
Parov Stelar (eigentlich Marcus Füreder; * 27. November 1974 in Linz, Oberösterreich) ist ein österreichischer Musikproduzent, DJ und Musiker. Seine erfolgreichste Zeit hatte er Mitte der 2010er Jahre. Der Durchbruch kam 2012 mit dem Album The Princess und dem internationalen Hit All Night. Mit den Alben The Demon Diaries und The Burning Spider erreichte er Platz eins der österreichischen Charts.
Nach ersten Veröffentlichungen unter dem Pseudonym Plasma beziehungsweise unter seinem bürgerlichen Namen bei Bushido Recordings gründete Marcus Füreder 2003 das Label Etage Noir Recordings. Unter dem Namen Parov Stelar veröffentlichte er 2004 die EP KissKiss und sein erstes Album Rough Cuts. Der österreichische Radiosender FM4 nahm seine Musik in sein Programm auf.
Rough Cuts verband 2005 elektronische Musik mit Jazz-Einflüssen und Samples. Eine Rezension verortete das Album zwischen Barjazz, Downbeat und elektronischer Musik. Im Abstand von jeweils zwei Jahren folgten die Alben Seven and Storm und Shine, 2009 folgte das Doppelalbum Coco, das Swing-Samples mit elektronischen Dance-Elementen verband. Er gilt als einer der Gründer des Electroswing.
Das Doppelalbum The Princess von 2012 kam auf Platz vier der österreichischen Charts, erhielt eine Gold-Auszeichnung und platzierte sich in den anderen deutschsprachigen Ländern, in den Niederlanden und in Italien. Das Album verband elektronische Elemente mit Einflüssen aus Swing, Jazz und Pop und bezog verstärkt Instrumente einer Livebesetzung ein. The Princess enthielt den größten Singlehit All Night, der 2014 in deutschsprachigen Ländern und Frankreich in die Charts kam. Nachdem das italienische Telekommunikationsunternehmen TIM den Titel 2017 in einer Werbekampagne verwendet hatte, kam er auch in Italien in die Top 10 und wurde mit Doppelplatin für mehr als 100.000 verkaufte Einheiten ausgezeichnet. 2013 erschien zuerst vom Parov Stelar Trio zusammen mit dem Trompeter Gerd Rahstorfer und dem Saxofonisten Markus Ecklmayr das Album The Invisible Girl, das aber nicht so erfolgreich war. Im Oktober desselben Jahres folgte von Parov Stelar das Album The Art of Sampling, das wieder an den Erfolg von The Princess anknüpfte. Zu den darauf enthaltenen Aufnahmen gehörte Keep On Dancing, für das Ausschnitte aus Marvin Gayes Got to Give It Up verwendet wurden.
2015 erschien das Doppelalbum The Demon Diaries. Damit erreichte er erstmals Platz eins der österreichischen Albumcharts sowie die Top 10 in Deutschland und der Schweiz. Für einen Teil der darauf enthaltenen Songs erweiterte Stelar seine bisherige Produktionsweise um orchestrale Arrangements und akustische Gitarren. Die ebenfalls 2015 veröffentlichte Single Hooked on You mit Timothy Auld erreichte Platz 54 der österreichischen Singlecharts. Das Online-Magazin laut.de beurteilte das Doppelalbum durchwachsen. Zwar habe Füreder „gewohnt tanzbaren Swing mit elektronischen Klängen“ produziert, aber einige Songs enthielten „viel zu viel Pop“ und das Album insgesamt wenig Überraschendes. Noch kritischer attestiert das niederländische Konzertportal Podium Info, dass die Songs austauschbar seien und es deshalb schwer falle, das Album durchzuhören. Insgesamt sei The Demon Diaries ein Rückschritt im Schaffen Füreders.
2016 erschien das Livealbum Live @ Pukkelpop, eine Aufnahme eines Konzertauftritts beim belgischen Musikfestival Pukkelpop. Das Album erreichte Platz neun der österreichischen Albumcharts.
2017 erschien das Album The Burning Spider. Musikalisch traten darauf Blues-Einflüsse stärker in den Vordergrund. Für einige darauf enthaltene Songs verwendete Füreder historische Aufnahmen, unter anderem von Lightnin’ Hopkins, Muddy Waters und Stuff Smith und verband diese mit seiner elektronischen Produktion. Es war sein zweites Nummer-eins-Album in seiner Heimat und brachte ihm zum vierten Mal Albumgold.
