Paul Mathey

Paul Mathey: Félicien Rops in seinem Atelier (Félicien Rops dans son atelier), 1888, Öl auf Leinwand, 146,5 × 116 cm, Musée national du château de Versailles

Paul Victor Mathey (* 14. November 1844 in Paris; † 24. November 1929 ebenda) war ein französischer Porträt-, Landschafts-, Tier- und Marinemaler, Zeichner und Radierer. Zudem war er als Sammler und Experte für Druckgrafik tätig.

Leben

Paul Mathey wurde als Sohn des Pierre Mathey in Paris geboren. Laut der Bibliothèque nationale de France war sein Vater Restaurator. Mathey war Schüler von Léon Cogniet, Isidore Pils, Alexis-Joseph Mazerolle und Léon Louis Oury. Sein Sohn Jacques Mathey (1883–1973) wurde ebenfalls Maler. 1868 stellte Paul Mathey erstmals ein Werk beim Salon der Académie royale de peinture et de sculpture aus: eine Szene aus Goethes Faust (Méphistophélès et l’écolier, Öl auf Leinwand). Danach war er regelmäßig vertreten. 1876 erhielt er eine Medaille 3. Klasse, 1885 eine Medaille 2. Klasse und 1889 eine Goldmedaille bei der Weltausstellung. Im selben Jahr wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Während der Belagerung von Paris 1870/71 gehörte er der Nationalgarde an.

In den 1870er Jahren arbeitete er als Theaterdekorateur und war an der Ausgestaltung des Casinos in Ostende beteiligt. In den 1880er Jahren wirkte er an den beiden Panoramen von Édouard Detaille und Alphonse de Neuville mit, welche die Schlachten von Champigny und Rézonville darstellten. Seit der Gründung im Jahr 1890 war er Mitglied der Société nationale des beaux-arts und regelmäßig in deren Salons vertreten. Über die Besuche im Salon von Marguerite de Saint-Marceaux knüpfte er Kontakte zu zahlreichen Künstlern, Musikern und Schriftstellern.

Seit den 1880er Jahren sammelte er Zeichnungen, unter anderem von Jacques-Louis David und Jean-Auguste-Dominique Ingres, Druckgrafik, unter anderem von Rembrandt, und Medaillen. Seine Sammlung wurde am 9. April und am 28. November 1924 versteigert. Er war als Experte für Druckgrafik bei zahlreichen Versteigerungen tätig und beteiligte sich an der Ausstellung zum zeichnerischen und druckgrafischen Werk Rembrandts in der Bibliothèque nationale im Jahr 1908. Sein Sammlerstempel ist im Verzeichnis der Sammlermarken für Zeichnungen und Druckgrafik von Frits Lugt verzeichnet. Paul Mathey starb 1929 im Alter von 85 Jahren in Paris. Im Jahr darauf richtete die Société nationale des beaux-arts eine Retrospektive für ihn aus.

Werk

Malerei

Paul Mathey: Porträt von Loÿs Delteil, um 1900, Öl auf Leinwand, 120,7 × 74,9 cm, Petit Palais, Musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris

Paul Mathey ist vor allem als Porträtmaler bekannt. Neben Familienmitgliedern porträtierte er Angehörige befreundeter Familien und insbesondere Künstlerfreunde. Zu den Bildnissen innerhalb der Familie zählen:

Porträts von Künstlerfreunden und weiteren Personen sind:

Daneben entstanden Genre- und Landschaftsdarstellungen auf Papier und Leinwand, bei denen er eine Vorliebe für nordfranzösische Küstenorte zeigte, wie Un pré-baie de Concarneau (Öl auf Leinwand, undatiert, Musée d’art moderne André Malraux, Le Havre) und Bord de mer (Pastell auf Velinpapier, undatiert, Musée d’art, histoire et archéologie d’Évreux). Hinzu kommen einige Gemälde mit religiösen Bildthemen. Bekannt ist Les Pèlerins d’Emmaüs (Öl auf Leinwand, um 1880, Pfarrkirche Saint-Germain, Boissise-la-Bertrand), das im Salon von 1880 wegen seiner unkonventionellen Darstellungsweise umstritten war.

Werke (Auswahl)

Zeichnungen und Druckgrafik

Paul Mathey war zeitlebens als Zeichner aktiv und hinterließ zahlreiche Zeichnungen und Zeichenbücher. In den späten 1880er Jahren wandte er sich der Druckgrafik zu. Laut Angaben der Bibliothèque nationale de France begann er um 1890 zu radieren und nutzte dabei Maxime Lalannes Traité de la gravure à l’eau-forte als Anleitung. Seine erste Platte war das Porträt seines Vaters, das auf einer etwa zehn Jahre zuvor entstandenen Zeichnung basierte. Die Radierungen fertigte er zunächst zum Zeitvertreib an und verkaufte sie nicht. Er porträtierte Künstlerfreunde, darunter den Lithografen Paul Renouard (um 1900, Bibliothèque nationale de France), verschenkte Blätter an Sammler oder veröffentlichte sie vereinzelt. Zu den Veröffentlichungen zählen Pêcheuse de crevettes im von Veuve A. Cadart herausgegebenen Band L’eau-forte (Paris 1881) sowie das Porträt des Komponisten Édouard Lalo auf dem Titelblatt der Revue illustrée vom 15. September 1890. Nach der Versteigerung der Sammlung Beurdeley im Jahr 1921 stieg die Nachfrage nach Matheys Radierungen auf dem Kunstmarkt.

Werke in Sammlungen (Auswahl)

Arbeiten Paul Matheys befinden sich unter anderem in Arras, Brest, Dieppe, Dijon, Évreux, Hazebrouck, Le Havre, London (Royal College of Music), Oxford (Ashmolean Museum), Paris (Bibliothèque des Arts Décoratifs, Bibliothèque nationale, École nationale supérieure des beaux-arts de Paris, Louvre, Musée d’Orsay), Versailles und Washington, D.C. (National Gallery of Art).

Literatur

Commons: Paul Mathey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Gabriela Reuß-Bußmann: Mathey, Paul (Paul Victor). In: Saur (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 87. München/Leipzig 2015, S. . Band 87,, München/Leipzig 2015, S. 532.
Personendaten
NAME Mathey, Paul
ALTERNATIVNAMEN Mathey, Paul Victor
KURZBESCHREIBUNG französischer Maler, Zeichner und Radierer
GEBURTSDATUM 14. November 1844
GEBURTSORT Paris
STERBEDATUM 24. November 1929
STERBEORT Paris