Paul Gropius

Johann Paul Gropius (* 1. September 1821 in Berlin; † 1. März 1888 ebenda) war ein deutscher Maler.

Leben

Gropius war der Sohn des Malers Karl Wilhelm Gropius und dessen Ehefrau Claudine, geb. Coste (1801–1827). Von dem seinem Vater erhielt er auch seinen ersten künstlerischen Unterricht und arbeitete ab 1841 in dessen Atelier.

Gropius unternahm von 1844 bis 1846 mehrere ausgedehnte Studienreisen durch Frankreich, Italien, wo er von Dezember 1845 bis März 1846 Mitglied des Deutschen Künstlervereins in Rom war, und die Schweiz. 1846 kehrte er in seine Heimatstadt zurück. Noch im selben Jahr wurde er im Atelier seines Vaters dessen Teilhaber. Als Karl Wilhelm Gropius 1868 in den Ruhestand ging, betraute man Paul Gropius als dessen Nachfolger mit der Leitung der Dekorationsmalerei am königlichen Theater. Gropius betrieb die von seinem Vater gegründete Steinpappenfabrikation, in der er Ornamente und Innendekorationen, beispielsweise auch 1843 für das durch einen Brand beschädigte Opernhaus, herstellte. Hier wurden unter anderem Statuetten und Reliefbilder nach Entwürfen von Christian Daniel Rauch und Christian Friedrich Tieck gefertigt. Sein Schwager Franz Friedrich Ferdinand Flickel wurde Mitinhaber. 1866 wurde die Fabrik verkauft und firmierte anschließend als Paul Gropius Nachfolger. Er gab unter dem Namen Ornamente in verschiedenen Baustylen nach Modellen welche in der Fabrik aller Arten Verzierungen in Steinpappe von Carl Gropius in Berlin ausgeführt sind … gemeinsam mit seinem Vater eine Serie von Musterheften mit jeweils sechs bebilderten Blättern heraus, die 1857 in einem Sammelband erschienen. Etwa 1868 wurde ihm der Titel Professor verliehen. Er hatte zahlreiche Schüler und Mitarbeiter, darunter Heinrich Harder, Christian Wilberg und Johann Friedrich Stock. 1881 brannte sein reiche Kunstschätze enthaltendes Atelier ab.

Gropius heiratete 1860 Emilie Friederike Charlotte Neumann, geb. Arnold. Sie hatten die Söhne Eduard (1857–1883) und Karl Paul (* 1861). Der Sohn Eduard kam als Leutnant der Reserve beim Untergang der „Cimbria“ ums Leben. Seine Schwester Elisabeth (1822–1864) war mit dem Geh. Rechnungsrat Heinrich Theodor Hermann Polenz verheiratet. Seine Schwester Antonie Johanne Wilhemine (1825–1907) war mit Franz Friedrich Ferdinand Flickel (1812–1878) verheiratet, deren Sohn Paul Flickel Landschaftsmaler wurde.

Gropius war seit 1863 Eigentümer des Grundstücks Georgenstraße 37 und ließ dort ein von seinem Onkel Martin Gropius entworfenes Haus errichten. Er erbte neben dem Haus in der Georgenstraße 38 auch das Luisenbad (Gesundbrunnen) bei Berlin, mit einer Villa und einem ca. 30 Morgen (ca. 25600 m²) großen Park. Er war ein großer Blumen- und Pflanzenliebhaber und züchtete Zierkürbisse, die er im Herbst in einer dem Publikum geöffneten Ausstellung präsentierte. 1886 wurde das Grundstück verkauft und anschließend parzelliert und bebaut.

1880 erwarb Gropius das Rittergut Kade im Kreis Jerichow, das nach seinem Tod an den Sohn Karl Paul überging und bis um 1899 im Besitz der Familie blieb.

Gropius starb am 1. März 1888 in Berlin und wurde auf dem Neuen Dorotheenstädtischen Friedhof beigesetzt. Das Grab ist nicht mehr auffindbar.

Werke (Auswahl)

Ehrungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Öffentlicher Anzeiger, Handels-Register. In: Preußen (Hrsg.): Königlich Preußischer Staats-Anzeiger. Nr. 202, 1866 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  2. ↑ Ornamente in verschiedenen Baustylen nach Modellen, welche in der Fabrik aller Arten Verzierungen in Steinpappe von C. Gropius in Berlin ausgeführt sind. Zur Benutzung für Architecten, Baumeister, Bauhandwerker und Maler … Heft 1. Reimarus, Berlin 1844, S. 6 (books.google.de).
  3. ↑ Gropius, Paul, Professor u. Decorateur bei den Kngl. Schauspielen. In: Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- und Geschäftshandbuch für Berlin, 1870, 1, S. 235 (Erstmalige Erwähnung als Professor).
  4. ↑ Berlin, Dorotheen, Traubuch 1859–1862, Doppelseite 70. In: Ancestry.com. Deutschland, ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1500–1971 [Datenbank online]
  5. ↑ Familienbuch Standesamt Berlin-Mitte 9, 1889, Urkunde Nr. 487. In: Ancestry.com. Berlin, Deutschland, Heiraten, 1874–1944 [Datenbank online]
  6. ↑ (Zum Untergang der Cimbria). In: Mährisch-schlesischer Correspondent (Hrsg.): Mährisch-schlesischer Correspondent. Band 23, Nr. 23. G. Gerstl., Brünn 1883, S. 3 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  7. ↑ Oleg Peters: Heino Schmieden. Lukas Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-86732-169-3, S. 65. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. ↑ Georgenstraße 38, Gropius'sche Erben E. In: Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- und Geschäftshandbuch für Berlin, 1871, Teil 2, S. 80.
  9. ↑ Carl Weckmann. In: L. Widmack/Siegfried Braun (Hrsg.): Gartenflora. Band 54. Gebrüder Borntraeger, München u Stuttgart 1905, S. 145 f. (Volltext in der Google-Buchsuche).
  10. ↑ Christine von Oertzen, Gabriele Jäger: Boulevard Badstrasse, Grossstadtgeschichte im Berliner Norden. Hentrich, Berlin 1993, ISBN 978-3-89468-081-7, S. 52.
  11. ↑ H112 Gutsarchiv Kade. In: Landesarchiv Sachsen-Anhalt :: Online-Recherche
  12. ↑ Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Grabstätten. Haude & Spener, Berlin 2006, ISBN 3-7759-0476-X, S. 19.
  13. ↑ Königliche General-Ordens-Kommission (Hrsg.): Königlich Preußische Ordensliste. Reichsdruckerei, Berlin 1886, S. 804 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  14. ↑ Königliche General-Ordens-Kommission (Hrsg.): Königlich Preußische Ordensliste. Reichsdruckerei, Berlin 1886, S. 459 (Volltext in der Google-Buchsuche).
Personendaten
NAME Gropius, Paul
ALTERNATIVNAMEN Gropius, Johann Paul (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler
GEBURTSDATUM 1. September 1821
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 1. März 1888
STERBEORT Berlin