Parament

Gebhardsmitra, Ende des 14. Jahrhunderts, Stift Admont
Frater Benno Haan, Dalmatik des Weihnachtsornates (1680), Nadelmalerei und Reliefstickerei, Stift Admont
Kardinal Lehmann mit moderner Kasel
Sakramentsprozession in Antwerpen mit bestickten Chormänteln

Paramente (neulateinische Wortbildung aus parāre, „bereiten“ mit dem Suffix -mentum „Mittel“) sind die im Kirchenraum und in der Liturgie verwendeten Textilien z. B. für liturgische Gewänder oder Antependien, die oftmals künstlerisch aufwendig gestaltet sind.

Arten von Paramenten

Stola, Manipel und die Obergewänder (Kasel, Dalmatik, Tunicella, Pluviale) der Liturgen sowie Kelchvelum, Pultvelum und Bursa richten sich nach der jeweiligen liturgischen Farbe.

Zu den Paramenten des Altares zählt die sogenannte Kelchwäsche. Sie besteht aus Palla, Korporale, Kelchvelum und Lavabotuch, gefertigt aus reinem Leinen.

Man unterscheidet Ziboriumvelum und das Velum als Bekleidungsgegenstand:

Weiterhin zählen neben den genannten auch Tücher (wie das Bahrtuch), Velen zur Verhüllung des Kreuzes in der Passionszeit, Vorhänge, Wandbehänge und Teppiche zur Paramentik eines Kirchenraumes.

Herstellung und Geschichte

Einige Klöster fertigen Paramente an und nehmen auch Ausbesserungsarbeiten vor. Paramentenwerkstätten haben ihren Sitz oft in Wallfahrtsorten oder am Bischofssitz einer Diözese bzw. Erzdiözese. Im Haus der Seidenkultur, einer früheren Paramentenweberei in Krefeld, und im Mutterhaus der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu in Gengenbach befinden sich Kunst- und Paramentenmuseen. Die weltweit älteste evangelische Paramentenwerkstatt geht auf Wilhelm Löhe zurück und ist in einem ehemaligen Betsaal der Diakonissen in Neuendettelsau beheimatet. Löhe gründete 1858 den ersten evangelischen Paramentenverein und publizierte 1857/58 die grundlegende Schrift Vom Schmuck der heiligen Orte. Von Neuendettelsau verbreitete sich die Paramentik schnell weiter, z. B. 1866 nach Dresden an die dortige Diakonissenanstalt, wo nach Martin Eugen Becks Entwürfen gearbeitet wurde. Weitere wichtige Impulse brachte im 20. Jh. der Schriftkünstler Rudolf Koch, der einen Kanon für Symbole und Schriften entwickelte.

Literatur

Wiktionary: Parament – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Paramentenmuseum Gengenbach. (Memento des Originals vom 25. November 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Kultur- und Tourismus GmbH, Gengenbach.
  2. ↑ Paramentik der Diakonie Neuendettelsau (Memento des Originals vom 5. April 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. 1 2 Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (Hrsg.): Textil Kunst Kirche: Paramente und textile Kunst im kirchlichen Raum. Justus-von-Liebig-Verlag, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-87390-319-7.
  4. ↑ Aus der Geschichte der Paramentik der Diakonissenanstalt Dresden