starowolski 1634, Juraj Križanić 1664, Michael Radau 1672, Giovan Battista Pacichelli 1685, Daniel Krman 1708/1709. Im 19. Jahrhundert griff unter anderem Samuel Adalberg das Thema wieder auf. Im Museum der Geschichte der polnischen Juden in Warschau ist die Dauerausstellung über das Goldene Zeitalter der Juden in Polen unter dem Begriff Paradisus Judaeorum organisiert.