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Unter parakonsistenten Logiken und parainkonsistenten Logiken versteht man Kalküle, in denen der logische Grundsatz ex contradictione sequitur quodlibet (lat. für „aus einem Widerspruch folgt Beliebiges“) nicht gilt, in denen es also nicht möglich ist, aus zwei widersprüchlichen Aussagen oder aus einem Widerspruch jede beliebige Aussage herzuleiten.
In der australischen Schule (vgl. Priest, Tanaka) nimmt der Dialeth(e)ismus eine zentrale Stellung ein. Als Dialeth(e)ismus wird die Auffassung bezeichnet, dass es wahre Widersprüche gibt. Die anderen Vertreter parakonsistenter Logiken teilen diesen Standpunkt nicht.
Insbesondere folgt aus den beiden zueinander widersprüchlichen Aussagen und nicht der Widerspruch in einer Aussage. Diese diskursive (diskussive) Logik besagt in einer Interpretation Jaśkowskis, dass Gesprächsteilnehmer ruhig widersprüchlicher Meinung sein können, weil das nicht dazu führt, dass ein Gesprächspartner sich selbst widerspricht.
Literatur
Jean-Yves Béziau: What is Paraconsistent Logic? In: Diderik Batens u. a. (Hrsg.): Frontiers of Paraconsistent Logic (Studies in logic and reputation; Bd. 8). Research Studies Press, Baldock 2000, ISBN 0-86380-253-2, S. 95–111.
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Graham Priest, Richard Routley, Jean Norman (Hrsg.): Paraconsistent Logic. Essays on the inconsistent. Edition Philosophia, München 2002, ISBN 3-88405-058-3, S. 437–470.
Hans Rott: Parakonsistente Logik. In: Jürgen Mittelstraß: Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Zweite Auflage. Band 5, Metzler 2013, ISBN 978-3-476-02104-5, S. 75–77.
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