Paul Pott

Werbeanzeige Paul Potts aus 1913 mit seiner eigenen Villa Am Südpark 35

Paul Amandus Pott (* 17. Juni 1882 in Köln; † 31. Januar 1966 in Köln-Marienburg) war ein deutscher Architekt.

Leben

Paul Pott war der Sohn des Kölner Architekten Jean Vincenz Pott (* 7. Oktober 1853 in Köln; † 30. Oktober 1910 ebenda) und der Babette, geb. Krahn. Nach dem Abschluss an der Oberrealschule in der Kölner Humboldtstraße besuchte er zunächst die Baugewerkschule seiner Heimatstadt, die er mit Ablegung der Prüfung zum Wintersemester 1901 verließ. In der Folge wechselte er an die TH München, wo insbesondere Carl Hocheder einer seiner Professoren war. Dort lernte er auch Paul Schultze-Naumburg kennen, der ihn sowohl theoretisch als auch in seinem Werk besonders nachhaltig beeinflusste. Nach Köln zurückgekehrt, sollte der, in dem Villenvorort Marienburg lebende amerikanische Zahnarzt Hervey Cotton Merrill (1862–1953), eine weitere Schlüsselrolle in seinem Leben einnehmen. Merrill führte den jungen Paul Pott in die einflussreiche Marienburger Gesellschaft ein und protegierte ihn. Auf dessen Anregung begab sich Pott auch nach England, um dort die neuesten Strömungen des Landhausbaues zu studieren und sich zugleich „für dessen anglo-amerikanische Variante zu interessieren“. Unter Merrills Führung avancierte Paul Pott während der Jahre 1908 bis 1914/1915 zu dem wichtigsten Architekten der Villenkolonie Köln-Marienburg. In dieser Zeit heiratete er in Köln am 19. Oktober 1912 Elisabeth Francis Helen genannt Elsie Francis Merrill (* 26. März 1889 in Köln), eine Tochter seines Mentors. Die Ehe wurde am 2. März 1930 vor dem Landgericht Köln geschieden. Zugleich wurde er Mitglied der Vereinigung für Kunst in Handel und Gewerbe Köln und des Deutschen Werkbundes. Mit der beruflichen Selbstständigkeit seines neun Jahre jüngeren Schwagers Theodor Merrill fielen die Großaufträge für Villen jedoch nach 1914/1915 zunehmend an diesen. 1928 gehörte Pott zu den Gründern des »Blocks Kölner Baukünstler«. Seit den späten 1930er-Jahren und auch in den Kriegsjahren führte Pott Planungsaufträge für die Buderus-Werke aus. Nach Kriegsende war er 1950/1951, und in Gemeinschaft mit Gottfried Böhm – mit dessen Vater Dominikus Böhm er befreundet war – mit der Ausarbeitung zahlreicher Wohnhausbauten für die englische Besatzung befasst. Der Wiederaufbau der Alten Universität (heute Fachhochschule Köln) von 1955 bis 1958 war seine letzte große Bauaufgabe.

„In weiten Bereichen nahezu flächendeckend erhielt Marienburg sein englisches/anglo-amerikanisches Gepräge aber erst, als Dr. Merrill für seine Tochter Elsie Francis den richtigen Ehemann gefunden hatte, den aus einer angesehenen Architekten- und Immobilienmakler-Familie stammenden Architekten Paul Pott. Es ist erstaunlich, wie dieser äußerst kunstsinnige, auch im Deutschen Werkbund engagierte junge Architekt die durch Reisen und Fachliteratur geförderten Anregungen seines Schwiegervaters in beste englische Architektur umzusetzen verstand. … Glanzstücke seines Könnens finden sich in der Parkstraße, wo die 1914/15 erbaute Villa DuMont als weit verzweigte, von mehreren anderen Pott-Villen umgebene Anlage auf sich aufmerksam macht, in der Leyboldstraße, wo die heute vom belgischen Militär genutzte, 1912/13 errichtete Villa Ahn einen ganzen Straßenabschnitt beherrscht, in dem Bereich Pferdmengesstraße/Leyboldstraße/Robert-Heuser-Straße, wo Paul Pott ein großes, allein von ihm gestaltetes Terrain mit seinem Lieblingswerk, der 1912/13 gebauten Villa Deichmann (heute Dr. Bscher) abschloss, oder in der Lindenallee, wo die 1914/15 errichtete Villa Dr. Clouth (heute Freiherr von Oppenheim) den für Marienburg wichtigen englischen Akzent setzt.“

– Der Kunsthistoriker Wolfram Hagspiel (1996) in einer Würdigung Pott's, dem er auch sein zweibändiges Werk zur Architektur des Stadtteils Marienburg widmete.

