Paul Joseph Thol (* 10. Januar 1887 in Magdeburg; † 3. August 1956 in Lüdenscheid) war ein deutscher Maler und Restaurator.
Paul Thol war der Sohn des Magdeburger Kaufmanns (Viktualienhändlers) Joseph Thol und dessen Frau Elisabeth, geb. Hahn. Von 1901 bis 1904 machte er eine Lehre als Dekorationsmaler und parallel bis 1905 erste Studien an der Kunstgewerbeschule Magdeburg. Unterbrochen von einem zweijährigen Militärdienst, folgte 1908 der Umzug nach Berlin, eine praktische Arbeit als Dekorationsmaler und von 1909 bis 1912 ein weiteres Studium an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin bei Franz Seck und Max Kutschmann. Hier war er bereits ab 1910 ein Meisterschüler bei Kutschmann. Durch dessen Protektion wurde er an der Schule Lehrer für die Dekorationsmaler und Denkmalpfleger.
Im Ersten Weltkrieg wurde Paul Thol 1916 eingezogen, sein Dienst war der eines Künstlerischen Beirates bei einer Kriegsgräber-Inspektion des preußischen Kriegsministeriums. Nach der 1918 erfolgten Entlassung aus der Armee war er wieder als Dekorationsmaler tätig, wurde dann Honorarlehrer an der Kunstgewerbeschule. Er war Mitarbeiter von Max Kutschmann an zahlreichen, meist kirchlichen Bauten und in verschiedensten Kunsthandwerksbereichen.
Thol trat zum 1. Dezember 1931 der NSDAP bei. Im Oktober 1933 erfolgte seine Berufung als außerordentlicher Professor an die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst und im März 1939 wurde er ordentlicher Professor. Neben der Leitung der Denkmalsklasse und der für dekorative Malerei oblag ihm auch die Leitung der Werkstatt für Denkmalpflege. Er war Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste in Berlin.
Während des Zweiten Weltkrieges war Paul Thol ab 1943 als „Reichskunstwart in der kirchlichen Denkmalpflege“ nach dem Einsetzen der alliierten Bombenangriffe der Koordinator der Schutzmaßnahmen. Er entschied über die Auslagerung der Kunstwerke aus den Kirchen. Seinem Parteiaustritt im Jahre 1944 folgte der Verlust seiner Staatsanstellung und Sonderbefugnisse.
Seine Nähe zum Nationalsozialismus verhinderte nach dem Krieg die Rückkehr in den Schuldienst, er widmete sich dem Wiederaufbau von Kirchen in Brandenburg, so wurden von ihm etwa mehrere Glasfenster für St. Peter und Paul (Brandenburg an der Havel) gestaltet. Ab 1948 verlegte Thol seinen Wohnsitz nach Gelsenkirchen. Hier war er beim Wiederaufbau der Städte Gelsenkirchen und Hagen leitend tätig, wie auch bei den Kirchen in Gladbeck, Lüdenscheid oder Eisbergen. Paul Thol verstarb, während er in einer Lüdenscheider Kirche Ausmalungsarbeiten ausführte.
Familie
Paul Thol war seit 1913 verheiratet mit Agnes Wiegand aus Linse (Weser). Dem Paar wurden drei Kinder geboren, die Söhne Martin (geb. 1914) und Hans (geb. 1919) und die Tochter Maria (geb. 1916).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Thol, Paul |
| ALTERNATIVNAMEN | Thol, Paul Joseph (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler und Restaurator |
| GEBURTSDATUM | 10. Januar 1887 |
| GEBURTSORT | Magdeburg |
| STERBEDATUM | 3. August 1956 |
| STERBEORT | Lüdenscheid |