Partizipative Forschung bezeichnet Forschungsansätze, die die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an verschiedenen Schritten eines Forschungsprojekts ermöglichen. Sie ist daher kein rein akademisches Unterfangen, sondern immer ein kollaboratives Projekt mit nichtwissenschaftlichen, gesellschaftlichen Akteuren. Partizipative Ansätze zielen darauf, soziale Wirklichkeit partnerschaftlich zu erforschen, zu verstehen und zu verändern. um so zur Emanzipation, sozialen Gerechtigkeit und Demokratisierung (marginalisierter) gesellschaftlicher Gruppen beizutragen. Partizipative Forschung ist folglich grundsätzlich eine normative Art und Weise der Forschung.
Partizipative Forschung beschreibt die Öffnung von wissenschaftlichen Prozessen, bei denen Nichtwissenschaftler Teil eines Forschungsprojektes sind und dieses mitgestalten. Die dadurch entstehende Verschränkung unterschiedlicher Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis ist Voraussetzung für die Entstehung neuen Wissens aus kollaborativer Forschung.
Eine Form der partizipativen Forschung ist die Handlungs- oder Aktionsforschung, wie sie in Deutschland vor allem in den 1970er Jahren entwickelt wurde. Die Partizipation der nichtwissenschaftlichen Untersuchungsteilnehmer im Forschungsprozess ist auch hier ein grundlegendes Prinzip. Ähnliche Forschungspraxen werden in der sogenannten Citizen Science bzw. Bürgerwissenschaften angewandt, hierunter fallen aber auch Projekte, die gänzlich ohne wissenschaftliche Beteiligung nur von Laien durchgeführt werden.
Allen partizipativen Forschungspraxen gemein ist der Anspruch des Eingreifens in gesellschaftliche Kontexte und die Verschiebung von Grenzen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Dadurch entstehen neue Formen der kollaborativen Wissensproduktion, die nachhaltig das Verhältnis von Gesellschaft und Wissenschaft verändern.
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