„Gerade in den wirtschaftlich florierenden Jahren vor dem Ersten Weltkrieg erfüllte Paul Pott in mannigfachen Variationen Träume von englischer Architektur, die im Mutterland dieser Baukunst nicht besser hätten realisiert werden können.“

– Wolfram Hagspiel (2007)

Zahlreiche der von Paul Pott entworfenen und teilweise auch in Eigenregie ausgeführten Bauvorhaben sind erhalten und stehen unter Denkmalschutz. Neben den bereits genannten Mitgliedschaften gehörte er auch über lange Jahre dem BDA an.

Werk

Bauten in Köln

Bauten außerhalb Kölns

Siehe auch

Literatur

Commons: Paul Pott – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Personenstandsarchiv Rheinland, Personenstandsregister, Standesamt Köln Altstadt, Sterbefälle, 1966, Urkunde Nr. 236.
  2. ↑ Herbert M. Schleicher (Bearb.): 80.000 Totenzettel aus Rheinischen Sammlungen. Band III Ko–Po. (Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Sitz Köln, Nr. 42), Köln 1988, S. 95.
  3. Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts.
    1. 1 2 3 S. 917
    2. ↑ XXIV–XXV
    3. ↑ S. 647f
    4. ↑ S. 648–650
    5. ↑ S. 645
    6. ↑ S. 390f
    7. ↑ S. 650–655
    8. ↑ S. 668–670
    9. ↑ S. 307f
    10. ↑ S. 26–28
    11. ↑ S. 676–678
    12. ↑ S. 453–455
    13. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 S. 918
    14. ↑ S. 340–345
    15. ↑ S. 643–645
    16. ↑ S. 603–605
    17. ↑ S. 566–570
    18. ↑ S. 410–415
    19. ↑ S. 602f
    20. ↑ S. 625f
    21. ↑ S. 426
    22. ↑ S. 667f
    23. ↑ S. 7–9
    24. ↑ S. 124f
    25. ↑ S. 208f
    26. ↑ S. 411
    27. ↑ S. 600f
    28. ↑ S. 698–700
    29. ↑ S. 606–611
    30. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 S. 919
    31. ↑ S. 323
    32. ↑ S. 228
    33. ↑ S. 28
    34. ↑ S. 656f
    35. 1 2 S. 321
    36. ↑ S. 730
    37. ↑ S. 320
    38. ↑ S. 512f
    39. ↑ S. 194–196
    40. ↑ S. 442f
    41. ↑ S. 668
    42. ↑ S. 23
    43. ↑ S. 24
    44. ↑ S. 24f
    45. ↑ S. 129
    46. ↑ S. 640
    47. ↑ S. 641
    48. ↑ S. 315–317
    49. ↑ S. 294
    50. ↑ XXV und 919
    51. 1 2 3 4 S. 920
  4. ↑ 50 Jahre staatliche Baugewerkschule in Köln am Rhein 1879–1929. Festschrift, Köln 1929, S. 19, Nr. 765.
  5. ↑ Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Personenstandsarchiv Rheinland, Personenstandsregister, Standesamt Köln IV, Heiraten, 1912, Urkunde Nr. 463.
  6. Wolfram Hagspiel: Marienburg. Ein Kölner Villenviertel und seine architektonische Entwicklung.
    1. ↑ S. 48
    2. ↑ S. 58–61
    3. ↑ S. 63–72
    4. ↑ S. 131, 133
    5. ↑ S. 72f
    6. ↑ S. 76f
    7. ↑ S. 73–76
  7. Wolfram Hagspiel: Villen im Kölner Süden. Rodenkirchen, Sürth, Weiss und Hahnwald.
    1. 1 2 S. 27
    2. ↑ S. 132f
  8. 1 2 Wolfram Hagspiel: Bauten und Architekten in Braunsfeld von 1900 bis zur Gegenwart.
Personendaten
NAME Pott, Paul
ALTERNATIVNAMEN Pott, Paul Amandus (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt
GEBURTSDATUM 17. Juni 1882
GEBURTSORT Köln
STERBEDATUM 31. Januar 1966
STERBEORT Köln-Marienburg