Paul Eipper

Paul Eipper, um 1938
Unterschrift von Paul Eipper (1963)

Paul Eipper (* 10. Juli 1891 in Stuttgart; † 22. Juli 1964 in Lochham) war ein deutscher Schriftsteller und Tierfilmer.

Leben

Eipper stammt aus einer Bauern-, Weingärtner-, Forst- und Wildhüterfamilie die mehrheitlich im württembergischen Schwarzwald lebte. Ihm wird nachgesagt, aufgrund dieser Abstammung eine solche Nähe zur Natur und Tierwelt entwickelt zu haben.

Eipper besuchte die Wilhelms-Oberrealschule in Stuttgart und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Tierzeichner. Er lebte als Kunstmaler und ab 1912 als Buchhändler in München. Nach dem Ersten Weltkrieg wirkte Eipper in Berlin als Privatsekretär des Verlegers Samuel Fischer, und ab 1920 als Redakteur und Herstellungsleiter im Fritz-Gurlitt-Verlag. Während dieser Zeit erschienen auch erste natur- und tierkundliche Beiträge Eippers in Zeitschriften. Nach dem großen Erfolg seiner ersten Bücher lebte Eipper ab 1930 als freier Schriftsteller und Kulturfilmer zuerst in Berlin, später in Nesselwang im Allgäu und zuletzt in Lochham (Gräfelfing). Er war in zweiter Ehe mit Veronika, geb. Sträßle verheiratet.

Paul Eipper war sehr gut vernetzt und pflegte eine Vielzahl von Freundschaften zu Schriftstellern wie Oskar Bie, Moritz Heimann, Jakob Wassermann, Gerhart Hauptmann, Thomas Mann, Oskar Loerke, Theodor und Ruth Lessing, zu Fotografinnen wie Hedda Walther, Clara Behncke, Else Schneider, Elsbeth Siegrist-Knöll, Julius Arnfeld, Ernst Haymann, Heinz Schubert, Hein Gorny, Bengt Berg und Malerinnen wie Max Liebermann, Lovis Corinth, Wilhelm Eigener, Georg Walter Rössner, Käte Wilczynski und Norbertine Bresslern-Roth. Korrespondenzen mit Gerda und Walter Cohn, Renée Sintenis, Max Bauer, Ruth Gorny, Wilhelm und Alma Backhaus, Heinz Heck, Wolfgang Gurlitt, Oskar Loerkes Frau, Clara Westphal, Charlotte Berend-Corinth, Lorenz und Else Hagenbeck, Joe Hodgini und dessen Frau, Adrien Wettach sowie Eugen Schuhmacher befinden sich im Deutschen Literaturarchiv Marbach.

Werk

Von Paul Eipper sind 28 Bücher erschienen, deren Gesamtauflagenhöhe die Zwei-Millionen-Grenze erreicht haben dürfte. Jedes seiner Bücher erhielt mehrere Auflagen, die beiden ersten Bücher Tiere sehen dich an und Menschenkinder sogar über vierzig. Einige Bücher sind in mehrere Sprachen übersetzt worden. Der populäre Buchtitel Tiere sehen Dich an wurde nicht nur von John Heartfield in dessen Fotomontage der Porträts von acht hochrangigen deutschen Generälen der kaiserlichen Armee im Ersten Weltkrieg in Kurt Tucholskys Buch Deutschland, Deutschland über alles verwendet, auch für Schmähschriften von Johann von Leers und Walter Mehring fand er Anwendung.

Paul Eipper veröffentlichte in erster Linie erzählende Tierbücher. Charakteristisch für die zu seiner Zeit auf unpolitischem Terrain angesiedelten Sujets seiner Werke war seine Einfühlung in die Tierseele und seine Naturverbundenheit.

Darüber hinaus war Paul Eipper für Funk, Fernsehen und Film tätig.

Ehrungen

Schriften

Filme

Herausgeberschaft

Commons: Paul Eipper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Paul Eipper im Munzinger-Archiv, abgerufen am 12. August 2022 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. 1 2 3 4 5 Wilhelm Kosch, Carl Ludwig Lang, Konrad Feilchenfeldt, Lutz Hagestedt, Wilhelm Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon: das 20. Jahrhundert: biographisches-bibliographisches Handbuch. K. G. Saur, Bern 2005, ISBN 3-908255-00-7 (degruyter.com).
  3. 1 2 Paul Eipper. In: KOTTE AUTOGRAPHS. Abgerufen am 2. Januar 2021.
  4. ↑ Paul-Bernhard Eipper: Unser „Freund Tier“. Zum Austausch zwischen Paul Eipper und Norbertine Bresslern-Roth. In: Christa Steinle (Hrsg.): Norbertine Bresslern-Roth Tiermalerin. Ausstellungskatalog, Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum, ISBN 978-3-7011-8015-8, Leykam Graz 2016, S. 226–233
  5. ↑ Stephen Broscoe: Deutschland, Deutschland über alles – Kurt Tucholsky zwischen Auflehnung und Resignation, Masterarbeit, Department of German, McGill University, Montreal, 1996
  6. 1 2 Werner Schuder (Hrsg.): Kuerschners Deutscher Literatur-Kalender. de Gruyter, Berlin 1963, S. 139 (Snippet-Ansicht).
  7. ↑ Tiere sehen Dich an. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 12. August 2022.