Patientengeschichte

Patientengeschichte ist ein Teilgebiet der Sozialgeschichte der Medizin. Sie erforscht die Sichtweise von Patienten auf ihr Leiden und die in diesem Zusammenhang von Ärzten oder Angehörigen anderer Heilberufe vollzogenen medizinischen Handlungen. Aspekte der sozialen Wahrnehmung und Aushandlungsprozesse zwischen Experten und Laien stehen im Zentrum des Interesses der Patientengeschichtsschreibung.

Methodik und Geschichte des Fachgebietes

Patientengeschichte ist, so Burkhart Brückner, eine Geschichte der subjektiven Quellen. Patientengeschichtliche Arbeiten gründen insbesondere auf der Untersuchung von Selbstzeugnissen (Autobiografien, Tagebücher und Briefe), aber auch von Krankengeschichten, Krankenakten und Fremdzeugnissen wie ärztlichen Fallgeschichten. Herangezogen werden darüber hinaus Zeichnungen, Fotografien und Gegenstände des täglichen Gebrauchs.

Es war der britische Historiker Roy Porter, der 1985 forderte, Medizingeschichte aus Sicht der Patienten zu schreiben. Überwunden werden sollte dadurch die bis dahin gegebene Ärztezentrierung und Festlegung auf eine Auswertung gelehrter Texte.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Roy Porter: The Patient’s View. Doing Medical History from Below. In: Theory and Society 14. Band 14, Nr. 2, 1985, S. 175–198.
  2. ↑ Gerhard Ammerer, Elke Schlenkrich, Sabine Veits-Falk, Alfred Stefan Weiß (Hrsg.): Armut auf dem Lande. Mitteleuropa vom Spätmittelalter bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Böhlau Verlag, Wien 2019, S. 159.