

Ein Pedometer oder ein Schrittzähler ist ein kleines mechanisches oder elektronisches Gerät zum Zählen von Schritten, das der Träger an einem Gürtel oder am Hosenbund befestigt. Bei Tieren wird ein Pedometer meist an den Beinen angebracht.
Als Erfinder der mechanischen Schrittzähler gilt der Schweizer Uhrmacher Abraham-Louis Perrelet. Er baute sein Gerät erstmals 1780. Sie besaßen rechteckige Gehäuse und hatten auf dem Deckel meist vier Zifferblätter, die es möglich machten, bis zu 10.000 Schritte zu zählen.
Moderne Activity Tracker sowie Smartphones enthalten ebenfalls die Funktion „Schrittzähler“.
Die gelaufenen Schritte des Trägers werden gezählt und angezeigt und gegebenenfalls abgespeichert. Da jede passende Bewegung beziehungsweise Erschütterung vom Gerät als Schritt interpretiert wird, können mehr oder weniger leicht Fehlzählungen auftreten. Die Genauigkeit der Zählung ist wegen dieses systematischen Fehlers sehr schwankend.
Moderne Pedometer zeigen auch die Gehdauer und die zurückgelegte Wegstrecke an, wenn vorher die durchschnittliche Schrittlänge bestimmt und eingegeben wird. Stehzeiten werden nicht gezählt und erkannt, sobald ein oder zwei Doppelschritte entfallen. Manche Modelle erlauben auch eine ungefähre Berechnung des Energieumsatzes, wozu das Körpergewicht einzugeben ist.
Die Schrittlänge des Einzelschritts (früher: Schrittweite; englisch: step length, lateinisch: gradus) ist der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bodenkontakten des rechten und linken Fußes. Die Doppelschrittlänge (Schreitlänge; englisch: stride length, lateinisch: passus) ist dagegen der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bodenkontakten desselben Fußes und entspricht der während eines Gangzyklus zurückgelegten Strecke. Damit beträgt die Schrittlänge (Länge eines Schritts etwa 70 Zentimeter beim Erwachsenen) beim symmetrischen Gang die Hälfte der Doppelschrittlänge. Die Doppelschrittlänge entspricht dem vollständigen Gangzyklus und beträgt beim Erwachsenen ungefähr 140 Zentimeter. In der Sagittalebene entspricht die Einzelschrittlänge der Basis eines gleichschenkligen Dreiecks, dessen Schenkel von den Beinen gebildet werden.
Häufig von Wanderern und Sportlern genutzt, gewinnt der Schrittzähler zunehmend auch in Zusammenhang mit gesundheitlicher Prävention an Bedeutung. Neben der Kontrolle des täglichen Bewegungsverhaltens soll er im Bereich der gesundheitlichen Prävention vor allem das Bewusstsein für das eigene Bewegungsverhalten steigern und zu zusätzlicher Bewegung motivieren. Die Effektivität wurde 2014 in einer Studie unter Beweis gestellt, mit dem Ergebnis, dass der Schrittzähler Menschen dazu motivieren kann, sich mehr zu bewegen und dadurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Pro zusätzlichen 2.000 Schritten täglich kann das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um 8 Prozent gesenkt werden.
In der Landwirtschaft wird es bei der Milchviehhaltung eingesetzt, um über die gemessene Schrittzahl Rückschlüsse auf die Aktivität der Tiere ziehen zu können und damit zusätzliche Informationen über den Brunstzyklus der Tiere zu bekommen. Der Pedometer wird dafür oberhalb der Klaue angebunden.
Zum Beispiel bei einer Kuh mit Pedometer am linken Hinterbein (→ Abbildung) passiert Folgendes. Er zählt links hinten → links hinten → links hinten. Das entspricht dem, was wir beim Menschen als Schrittzyklus beziehungsweise als Doppelschritt desselben Beins bezeichnen würden. Beim regelmäßigen Vierfüßlergang macht die Kuh zwischen zwei gezählten Bewegungen dieses einen Hinterbeins auch Bewegungen mit den anderen drei Gliedmaßen. Ein Zähler am linken Hinterbein zeigt daher nicht die Gesamtzahl aller Hufauftritte an. Theoretisch wird so bei einem regelmäßigen Vierfüßlergang nur ein Viertel aller Hufauftritte gezählt.
Bereits im Heer Alexanders des Großen wurden sogenannte Bematisten eingesetzt, die zurückgelegte Entfernungen durch Abschreiten und Zählen der Schritte bestimmten. Ob sie dabei zusätzlich mechanische Wegmesser verwendeten, ist nicht belegt.
Forschungsreisende der vorigen Jahrhunderte mussten in der Wildnis immer ihren ungefähren Standort kennen, um das Lager wiederzufinden. Dazu mussten die Himmelsrichtung und die zurückgelegte Schrittzahl notiert werden.
Ein erhaltener mechanischer Schrittzähler wurde um 1600 von Jacob Ramminger hergestellt. Das heute im National Museum of American History der Smithsonian Institution befindliche Gerät zählte die Schritte seines Trägers mechanisch und zeigte daraus abgeleitete Wegstrecken an.
Abraham-Louis Perrelet wird die Konstruktion eines Schrittzählers im 18. Jahrhundert zugeschrieben.
Die üblichen Schrittzähler zählen heute die Einzelschritte, also die Schritte eines Einzelbeines oder die halben Doppelschritte. Früher war das anders („Daher zeigt der Schrittzähler doppelte oder geometrische Schritte,“ weil der Pedometer mechanisch an nur einem Bein befestigt war.).