Pecha Kucha

Pecha Kucha (sprich: petscha-kutscha, IPA: ​[⁠pe̞t͡ɕa̠kɯ̟ᵝt͡ɕa̠⁠]​, Bedeutung „dauernd quatschend“), auch: Petscha-Kutscha, ist ein Präsentationsformat, bei dem zu einem mündlichen Vortrag passende Bilder oder Folien in einem festen zeitlichen Raster projiziert werden. Das Standardformat umfasst 20 Bilder, die jeweils 20 Sekunden sichtbar sind („20×20-Format“). Die Methode soll klare, konzentrierte und kurzweilige Präsentationen fördern und langatmige Vorträge („Death by PowerPoint“) vermeiden.

Geschichte

Das Format wurde im Februar 2003 in Tokio von den Architekten Astrid Klein und Mark Dytham (Klein-Dytham Architecture) entwickelt. Ursprünglich diente es der Strukturierung von Präsentationen innerhalb der Design- und Kreativszene, verbreitete sich jedoch rasch in weitere Anwendungsfelder.

Seit den 2010er-Jahren wird Pecha Kucha verstärkt im Museums- und Bildungsbereich, in Innovationslaboren und im unternehmerischen Kontext eingesetzt. In Deutschland fand das Format ab 2012 u. a. im Stadtmuseum Berlin Anwendung.

Verbreitung und Pecha-Kucha-Nights

Unter dem Namen Pecha–Kucha–Nights finden weltweit Veranstaltungen statt, in denen zwischen acht und vierzehn Präsentationen im standardisierten Zeitformat gehalten werden. Die Gesamtdauer eines Veranstaltungsabends beträgt, abhängig von der Anzahl der Vorträge, meist rund 60 bis 80 Minuten.

Das Pecha Kucha Network organisiert Veranstaltungen in hunderten Städten weltweit, seit 2004 finden entsprechende Veranstaltungen auch in Europa statt. Auch in Deutschland existieren Veranstaltungsreihen in verschiedenen Städten. In Deutschland und Österreich ist Pecha Kucha eine eingetragene Wortmarke.

Pädagogische Rezeption und Kritik

Pecha Kucha wird in der Hochschullehre, in Workshops und in der didaktischen Forschung zunehmend untersucht. Pädagogische Studien betonen u. a.:

Kritikpunkte betreffen vor allem:

Wissenschaftlich wird Pecha Kucha dem Bereich der multimedialen Präsentationsformen und der formatbasierten Vortragstechniken zugeordnet. Es gilt als Beispiel für konvergent-digitalisierte Kommunikationsformate, die Effizienz und Struktur in Vortragssettings betonen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ ぺちゃくちゃ. In: Wadoku. Abgerufen am 20. Februar 2020.
  2. ↑ BERLINmacher: 775 Berliner – ein Netzwerk, Sonderausstellung zum Stadtjubiläum. Stiftung Stadtmuseum Berlin, 30. Juli 2015, abgerufen am 16. März 2018.
  3. 1 2 PechaKucha 20x20: Browse all 1052 Cities. In: pechakucha.org. Abgerufen am 16. März 2018 (englisch).
  4. ↑ Registerauskunft Registernummer: 302014062216. DPMA, 19. November 2019, abgerufen am 5. Februar 2020.
  5. ↑ Markendetails 1311690. Österreichisches Patentamt, 21. April 2016, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 5. Februar 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  6. 1 2 Germo Zimmermann: Pecha Kucha als Methode des reflexiven Lernens: eine qualitative Studie zu Chancen und Grenzen eines Präsentationsformats im Praxissemester der Sozialen Arbeit, die hochschullehre – Jahrgang 8–2022 (15) vom 29. September 2022, abgerufen am 21. November 2025