Graswurzel-Journalismus (von grassroot, auch partizipativer Journalismus oder Bürger-Journalismus) ist eine Form des Journalismus, bei der die Zivilgesellschaft innerhalb der klassischen Medien oder durch eigene Medien am gesellschaftlichen Diskurs teilnimmt. Die Publikationsmöglichkeiten im Internet, besonders Weblogs, Podcasts und Videoplattformen, haben zur Verbreitung des Graswurzel-Journalismus beigetragen.
Eine Definition für partizipativen Journalismus von Shayne Bowman und Chris Willis lautet übersetzt:
Der Begriff Graswurzel-Journalismus lehnt sich an Graswurzelbewegung an und stammt aus dem Bereich der anglo-amerikanischen Publizistik. Im deutschsprachigen Raum war seit den 1970er Jahren das Konzept der Gegenöffentlichkeit verbreitet. Das partizipative Element betont der norwegische Friedensforscher Johan Galtung, der ein Konzept für einen friedensfördernden Journalismus entwickelt hat.
Vorläufer sind die alternativen Stattzeitungen der 1970er- und 1980er-Jahre, ebenso die Freien Radios der 1980er Jahre. Eine Sonderform ist der gesetzlich verankerte Bürgerrundfunk. Wandzeitungen können auch ohne Internet interaktive Projekte organisieren.
Als Vorläufer des User-generated content können auch offene Kanäle, veröffentlichte Leserbriefe sowie Hörer-/Zuschaueranrufe als Teil laufender Sendungen angesehen werden. Sie sind dem Graswurzel-Journalismus nur zum Teil verpflichtet.