Paul Paschen

Paul Paschen (* 13. Mai 1876 in Kiel; † 26. Februar 1961 in Hannover) war ein deutscher Schauspieler und „Stimmheiler“.

Leben

Werdegang

Paul Paschen wechselte nach einem Maschinenbaustudium in Darmstadt und Hannover, das er wahrscheinlich vorzeitig abbrach, im Jahre 1901 an die Bühne in Zwickau und wurde Schauspieler. Weitere Engagements hatte er an Bühnen in Berlin, Hannover und bis 1922 am Großherzoglichen Hoftheater in Karlsruhe. 1913 spielte er in dem Stummfilm Schuldig den Staatsanwalt und im Stummfilmdrama Ultimo einen Bösewicht.

Nach 1922 beendete er die Schauspielerei und führte ein „Stimmheilinstitut“ zuerst in Karlsruhe und dann in Hannover. Über das Thema der Stimmheilung veröffentlichte er drei Bücher. In Hannover unterrichtete er auch als Lektor für Sprecherziehung an der Hochschule bis 1945. Dort unterrichtete und forschte auch sein Großcousin, der Physiker Friedrich Paschen. Nach der Verurteilung und der Hinrichtung seines Bruders Günther durch die Nationalsozialisten am 8. November 1943 wurde er auf Lebenszeit von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen. Nach Kriegsende bewarb er sich erneut an der Hochschule Hannover für eine Lektorenstelle im Bereich Sprecherziehung. Durch den stellvertretenden Rektor der Technischen Hochschule Hannover wurde ihm darauf Folgendes schriftlich mitgeteilt: „Im Namen des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Hannover entlasse ich Sie auf Anordnung der Militär-Regierung aus Ihrer Stelle als Lektor an der Technischen Hochschule Hannover mit Wirkung vom 21. Juli 1945. Sie dürfen unter keinen Umständen von der Technischen Hochschule, einer anderen Erziehungsbehörde oder einem anderen Erziehungsinstitut ohne ausdrückliche Genehmigung der Militär-Regierung wieder angestellt werden. Falls Sie gegen diese Entscheidung Berufung einzulegen wünschen, haben Sie dies möglichst bald bei mir zu tun. Dem deutschen Text der Eingabe, die möglichst knapp gehalten sein soll, ist eine englische Übersetzung beizufügen.“

Er reichte keine Berufung ein, akzeptierte somit die Entscheidung und betrieb sein „Stimmheilinstitut“ weiter bis zu seinem Tod.

Familie

Am 11. Juli 1903 heiratete er die königliche Schauspielerin Olga Edelmann (1880–1952) in Berlin, von der er sich 1922 scheiden ließ. Aus dieser Ehe stammten drei Kinder: Tochter Ingrid (1904–1984), der Sohn Paul Friedrich (1916–1918) und der zweitgeborene Sohn Heinrich Paschen (1918–2009).

Filmografie

Einzelnachweise

  1. ↑ Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (Hrsg.): Neuer Theater-Almanach. Ausgabe 1901. F.A. Günther & Sohn, Berlin, S. 569.
  2. ↑ Holger Michels: Ein Mainzer Unternehmen schreibt Mainzer Stadtgeschichte. 1. Auflage. mybuchdruck.de, Rosbach v.d.H. 2025, ISBN 978-3-00-085087-5, S. 176.
  3. ↑ Archiv der Technischen Hochschule Hannover, Personalakte.
  4. ↑ Holger Michels: Ein Mainzer Unternehmen schreibt Mainzer Stadtgeschichte. 1. Auflage. mybuchdruck.de, Rosbach v.d.H. 2025, ISBN 978-3-00-085087-5, S. 162.
Personendaten
NAME Paschen, Paul
KURZBESCHREIBUNG deutscher Schauspieler und „Stimmheiler“
GEBURTSDATUM 13. Mai 1876
GEBURTSORT Kiel
STERBEDATUM 26. Februar 1961
STERBEORT Hannover