Parsondes war laut der sagenhaften Darstellung des antiken Geschichtsschreibers Ktesias von Knidos angeblich ein König der Kadusier, bei dem es sich ursprünglich um einen Meder persischer Herkunft handelte.
Ernst Herzfeld glaubte, dass der Name Parsondes etymologisch mit dem Namen Afrasiab identisch ist. François Lenormant sagte, dass Parsondes einer der Namen von Ninos oder Herakles ist, die er mit der Sonne identifiziert.
Nach der ausführlichen romanhaften Erzählung des aus Ktesias schöpfenden griechischen Geschichtsschreibers Nikolaos von Damaskus war Parsondes ein persischer Jäger von rauen Sitten, der die Absetzung des Nanaros, Satrap von Babylon unter dem sechsten Mederkönig Artaios, betrieb. Er wollte nämlich an Stelle des Nanaros, der angeblich sehr verweichlicht war, babylonischer Statthalter werden. Nanaros gelang es aber, Parsondes gefangen zu nehmen und ihn zu nötigen, jahrelang unter seinen Musikantinnen zu leben, um ihn hierdurch selbst zu verweichlichen. Schließlich wurde Parsondes durch König Artaios befreit, doch verstand es Nanaros, der Bestrafung zu entgehen.
Da Parsondes die gewünschte Genugtuung von Artaios nicht erlangte, floh er mit 3000 Fußsoldaten und 1000 Reitern zu den Kadusiern. Der ebenfalls Ktesias als Gewährsmann zugrunde legende griechisch-sizilische Historiker Diodor berichtet weiterhin, dass Parsondes seine Schwester mit einem der einflussreichsten Kadusier verheiratete und dieses Volk zum Freiheitskampf gegen die Meder aufreizte. In der Folge wurde er zum Heerführer der Kadusier ernannt und soll an der Spitze eines 200.000 Mann starken Heeres nahe eines Grenzpasses die angeblich 800.000 Soldaten umfassende Armee des Artaios, der gegen ihn zog, entscheidend geschlagen und ihr einen Verlust von 50.000 Mann beigebracht haben. Aufgrund dieser Tat sei Parsondes zum König der Kadusier ernannt worden. Er soll bei seinem Tod den Schwur verlangt haben, dass seine Nachfolger die Feindschaft gegen die Meder aufrechterhalten würden. Tatsächlich seien die Kadusier unversöhnliche Feinde der Meder geblieben und hätten ihre Unabhängigkeit verteidigt, bis sie sich dem Perserkönig Kyros II. (regierte 559–530 v. Chr.), dem Bezwinger des Meder-Reichs, freiwillig unterworfen hätten.
Athenaios bestätigt, dass die Überlieferungen über Parsondes auf die Persika des Ktesias zurückgehen. Laut Eduard Meyer ist die Erzählung von Parsondes’ Konflikt mit Nanaros ein „orientalisches Märchen“.