Paul Sterian

Paul Sterian (1939)

Paul Sterian (* 1. Mai 1904 in Bukarest; † 14. September 1984) war ein rumänischer Ökonom, Journalist und Schriftsteller.

Leben

Sterian war der Sohn des Arztes und Publizisten Eraclie Sterian. Er studierte in Paris Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und promovierte 1928 mit der Arbeit La Roumanie et la réparation des dommages de guerre. Er schrieb danach Beiträge für die Zeitschriften Gândirea, Convorbiri literare und Curentul und war ab 1929 Redakteur bei Nae Ionescus Zeitung Cuvântul. 1931 gehörte er zu den Unterzeichnern des Manifests Poezia agresivă sau poetul reportaj in der literarischen Avantgardezeitschrift unu.

1932 gehörte er zu den Gründern der kulturellen und intellektuellen Diskussionsvereinigung Criterion, der Intellektuelle und Künstler wie Mircea Eliade, Mihail Sebastian, Eugène Ionesco, Camil Petrescu und Marietta Sadova angehörten. Er veröffentlichte eine Reihe von Broschüren (Al Sfintei Cuvioase Paraschiva cea Nouă Acatist, 1931; Pregătiri pentru călătoria din urmă, 1932; Poeme arabe. Versuri din O mie de nopți și una, 1933), beteiligte sich an den soziologischen Dorfstudien Dimitrie Gustis und drehte mit Nicolae Argintescu-Amza den Film Drăguș.

Als Ökonom leitete Sterian die Zeitschrift Index und schrieb Beiträge für die Zeitungen Prezentul und Voința. Er arbeitete für die Forschungsabteilung des rumänischen Finanzministeriums, war Verwalter des rumänischen Pavillons bei der Weltfachausstellung Paris 1937 und 1938 Wirtschaftsberater und Leiter der rumänischen Gesandtschaft in Washington.

Während des Zweiten Weltkrieges bekleidete Sterian verschiedene Ämter im Wirtschafts-, Finanz- und Außenministerium. 1942 erschien sein Gedichtband Mînăstiri bucureștene mit eigenen Heliogravüren. Sein Werk Războiul nevăzut. Vieața de îndumnezeire a sfîntului părintelui nostru Paisie cel Mare, eine dem Leben und Wirken des Heiligen Pischoi gewidmete literarische Hagiographie, erschien 1944.

Nach dem Krieg leitete er das Unternehmen Textila Română bis zu dessen Verstaatlichung. Danach arbeitete er u. a. als Tagelöhner, Buchhalter, Kreditprüfer, Verkäufer in einem Lebensmittelgeschäft, Leiter der Abteilung für Auslandsbeziehungen beim Komponistenverband sowie als Statistiker am Institut für Geriatrie. In den späten 1950er Jahren wurde er wegen seiner Verbindung zur seit 1948 verbotenen Gruppe Rugul Aprins (Der brennende Dornbusch) verhaftet und im Gefängnis von Aiud inhaftiert. Nach seiner Amnestierung Anfang der 1960er Jahre veröffentlichte er gelegentlich Chroniken, Essays, Kommentare und Artikel in Zeitschriften wie Steaua, Viața românească und Luceafărul. Sterian war mit der Malerin Margareta Sterian und später mit der Schauspielerin Sanda Dorobanțu verheiratet. Ihr ist seine unveröffentlichte Gedichtsammlung Arta iubirii gewidmet.

Commons: Paul Sterian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Paul Sterian bei IMDb
  2. ↑ Dragus (1929), Video bei archive.org, abgerufen am 18. Oktober 2026.