Pasquale Penta

Pasquale Penta

Pasquale Penta (* 16. Juni 1859 in Fontanarosa; † 23. November 1904 in Neapel) war ein italienischer Psychiater und Kriminalanthropologe. Er begründete 1896 die erste sexualwissenschaftliche Zeitschrift Italiens.

Leben

Penta studierte Medizin und wurde zunächst Assistenzarzt für klinische Propädeutik bei Errico de Renzi in Neapel. Seinen Militärdienst leistete er als Arzt an der dortigen Universitätsklinik und im Gefängnis San Stefano. Beeinflusst von und orientiert an der Kriminalanthropologie Cesare Lombrosos entwickelte Penta die Vorstellung, Kriminalität sei krankhafter Natur. In seinen späteren Veröffentlichungen ging er zwar über Lombrosos Lehre hinaus, insofern er sexuelle Pathologien nicht nur physisch, sondern auch psychisch begründet sah, blieb ihr aber zeitlebens verhaftet. Er profilierte sich neben Lombroso als Anhänger eines sozialdarwinistisch beeinflussten Strafrechts.

Nach seiner Militärzeit ging Penta als Arzt an die von Gaspare Virgilio geleitete Irrenanstalt und das Gefängnis von Aversa, wo er anthropologische Studien an Insassen und Gefangenen durchführte. Seine Studien setzte er auch nach seinem Wechsel als Arzt an die medizinische Abteilung des Gefängnisses auf Nisida fort.

Der Leiter des Instituts für Psychiatrie und Neuropathologie an der Universität Neapel, Leonardo Bianchi, holte ihn 1891 als seinen Stellvertreter nach Neapel und vermittelte Penta auch eine eigene Professur für Kriminalanthropologie. Mit der 1893 veröffentlichten Arbeit über den Frauenmörder Vincenzo Verzeni, I pevertimenti sessuali dell'uomo, begann er, sich stärker mit der Klassifikation sexueller Abweichungen zu befassen. 1896 begründete Penta das Archivio delle psicopatie sessuali, die erste italienische und weltweit zweite sexualwissenschaftliche Fachzeitschrift. Im gleichen Jahr eröffnete er ein kriminalanthropologisches Museum in Neapel mit etwa 100 Schädeln süditalienischer Krimineller, diversen Fotografien und Zeichnungen. 1898 gründete Penta die Zeitschrift La Rivista di Antropologia criminale e Psychiatria forense. Die neue Zeitschrift widmete sich weniger sexualwissenschaftlichen als forensisch-juristischen Themen.

Penta starb überraschend nach kurzer Krankheit. Sowohl das Archivio als auch die Rivista wurden binnen eines Jahres nach seinem Tod eingestellt. Sein kriminalanthropologisches Museum führte der italienische Arzt und Eugeniker Angelo Zuccarelli fort.

Schriften

deutsch

Literatur

Personendaten
NAME Penta, Pasquale
KURZBESCHREIBUNG italienischer Psychiater und Kriminalanthropologe
GEBURTSDATUM 16. Juni 1859
GEBURTSORT Fontanarosa
STERBEDATUM 23. November 1904
STERBEORT Neapel