Walter Otto Paul Kettel, auch bekannt als W. O. Paul Kettel und unter dem Pseudonym Paul Karl Hornschu, (* 5. März 1899 in Weimar, Thüringen; † 4. Januar 1977 in Hamburg-Volksdorf) war Lehrer, selbständiger Unternehmer der Werbeagentur Kettel und Mohr in Hamburg sowie Publizist und Verfasser zahlreicher Kinder-, Heimat- und Fachbücher.
Walter Otto Paul Kettel wurde 1899 als Sohn des Stadtgarteninspektors Franz Kettel und seiner Frau Lina geb. Schmidt in Weimar geboren. Sein Großvater Carl Kettel war Mitbegründer und Vorsitzender der SPD Thüringen.
Nach dem Besuch der Weimarer Volksschule (Herderschule) besuchte er das Realgymnasium Weimar. 1912 trat er in den Jungdeutschland-Bund ein und 1915 wechselte er in die vierte Klasse des Lehrerseminars. 1917 wurde er zum Kriegsdienst einberufen. Nach dem Krieg nahm er 1918 die Lehrerausbildung wieder auf und 1919 trat er in den Schuldienst in Weimar ein. In der Folgezeit zahlreiche Aktivitäten in der damaligen Jugendbewegung. 1919 war er Mitgründer des Freibundes für Menschheitskultur. Nachdem er 1920 Friedrich Muck-Lamberty kennengelernt hatte, war er Mitbegründer und Führer der Neuen Schar Weimar.
1921 heiratete er die Lehrerin ohne Amt Marie Rost, die ebenfalls aktives Mitglied der Neuen Schar Weimar war. Im gleichen Jahr wechselte er zur Volksschule Fernbreitenbach. 1922 trat er von der SPD in die USPD über und blieb bis Ende 1924 in Fernbreitenbach. Nach grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten politischen und pädagogischen Inhalts mit der örtlichen Bevölkerung wurde er auf eigenen Wunsch nach Apolda versetzt. 1925 war er erster Vorsitzender der Gemeinnützigen Gartenstadtsiedlung Apolda GmbH und war neben seiner Schultätigkeit von 1926 bis 1929 für die Durchführung des Bauvorhabens Gartenstadtsiedlung Apolda zuständig. 1930 wurde er in das Kollegium der neu erbauten „Bergschule“ Apolda übernommen. Der Reichsstatthalter Thüringen, Fritz Sauckel, entließ ihn 1933 aus dem Staatsdienst.
In der Folge trug seine Leidenschaft für das Schreiben zunehmend zum Lebensunterhalt der Familie bei, die durch die Geburt zweier Söhne und einer Tochter auf fünf Mitglieder angewachsen war. Es entstanden erste Buchprojekte sowie zahlreiche Artikel und Bildbeiträge für Presse und Rundfunk. Durch die Arbeit am Buch: Kampf um das Luftmeer lernte er schließlich Ernst Heinkel kennen. Dieser stellte ihn 1938 in seinem Rostocker Werk ein, wo er im Herbst 1938 die Leitung der Presse- und Propagandaabteilung übernahm. Bald holte ihn jedoch seine politische Vergangenheit ein, und auch Ernst Heinkels Versuche ihn zu halten fruchteten nicht. Paul Kettel musste die Heinkel-Werke verlassen. Er fand ein neues Betätigungsfeld in der Werbeabteilung der Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine (GEG) Hamburg als Leiter der Abteilung GEG-Nachrichtendienst. 1945 gründete er die Kettelwerbung GmbH, der er später den M. u. K.-Verlag für Marketing GmbH anschloss. Für den entscheidenden Beitrag zum Aufbau der „Hamburger Werbefachschule“ wurde ihm am 10. November 1961 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
| Personendaten | |
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| NAME | Kettel, Walter Paul |
| ALTERNATIVNAMEN | Kettel, Walter Otto Paul (Geburtsname); Hornschu, Paul Karl (Pseudonym); Kettel, Paul; Kettel, W. O. Paul Kettel; Walter O. Paul Kettel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Publizist und Verfasser zahlreicher Kinder-, Heimat- und Fachbücher |
| GEBURTSDATUM | 5. März 1899 |
| GEBURTSORT | Weimar |
| STERBEDATUM | 4. Januar 1977 |
| STERBEORT | Hamburg-Volksdorf |