Paul Heimbach war in seiner künstlerischen Tätigkeit Autodidakt, seit 1956 lebte er in Köln. Mit 21 Jahren begann er, abstrakte Tuschebilder, Künstlerbücher und Buchobjekte zu entwickeln. Die aus mehreren einzeln aufgetragenen Schichten aufgebauten Tuschearbeiten entstanden durch das Ausgießen der drei Grundfarben Blau, Rot und Gelb auf eine Wasseroberfläche, von der sie dann auf Papier abgezogen wurden (15 Tuscheblätter mit jeweils 15 Farbschichten, 1977).
Bei seinen Künstlerbüchern arbeitete Heimbach meist mit Transparentpapier. Die Darstellung war so auf Vorder- und Rückseite sichtbar und bildet eine durchgängige motivische Verbindung mit den folgenden Seiten (Buch 15, Filzstift auf Transparentpapier, 50 Blatt, 1970).
In den 1980er Jahren entstanden u.a. aus der Beschäftigung mit musikalischen Phänomenen abgeleitete serielle Farbpartituren und Arbeiten mit Tageszeichnungen. In seinem Klangbuch Joy von 1989 integrierte Heimbach auch Töne und Geräusche in die Gestaltung seiner Buchobjekte. Mit Tusche verteilte Heimbach 1001 Buchstaben aus James Joyce Roman Finnigans Wake auf 40 Seiten Transparentpapier. Das Buch, in Metalldeckblättern gefasst, wurde fest auf einem Sockel montiert. Die Geräusche des Umblätterns der Seiten wurden elektronisch verstärkt (Hall-Vorverstärker und Stereo-Verstärker gehören zum Werk) und über Kopfhörer an den blätternden Betrachter übertragen.
Ab 1992 beschäftigte sich Paul Heimbach mit magischen Quadraten, mathematischen Zahlenproportionen und Permutationen, die in konzeptueller Weise in die nun zum Teil auch computerunterstützte künstlerische Praxis integriert wurden (z.B. nach Zahlen, Computer-Zeichnungen nach magischen Quadraten, Künstlerbuch, Köln 1997; Jupiterquadrate, 21 Zeichnungen nach magischen Quadraten, 1995).
würfelwürfe. 28 Fotokopien und 28 Collagen auf Transparentpapier, schwarzer Leineneinband, 15 × 21 cm, 1995.
Albrecht Dürer/Paul Heimbach – 1525/1990. Das Viertbüchlein, 34 Seiten, Fotokopie, DIN A4, roter Einband mit Goldschrift, 1990.
Alphabet. Die in Zeitungspapier gebundene Mappe enthält: 26 Titelblätter, (um einen Buchstaben reduziert, der auf der Rückseite erscheint) ein Heft mit den ausgefilterten Buchstaben, eine Zusammenstellung und ein Heft für 26 Buchstaben, in dem die Schriftzeichen unter geänderten Größenverhältnissen zusammentreffen, 32 × 23 cm, 1989.
Werke in öffentlichen Sammlungen und Museen (Auswahl)
Künstlerbücher, Mappenwerke und Editionen von Paul Heimbach finden sich außer in Privatsammlungen u.a. in folgenden Institutionen:
↑Helmut Kronthaler:Heimbach, Paul. In: Andreas Beyer, Bénédicte Savoy, Wolf Tegethoff (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon – Internationale Künstlerdatenbank – Online. K. G. Saur, 2022, ISSN1865-0511, DNB027316742.
↑Biographie.In:artype.Paul Heimbach,abgerufen am 24.Februar 2026.