In den folgenden Veröffentlichungen entfernte sich Füreder zeitweise stärker vom Electro Swing und griff verstärkt auf Einflüsse aus Soul, Blues, Hip-Hop und Disco zurück. Diesen stilistischen Wechsel beschrieb er später als bewusste Abkehr von einer Wiederholung des eigenen Electro-Swing-Sounds.
Ende 2019 begann Parov Stelar mit Voodoo Sonic ein zunächst als dreiteilige EP-Reihe angelegtes Projekt. Der erste Teil setzte unter anderem verstärkt Hip-Hop-Elemente ein. Für den Titel Number One MC wurde ein Sample des US-amerikanischen Rappers Q-Tip verwendet. 2020 folgten die weiteren Teile der Reihe. Am 27. November 2020 wurden sie als Voodoo Sonic | The Album zusammengeführt. Die stilistische Bandbreite des Projekts reichte dabei von Electro Swing über Soul und Blues bis zu Rap- und Disco-Einflüssen.
Am 29. April 2022 erschien das Studioalbum Moonlight Love Affair. Füreder verband darauf Elemente des Electro Swing mit Soul, Pop und Hip-Hop sowie weiteren elektronischen Einflüssen. Das Album erreichte Platz vier in Österreich, konnte aber nicht an die früheren Erfolge anknüpfen.
Mit Artifact veröffentlichte Parov Stelar am 14. November 2025 ein weiteres Studioalbum. Dabei trat die für frühere Veröffentlichungen charakteristische Verbindung von Swing und elektronischer Tanzmusik deutlich in den Hintergrund. Stattdessen verwendete er unter anderem Orgelklänge, Chöre und orchestrale Arrangements. Für Teile des Albums arbeitete er erstmals mit einem Orchester. Ein 35-köpfiges Ensemble nahm im Brucknerhaus in Linz orchestrale Passagen auf; Dirigent und Arrangeur war Georg Wiesinger. Artifact erreichte Platz fünf der österreichischen Albumcharts.
2026 folgten die Singles Black Lilies, The Man Without Reflection sowie eine als 1984 Version bezeichnete Neufassung von The Man Without Reflection.

Ab November 2005 trat Parov Stelar erstmals mit einer Live-Band auf. Die Besetzung variierte im Laufe der Jahre und umfasste je nach Tour vier bis acht Musiker sowie eine Sängerin. Für die Live-Umsetzung wurden Teile der elektronischen Produktionen durch Instrumente ersetzt und die Songs gemeinsam mit den Musikern für die Bühne neu arrangiert.
Die Live-Band wurde in den folgenden Jahren zu einem wesentlichen Bestandteil des Projekts Parov Stelar und trat international sowohl bei Festivals als auch mit eigenen Konzerttourneen auf. Auftritte führten die Formation unter anderem nach Paris, London, New York, Moskau, Athen, Istanbul und Mexiko-Stadt.
2016 trat die Band beim Coachella Valley Music and Arts Festival in Kalifornien auf und spielte im selben Jahr weitere Konzerte in Nordamerika. Das Konzertjahr schloss die damals siebenköpfige Formation mit einem Auftritt in der Wiener Stadthalle ab.
Neben wechselnden Instrumentalisten veränderte sich im Laufe der Jahre auch die Besetzung der Gesangsparts. Der aus den Vereinigten Staaten stammende Sänger Lee Anduze arbeitete seit den Aufnahmen zu The Princess mit Parov Stelar zusammen und wurde 2018 festes Mitglied der Live-Band. Im April 2019 übernahm die moldauische Sängerin Elena Karafizi den weiblichen Gesangspart von Cleo Panther, die zuvor acht Jahre der Live-Besetzung angehört hatte. Die für 2019 neu zusammengestellte Liveshow wurde mit einer achtköpfigen Bühnenbesetzung präsentiert.
Im Februar 2020 spielte die Parov Stelar Band erstmals eigene Headliner-Konzerte in Australien. Auftritte fanden im Enmore Theatre in Sydney und im Forum in Melbourne statt; außerdem gehörte die Band zum Programm des Adelaide Festival.
