| Pectobacterium | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pectobacterium | ||||||||||||
| Waldee 1945 |
Pectobacterium ist eine Gattung von Bakterien in der Klasse Gammaproteobacteria.
Die Zellen der Mitgliedsarten von Pectobacterium sind gerade Stäbchen; ihre Zellenden sind abgerundet. Sie sind meist durch eine peritriche Begeißelung beweglich (motil) und treten einzeln oder in Paaren auf. Die Gram-Färbung verläuft negativ.
Pectobacterium ist fermentativ, der Stoffwechselweg ist die Gärung. Unter anderen werden n-Acetylglucosamin, Fructose, Galactose, Glucose, Mannose und Saccharose unter Säurebildung genutzt. Diese Bakterien sinf fakultativ anaerob, können also mit, aber auch ohne verfügbaren Sauerstoff wachsen. Die optimale Wachstumstemperatur liegt je nach Art zwischen 27 und 30 °C, die maximale Temperatur für Wachstum ist 40 °C. Der Oxidase-Test verläuft negativ, der Katalase-Test positiv.
Innerhalb der Gattung Pectobacterium sind bedeutende Pflanzenschädlinge vertreten. Sie können verschiedene Symptome auslösen, wie z. B. Blattflecken, Welke und Verfärbung des Pflanzengewebes. Die Bakterien bauen innerhalb der Zellwände der Pflanzen das Molekül Pectin ab. Hierzu scheiden sie sogenannte Pektinasen als Enzyme aus.
Pectobacterium carotovorum ist Auslöser der Knollennassfäule bei Blumenkohl und Kartoffeln. Bei letzteren kann es auch die Schwarzbeinigkeit auslösen. Früher wurde die Art als Erwinia carotovora bezeichnet. Die Art Pectobacterium brasiliense kann wie auch P. carotovora Kartoffeln befallen.
Das Risiko von bestimmten Schädlingen (wie Bakterien oder Pilzen) befallen zu werden, kann mit höherer Temperatur und/oder steigender Luftfeuchtigkeit zunehmen. Es kann auch ein Wechsel zwischen Parasiten, die niedrige Temperaturen bevorzugen und Parasiten, die bei hohen Temperaturen besseres Wachstum zeigen, auftreten. Pectobacterium carotovorum bevorzugt Temperaturen unter 25 °C. Die inzwischen als Dickeya chrysanthemi zur nahe verwandten Gattung Dickeya klassifizierte Spezies P. chrysanthemi bevorzugt höhere Temperaturen. Der Klimawandel könnte daher eine temperaturbedingte Verschiebung der Häufigkeit zwischen den beiden Arten bewirken. So würde D. chrysanthemi bei erhöhten Temperaturen P.&nsp;carotovorum verdrängen. Da Bakterienpopulationen in der Regel bei höheren Temperaturen schneller wachsen, bedeutet dies auch eine erhöhte Gefahr für die Wirtspflanzen.
Die Gattung Pectobacterium wird (wie Dickeya) zur Familie Pectobacteriaceae klassifiziert, die im Jahr 2016 neu aufgestellt wurde – früher wurde Pectobacterium den Enterobacteriaceae zugeordnet. Die Typusart P. carotovorum wurde ursprünglich im Jahr 1901 von Jones als „Bacillus carotovorus“ erstbeschrieben. Sie wurde von E. L. Waldee später als Pectobacterium carotovorum zu der Gattung Pectobacterium gestellt.
Die drei Arten Pectobacterium atrosepticum, P. betavasculorum und P. wasabiae stellten zuvor Unterarten von Pectobacterium carotovorum dar, seit 2003 werden sie als eigene Arten geführt. Die früher ebenfalls in der Gattung geführte Art Pectobacterium chrysanthemi wurde 2005 zur neuen Gattung Dickeya gestellt; Pectobacterium cypripedii wurde 2010 zur Gattung Pantoea transferiert.
Es folgt eine Liste einiger Arten nach LPSN (Stand 1. September 2026):