
Paul Bloom (geboren 24. Dezember 1963 in Montreal) ist ein kanadisch-US-amerikanischer Professor für Psychologie an der University of Toronto. Die Forschungsschwerpunkte liegen in der kognitiven Entwicklungspsychologie, insbesondere auf dem Gebiet des Spracherwerbs und der Moralentwicklung.
Als Student besuchte Bloom die McGill University, wo er 1985 seinen B.A. erwarb. Sein Graduiertenstudium absolvierte er am Massachusetts Institute of Technology, wo er 1990 seinen Ph.D. in kognitiver Psychologie erwarb.
Die gesamten 1990er Jahre hindurch lehrte Bloom an der University of Arizona: als Assistant Professor von 1990 bis 1996; als Associate Professor von 1996 bis 1999. Ab 1999 lehrte und forschte er an der Yale University in New Haven, wo er inzwischen emeritiert ist. Seit 2021 ist Bloom Professor an der University of Toronto. 1993 wurde er Forschungsstipendiat der Alfred P. Sloan Foundation (Sloan Research Fellow).
Bloom ist neben Barbara L. Finlay Herausgeber der Zeitschrift Behavioral and Brain Sciences.
Bloom ist mit der Psychiaterin und Hochschullehrerin Karen Wynn verheiratet.
Neben der Sprachentwicklung trug Bloom bei zur Erforschung moralischer Urteile bei Säuglingen, erhellte die Rolle von Wut, Ekel und Empathie im moralischen Leben von Erwachsenen, unser alltägliches Verständnis von uns selbst als Wesen mit freiem Willen, das Wesen des Vergnügens (insbesondere des Vergnügens, das wir aus Fiktion ziehen), die Psychologie religiöser Überzeugungen und des Atheismus sowie unser intuitives Gefühl, dass unser Selbst oder unsere Seele von unserem Körper getrennt ist. Um diese schwer quantifizierbaren Überzeugungen und Gefühle zu erfassen, hat Bloom ein Labor geschaffen – das Mind and Development Lab an der Yale University –, das interdisziplinär ausgerichtet ist und Theorien und Forschungsergebnisse aus Disziplinen und Subdisziplinen wie Kognitions-, Sozial- und Entwicklungspsychologie einbezieht.
2014 erregte Bloom Aufmerksamkeit durch die These, dass reine Empathie bei moralischen Entscheidungen keine gute Hilfe sei, weil sie nicht nach den harten Fakten frage. Bloom empfiehlt stattdessen Mitgefühl (engl. compassion), ein Gefühl, das Menschen auch dann motiviert, anderen zu helfen, wenn die anders sind als man selbst, und das auf ruhige, überlegte Weise handeln lässt.
In den Jahren 2002 und 2006 wurde Paul Bloom mit dem Eleanor Maccoby Book Award in Developmental Psychology ausgezeichnet.
Für 2017 wurde ihm der Klaus J. Jacobs Awards zugesprochen. 2023 wurde er in die Royal Society of Canada aufgenommen.
| Personendaten | |
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| NAME | Bloom, Paul |
| KURZBESCHREIBUNG | kanadisch-US-amerikanischer Psychologe |
| GEBURTSDATUM | 24. Dezember 1963 |
| GEBURTSORT | Montreal, Québec, Kanada |