Nach der durch die COVID-19-Pandemie bedingten Unterbrechung des internationalen Konzertbetriebs führte eine rund zweiwöchige Nordamerika-Tour die Band Anfang 2023 durch elf Städte in den Vereinigten Staaten und Kanada. Zu den Stationen gehörten unter anderem New York, Boston, Montreal, Toronto, Chicago, Seattle und Los Angeles. In New York spielte Parov Stelar im Rahmen der Tour im Terminal 5.
2026 erweiterte Füreder die bisherige Live-Besetzung um ein Orchester. Das daraus entwickelte Konzertformat The Symphonic Session wurde am 2. Juli 2026 am Loxone Campus in Kollerschlag erstmals aufgeführt. Das Programm umfasste Songs aus dem Album Artifact mit älteren Katalogwerken in neu arrangierten Fassungen.
Im Laufe seiner Karriere arbeitete Parov Stelar mit unterschiedlichen Sängerinnen, Sängern und Musikern zusammen. Zu den internationalen Künstlern, für deren Veröffentlichungen Füreder eigene Bearbeitungen produzierte, zählen Lana Del Rey und Bryan Ferry. 2013 erschienen seine Fassungen von Lana Del Reys Dark Paradise und Bryan Ferrys Love Is the Drug.
2014 arbeitete Füreder für eine Neuinterpretation von I Can’t Give You Anything but Love mit Tony Bennett und Lady Gaga zusammen. Der daraus entstandene Parov Stelar Mix wurde von ihm gemeinsam mit Musikern seiner Live-Band produziert.
Gesangskooperationen entstanden unter anderem mit Graham Candy, Nikki Williams, Kovacs, Avec, Lilja Bloom und James Deacon.
Mit Falcos Werk setzte sich Füreder ebenfalls mehrfach auseinander. Für die 2017 veröffentlichte Kompilation Falco 60 entstand eine Neubearbeitung von Vienna Calling; 2022 folgte eine neue Fassung von Der Kommissar, für die Füreder Falcos originale Gesangsspuren mit einer neu produzierten musikalischen Begleitung verband.
2013 komponierte Füreder die Musik für die visualisierte Linzer Klangwolke Bruckner lebt!. Dafür griff er auf Ausschnitte aus Werken Anton Bruckners zurück und verarbeitete diese elektronisch neu.
Für die 2024 veröffentlichte achtteilige ARD-Serie Wo wir sind, ist oben komponierte Parov Stelar gemeinsam mit Robert Matt die Musik.
Beim Finale des Eurovision Song Contests 2026 in Wien trat Parov Stelar als Interval Act auf und präsentierte den Titel Black Lilies live.
Musik von Parov Stelar wurde in Werbekampagnen sowie in Film- und Fernsehproduktionen verwendet. Der ORF führte die Verwendung seiner Musik in Werbespots neben der Verbreitung über das Internet als einen Faktor für seine internationale Bekanntheit an. Seine Musik kam unter anderem in Kampagnen von Audi, Bacardi, BMW, Colgate, Courvoisier, Escada, Fiat, Google, Microsoft, Paco Rabanne, Target, Telecom Italia und Vodafone zum Einsatz. Stelars Song Booty Swing wurde von General Motors 2013 in der Werbung eingesetzt und als sinophob angegriffen. Der Track übernahm Zeilen aus einem amerikanischen Jazzsong von 1938, in denen von „Fu Manchu“, „ching-ching“ und „chop suey“ die Rede ist, also Begriffen, die damals rassistischen Stereotypen über China entsprachen. Nach der Kritik zog General Motors den Werbespot im Mai 2013 zurück.
Parov Stelar war mit der Sängerin Lilja Bloom (bürgerlich Barbara Füreder geb. Lichtenauer) verheiratet. Gemeinsam gründeten sie das Designlabel Stelarbloom. Anfang 2020 ließen sich Stelar und Bloom scheiden.
