

Pedro Figari, vollständiger Name Pedro Figari Solari, (* 29. Juni 1861 in Montevideo; † 24. Juli 1938 ebenda) ist ein Maler und Politiker aus Uruguay, dessen Bilder vor allem Alltagsszenen aus Montevideo und dem Land dargestellt haben.
Geboren 1861 als Sohn von Juan Figari de Lazar und Paula Solari, wurde er 1885 Assistent des Finanzministers und schloss 1886 sein Jurastudium als Straf- und Zivilverteidiger ab. Im selben Jahr heiratete er Maria de Castro Caravia. Der Hochzeit schloss sich ein langer Europaaufenthalt in den Ländern Frankreich, England, Deutschland, Österreich, Belgien, Italien, Holland und Dänemark an. Außerdem begann Figari ein Kunststudium mit dem italienischen Künstler Godofredo Sommavilla in Montevideo. 1893 begann er seine Karriere als Journalist bei der Zeitung El Deber. Im Jahre 1896 wurde Figari Abgeordneter in Rocha. Zwei Jahre später war er Staatssekretär bei der Partido Colorado nach Beitritt des Parlaments. 1899 wurde er Abgeordneter in Minas und wird Vizepräsident des Repräsentantenhauses.
Im Jahre 1905 wurde er Ehrenmitglied der Conciliation Internationale und Anwalt der Banco de la Republica (bis 1915). Vier Jahre später wurde er zum Vorstandsmitglied der Kunsthochschule der Asistencia Publica National ernannt, 1911 wurde Figari Präsident der Flussschifffahrts-Gesellschaft und Direktor der Staatlichen Verkehrs- und Eisenbahn-Gesellschaft. 1914 wurde er Ehrenmitglied der uruguayischen Künstlervereinigung und Mitglied des Comité France-Amerique. Ab 1915 war er Direktor der Kunst- und Handwerksschule und als solcher verantwortlich für die Reformation derselben entsprechend seinen eigenen Plänen von 1917. 1920 bot man ihn den Posten als Botschafter Uruguays in Peru an, welchen er allerdings ablehnte.
1921 siedelte er nach Buenos Aires um, wo er sich ausschließlich der Kunst widmete. 1924 war Figari Gründungsmitglied der Vereinigung Freunde der Kunst in Buenos Aires. Ein Jahr später zog er um nach Paris, wo er sich über neun Jahre hinweg der Projektierung von Kunstausstellungen in Europa und Amerika widmete. 1927 starb sein Sohn und Mitarbeiter, der Architekt Juan Carlos Figari Castro. 1928 wurde er zum mit allen Vollmachten ausgestatteten Minister für auswärtige Angelegenheiten in London ernannt, außerdem Ernennung zum Ritter des britischen Weltreichs.
1933 wurde er zum Berater des Ministers für Bildung und Kunst in Uruguay ernannt. Als solcher war er für den freien Kunstaustausch zwischen Uruguay und Argentinien verantwortlich. Außerdem kehrte er im selben Jahr zurück nach Uruguay. 1934 wurde er zum dauerhaften Mitglied der Kultur-Union in Sevilla ernannt. 1938 fand die letzte Ausstellung seiner Werke in Buenos Aires bei der Vereinigung Freunde der Kunst statt. Drei Tage nach seiner Rückkehr nach Montevideo starb er am 24. Juli.
Figaris Werk steht unter dem Einfluss der französischen Künstlergruppe Nabis. Sein thematisches Spektrum ist spezifisch lateinamerikanisch und umfasst bürgerliche Interieurs, historische und literarische Szenen sowie kreolische und afroamerikanische Sujets. Über sein Werk schrieb er: „Ich versuche nicht, die objektive alltägliche Wirklichkeit zu definieren oder sie genau wiederzugeben, vielmehr biete ich – durch flüchtige Eindrücke der Wirklichkeit, die durch meine persönliche Art des Reagierens mehr oder weniger poetisiert sind – die Realität an, die ich in meiner Beobachtung und meinen Erinnerungen habe habe ausfindig machen können.“
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Figari, Pedro |
| KURZBESCHREIBUNG | uruguayischer Maler und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 29. Juni 1861 |
| GEBURTSORT | Montevideo, Uruguay |
| STERBEDATUM | 24. Juli 1938 |
| STERBEORT | Montevideo, Uruguay |