Paula Pinto

Paula Ferreira Pinto (* 10. Mai 1957 in Oxford, Vereinigtes Königreich; † 13. Juli 2026 in Dili, Osttimor) war eine portugiesische Osttimor-Aktivistin.

Werdegang

Pintos Vater promovierte in England, als Paula Pinto geboren wurde. Die Familie pendelte zwischen Großbritannien und Portugal.

Ab Ende der 1970er Jahre engagierte Pinto sich für die seit 1975 von Indonesien besetzte ehemalige portugiesische Kolonie. Eng arbeitete sie mit dem osttimoresischen Politiker und Diplomaten Roque Rodrigues zusammen, der bei den PALOP um Unterstützung für Osttimor warb. Ab dem 3. Juli 1995 war Pinto mit ihm bis zu ihrem Tode offiziell liiert.

Ab dem 12. Februar 1999 war sie die erste Frau, die das Büro für den osttimoresischen Unabhängigkeitsführer Xanana Gusmão in Salemba (Jakarta) betrieb und ein großes Unterstützungsnetzwerk in Indonesien schuf. Gusmão war zwei Tage zuvor aus dem indonesischen Gefängnis Cipinang in den Hausarrest verlegt worden. Zu Pinto gesellten sich ab März die Australierin Kirsty Sword (die spätere Ehefrau von Gusmão) und ab April die Französin Natacha Meden. Zusammen nannte man sie scherzhaft die drei Engel für Charlie. Weitere Mitarbeiter waren später die Osttimoresen João Câmara und Lúcia Lobato, die als Verbindung zur FALINTIL, dem bewaffneten Arm des timoresischen Widerstands, fungierte. Auch bei der geheimgehaltenen Reise von Gusmão nach Darwin, nach dem Unabhängigkeitsreferendum am 30. August 1999, spielte Pinto eine entscheidende Rolle. Nach der Entlassung Osttimors in die Unabhängigkeit 2002 blieb Pinto als Beraterin von Staatspräsident Gusmão im Land.

Pinto starb 2026 im Alter von 69 Jahren an einer Lungenentzündung im Hospital Nacional Guido Valadares. Sie wurde noch am Todestag auf dem Friedhof von Becusi in Osttimors Hauptstadt Dili beigesetzt. An der Beerdigung mit militärischen Ehren nahmen unter anderem Staatspräsident José Ramos-Horta, der ehemalige Präsident Taur Matan Ruak, der Oberbefehlshaber der Streitkräfte Falur Rate Laek, der Generalsekretär der FRETILIN Marí Alkatiri sowie Parlamentsmitglieder, Diplomaten und Bürger verschiedener Länder teil. Auch die portugiesische Botschaft kondolierte.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Isaura Lemos de Deus: Embaixada de Portugal em Díli lamenta morte de Paula Ferreira Pinto. TATOLI Agência Noticiosa de Timor-Leste, 13. Juli 2026, abgerufen am 13. Juli 2026 (portugiesisch).
  2. 1 2 3 4 5 Paula Pinto é sepultada em Díli e recordada pelo seu compromisso com a justiça. Rafa FM, 13. Juli 2026, abgerufen am 13. Juli 2026 (portugiesisch).
  3. ↑ Ramos-Horta endereça condolências a Roque Rodrigues pela morte de Paula Pinto. Rafa FM, 13. Juli 2026, abgerufen am 13. Juli 2026 (portugiesisch).
  4. ↑ António Sampaio: A primeira dos “Anjos de Charlie” chegou a Jacarta há 20 anos para apoiar o preso Xanana Gusmão, 12. Februar 2019, abgerufen am 13. Juli 2026.
  5. 1 2 3 Filomeno Martins: President Ramos-Horta honors Paula Pinto: A "Silent Pillar" of the Timorese struggle. TATOLI Agência Noticiosa de Timor-Leste, 14. Juli 2026, abgerufen am 14. Juli 2026 (englisch).
  6. ↑ Governu hato’o laran-susar boot ba falesimentu Dra. Paula Pinto « Governu Timor-Leste ». Regierung Osttimors, 13. Juli 2026, abgerufen am 14. Juli 2026 (Tetum).
  7. ↑ Morreu Paula Pinto, uma das militantes de longa data da luta pela autodeterminação timorense. Rafa FM, 13. Juli 2026, abgerufen am 13. Juli 2026 (europäisches Portugiesisch).
Personendaten
NAME Pinto, Paula
ALTERNATIVNAMEN Pinto, Paula Ferreira
KURZBESCHREIBUNG osttimoresische Unabhängigkeitsaktivistin
GEBURTSDATUM 10. Mai 1957
GEBURTSORT Oxford, Vereinigtes Königreich
STERBEDATUM 13. Juli 2026
STERBEORT Dili, Osttimor