Paul Poet

Paul Poet (* 3. Oktober 1971 in Abqaiq, Saudi-Arabien) ist ein österreichischer Regisseur und Drehbuchautor.

Paul Poet an den Solothurner Filmtagen 2025

Leben

Von 1991 bis 1999 studierte Poet Philosophie sowie Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien. Nachdem Poet unter anderem als Veranstalter, Promoter, DJ, Kritiker und Sänger der Hardcore-Band No Fish on Friday tätig war, wandte er sich 1996 der Filmregie zu.

Sein Regie-Debüt war der Kurzfilm Hoch Zeit. Es folgten zahlreiche Musikvideos und Fernsehbeiträge. Nach einigen Internetprojekten wie der Leitung des ersten europäischen Online-Filmfestivals, stellte er 2002 seinen ersten Langfilm Ausländer raus! Schlingensiefs Container fertig, der eine Aktion von Christoph Schlingensief dokumentiert, die im Rahmen der Wiener Festwochen im Jahr 2000 stattfand. 2013 wurde Ausländer raus! Schlingensiefs Container im Filmprogramm der 13. Istanbul-Biennale gezeigt. Im Mai 2014 präsentierte Poet den Film im Museum of Modern Art in New York im Rahmen einer Filmreihe zu Christoph Schlingensief.

2015 drehte Poet den Dokumentarfilm My Talk With Florence über Florence Burnier-Bauer und ihre Erfahrungen von Missbrauch und Erniedrigung in der Aktionsanalytische Organisation am Friedrichshof, der Kommune Otto Muehls.

In seinem Dokumentarfilm Der Soldat Monika (2024) porträtierte Poet die ehemalige Soldatin und trans Aktivistin Monika Donner, die auch (neu-)rechte Positionen vertritt. Der Film verbindet dokumentarische Aufnahmen mit Spielszenen, unter anderem mit Maria Hofstätter, Mateja Meded und Philipp Hochmair.

2026 führte Poet gemeinsam mit Lukas Sturm Regie bei der ORF-Dokumentation Das Wunderteam über die österreichische Fußballnationalmannschaft der frühen 1930er Jahre. Außerdem schrieb er das Drehbuch für die begleitende 24-teilige fiktionale Instagram-Serie.

Neben seiner Regietätigkeit arbeitet Poet als Filmkurator. Für die Diagonale und das Filmarchiv Austria initiierte und kuratierte er die Filmreihe Shooting Women – Weibliche Pioniere des österreichischen Films. Gemeinsam mit Markus Keuschnigg kuratierte er 2013 die Reihe Austrian Pulp bei der Diagonale. 2015 folgte die von ihm allein kuratierte Schau Aus Fleisch und Blut – Austrian Pulp: Genre-Kino aus Wien und Anderswo, eine Kooperation von Viennale und Filmarchiv Austria.

Seit 2023 gehört Poet dem Vorstand des Verbands Filmregie Österreich an. 2025 wurde er als Vertreter des Bereichs Kunst und Kultur in den ORF-Publikumsrat bestellt.

Filmografie

Auszeichnungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Paul Poet | filmportal.de. Abgerufen am 24. Oktober 2026.
  2. ↑ Paul Poet. Abgerufen am 29. September 2026 (englisch).
  3. ↑ www.critic.de: Diagonale 2013: Austrian Pulp meets Institut Schamlos. 22. März 2013, abgerufen am 29. September 2026.
  4. ↑ Benjamin Moldenhauer: Christoph Schlingensief: Der Asylbewerber-Container in Wien. In: Der Spiegel. 28. Dezember 2015, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 29. September 2026]).
  5. ↑ Beyazperde: Festivalde 13. İstanbul Bienali Film Programı. 4. April 2013, abgerufen am 24. Oktober 2026 (türkisch).
  6. ↑ Ausländer raus! Schlingensiefs Container (Foreigners Out! Schlingensief’s Container). 2001. Directed by Paul Poet | MoMA. Abgerufen am 24. Oktober 2026.
  7. ↑ oe1.orf.at: Paul Poets Doku "My Talk with Florence". Abgerufen am 29. September 2026.
  8. ↑ "My Talk with Florence": Eintreten in den dritten Kreis der Hölle. Abgerufen am 29. September 2026 (österreichisches Deutsch).
  9. ↑ stefan.grissemann: Rezension: Paul Poets rauer Bekenntnisfilm "My Talk with Florence". 23. Januar 2016, abgerufen am 26. Oktober 2026.
  10. ↑ Der Soldat Monika. In: Diagonale. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
  11. ↑ Auf eine Melange mit dem „Wunderteam“: Pressegespräch zum ORF-Multiplattform-Storyprojekt für Instagram, ORF ON und ORF 1. Abgerufen am 24. Oktober 2026.
  12. ↑ Im Vorfeld der Fußball-WM: ORF-Projekt eröffnet völlig neuen Blick auf Österreichs legendäres „Wunderteam“. Abgerufen am 24. Oktober 2026.
  13. ↑ Cinema in Transition. In: Diagonale 2016. 2016, S. 23 (diagonale.at [PDF]).
  14. ↑ Nina Linkel: Diagonale 2013: Austrian Pulp meets Institut Schamlos. In: critic.de. 22. März 2013, abgerufen am 25. Oktober 2026.
  15. ↑ Ultimate Retrospective of Austrian Pulp Cinema. In: Viennale. 26. September 2015, abgerufen am 25. Oktober 2026 (englisch).
  16. ↑ Verband Filmregie Österreich: Über uns. Abgerufen am 24. Oktober 2026.
  17. ↑ Paul Poet Drehbuchautor*in. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
  18. ↑ Regierung bestellt neue ORF-Stiftungsräte. In: ORF.at. 13. Mai 2025, abgerufen am 25. Oktober 2026.
  19. ↑ Anna Bitter: Foreigners out! Schlingensief’s Container. 10. Februar 2020, abgerufen am 29. September 2026 (englisch).
  20. ↑ Palme d'or, Best European Film... Abgerufen am 29. September 2026.
  21. ↑ constanza: “Empire Me” wins Special Jury Award at the Worldfest Houston – beetz brothers film production. Abgerufen am 25. Oktober 2026 (amerikanisches Englisch).
  22. ↑ Spring 2016 | Sydney World Film Festival. Abgerufen am 25. Oktober 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Poet, Paul
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Filmemacher und Journalist
GEBURTSDATUM 3. Oktober 1971
GEBURTSORT Abqaiq, Saudi-Arabien