Paul Baudisch

Paul Baudisch (* 19. Juni 1899 in Wien, Österreich-Ungarn; † 11. Juni 1977 in Dalarö, Schweden) war ein österreichisch-schwedischer Dramatiker, Schriftsteller und Übersetzer. Er übertrug Werke von Ernest Hemingway, John Dos Passos, Upton Sinclair und Thomas Hardy ins Deutsche. Nach seiner Emigration nach Schweden 1938 arbeitete er in der schwedischen Filmindustrie.

Leben

Paul Baudisch studierte ein naturwissenschaftliches Fach an der Universität Wien, war aber anschließend ab 1918 als Schriftsteller und Übersetzer in Wien tätig. 1926 zog er nach Berlin. Er war Vorstandsmitglied des Schutzverbands deutscher Schriftsteller (SdS) und darin Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bund deutscher Übersetzer (BdÜ). Er übersetzte aus dem Englischen und Französischen. Seine eigenen Werke erschienen in expressionistischen Zeitschriften wie Die Dichtung. Baudisch gehörte der KPD an, wo er zur Fraktion der Versöhnler gezählt wurde und der „Berliner Opposition“ nahestand.

1933 musste er nach der Machtergreifung Deutschland verlassen und ging nach Österreich zurück. 1938 musste er nach dem „Anschluss“ auch Österreich verlassen und ging nach Frankreich. Dort lernte er den schwedischen Komponisten Jules Sylvain kennen, mit dessen Vermittlung Baudisch im April 1939 nach Schweden emigrierte. Dort war er als Übersetzer und Drehbuchautor (zusammen mit Adolf Schütz) tätig, mit dem zusammen er die Drehbücher für mehr als 60 Filme verfasste. Er erhielt 1948 die schwedische Staatsbürgerschaft. 1957 kehrte er aus Schweden nach Deutschland zurück und arbeitete in München. Er war Mitglied im PEN. 1967 kehrte er nach Schweden zurück, wo er zehn Jahre später verstarb. Baudisch wurde auf dem Stockholmer Friedhof Skogskyrkogården beigesetzt.

Veröffentlichungen

Als Verfasser:

Als Übersetzer aus dem Englischen (Auswahl):

Als Übersetzer aus dem Französischen (Auswahl):

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Baudisch, Paul. In: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933, Band 2, Berlin / Boston 1983, S. 57.
  2. ↑ Paul Baudisch, Skogskyrkogården: Find a grave (Abgerufen im Juni 2026)