Füreder studierte Malerei und Grafik in Linz und Berlin.
| Jahr | Titel Musiklabel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Musiklabel, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 2009 | Coco Etage Noir Recordings |
— | AT65 (2 Wo.)AT |
— |
Erstveröffentlichung: 25. September 2009 |
| 2012 | The Princess Etage Noir Recordings |
DE35 (2 Wo.)DE |
AT4 (35 Wo.)AT |
CH9 (20 Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 20. April 2012 |
| 2013 | The Invisible Girl Etage Noir Recordings |
— | AT18 (9 Wo.)AT |
CH40 (1 Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 2013 als Parov Stelar Trio |
| The Art of Sampling Etage Noir Recordings/Island/Universal |
DE35 (3 Wo.)DE |
AT6 (15 Wo.)AT |
CH27 (3 Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 4. Oktober 2013 | |
| 2015 | The Demon Diaries Etage Noir Recordings |
DE8 (4 Wo.)DE |
AT1 (19 Wo.)AT |
CH9 (8 Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 1. Mai 2015 |
| 2017 | The Burning Spider Etage Noir Recordings |
DE23 (2 Wo.)DE |
AT1 (21 Wo.)AT |
CH9 (6 Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 21. April 2017 |
| 2020 | Voodoo Sonic – The Album Etage Noir Recordings |
— | AT15 (4 Wo.)AT |
CH82 (1 Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 27. November 2020 |
| 2022 | Moonlight Love Affair Etage Noir Recordings |
DE83 (1 Wo.)DE |
AT4 (4 Wo.)AT |
CH20 (1 Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 29. April 2022 |
| 2025 | Artifact Etage Noir Recordings |
— | AT5 (3 Wo.)AT |
— |
Erstveröffentlichung: 14. November 2025 |
Weitere Studioalben
| Jahr | Titel Musiklabel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Musiklabel, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 2016 | Live @ Pukkelpop Etage Noir Recordings |
DE89 (1 Wo.)DE |
AT9 (7 Wo.)AT |
CH64 (1 Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 11. März 2016 |
| Jahr | Titel Musiklabel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Musiklabel, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 2020 | Voodoo Sonic (The Trilogy, Pt. 2) Etage Noir Recordings |
— | AT33 (3 Wo.)AT |
— |
Erstveröffentlichung: 24. April 2020 |
| Voodoo Sonic (The Trilogy, Pt. 3) Etage Noir Recordings |
— | AT45 (1 Wo.)AT |
CH80 (1 Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 4. September 2020 | |
Weitere EPs
| Jahr | Titel Album |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Album, Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 2010 | The Phantom The Phantom EP |
— | AT69 (1 Wo.)AT |
— |
Erstveröffentlichung: 18. Juni 2010 |
| 2012 | Jimmy’s Gang The Princess |
— | AT43 (1 Wo.)AT |
— |
Erstveröffentlichung: 16. März 2012 |
| Nobody’s Fool The Princess |
— | AT60 (2 Wo.)AT |
— |
Erstveröffentlichung: April 2012 feat. Cleo Panther | |
| 2013 | Keep On Dancing The Art of Sampling |
— | AT45 (4 Wo.)AT |
— |
Erstveröffentlichung: 16. September 2013 feat. Marvin Gaye |
| 2014 | All Night The Princess |
DE35 (24 Wo.)DE |
AT42 (9 Wo.)AT |
CH57 (3 Wo.)CH |
Erstveröffentlichung: 2012 |
| Clap Your Hands Clap Your Hands EP |
— | AT52 (1 Wo.)AT |
— |
Erstveröffentlichung: 9. Mai 2014 | |
| The Sun Clap Your Hands EP |
— | AT31 (13 Wo.)AT |
— |
Erstveröffentlichung: 13. Juni 2014 feat. Graham Candy | |
| 2015 | Hooked on You The Demon Diaries |
— | AT54 (1 Wo.)AT |
— |
Erstveröffentlichung: 30. März 2015 feat. Timothy Auld |
Weitere Singles
|
2× Platin-Schallplatte
|
Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.
| Land/RegionAuszeichnungen für Musikverkäufe (Land/Region, Auszeichnungen, Verkäufe, Quellen) |
Verkäufe | Quellen | ||
|---|---|---|---|---|
| — | 300.000 | musikindustrie.de | ||
| — | 100.000 | fimi.it | ||
| 122.500 | ifpi.at | |||
| Insgesamt | ||||
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stelar, Parov |
| ALTERNATIVNAMEN | Füreder, Marcus (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer DJ und Produzent |
| GEBURTSDATUM | 27. November 1974 |
| GEBURTSORT | Linz, Oberösterreich |