Pegelia Gold

Pegelia Gold (in Jena als Peggy Herzog) ist eine deutsche Sängerin, Textdichterin und Komponistin.

Pegelia Gold mit »Orphues has just left the building« Pellerhaus Nürnberg, 2017

Leben und Wirken

Geprägt von der dynamischen Subkultur des Jenaer Aufbruchs der 1990er-Jahre, verbrachte Pegelia Gold dort ihre Jugend. In der JG-Stadtmitte um Pfarrer Lothar König fand sie ein aktives Umfeld, das ihr frühe Einblicke in die künstlerische Praxis, alternative Lebensformen und gesellschaftliche Diskurse gab und ihre Arbeit nachhaltig beeinflusste. Im Alter von 13 Jahren begann sie mit Gitarrenunterricht und sammelte erste musikalische Erfahrungen in Grunge-, Indie-, Blues- und Reggaebands. Zwischen 1999 und 2003 lebte Gold zeitweilig als Straßenmusikerin und bereiste per Anhalter etliche europäische Länder. In dieser Zeit intensivierte sich die Beschäftigung mit der Bildhauerei in einer zur Werkstatt umgebauten Garage und als langjährige Mitarbeiterin in einer Töpferei in Jena. Mit der Band Hagens Kutte um den Gitarristen und Texter Andres Böhmer ging sie erstmals auf Tour und begann ihre musikalische Ausbildung. Von 2004 bis 2009 studierte Pegelia Gold Jazzgesang an der Hochschule für Musik Würzburg bei Reinette van Zijtveld-Lustig, Tine Schneider und Komposition bei Chris Beier.

Pegelia Gold arbeitet hauptsächlich als Bandleaderin in ihren eigenen Projekten u. a. Art Zentral, dem Kammerensemble Polychrome Orchestra, wofür sie zahlreiche kammermusikalische Lieder zwischen Avantgarde und Contemporary-Pop schrieb. Unter eigenem Namen veröffentlichte sie bis 2018 drei Alben. 2008 traf sie auf den Komponisten Henrik Ajax, mit dem eine intensive Zusammenarbeit im Bereich Neue Musik entstand. In den folgenden Jahren interpretierte sie Vokalwerke von Henrik Ajax, Oxana Omelchuk, Johannes Groß, Sebastian Dumitrescu sowie Bearbeitungen von Gustav Mahler, Alban Bergs »Sieben frühe Lieder« und im Crossover-Ensemble »Orpheus has just left the building« um den Pianisten und Komponisten Peter Fulda Neufassungen aus dem Werk Henry Purcells. 2022 fand die Uraufführung einer Neubearbeitung der "Kindertotenlieder" von Gustav Mahler in Zusammenarbeit mit Henrik Ajax und dem Polychrome Orchestra im Kulturforum Fürth und Schwere Reiter München statt.

"Ich habe versucht einen Weg zu finden, den Schmerz und die tiefen emotionalen Verstrickungen, die mit der Erfahrung von Verlust einhergehen, in einen Raum der Ruhe und Leere zu versetzen. In diesem Raum herrscht das Prinzip der Schwingung, das uns mit allem – auch dem Formlosen, in Verbindung bringt. Und so erspürte ich in der Auseinandersetzung mit dem Thema das erhabene Wesen des Klangs..." Auszug aus dem Begleitheft zu "Kindertotenlieder – Betrachtungen zwischen Diesseits und Jenseits."

2023 war sie als Sängerin an dem Album Gästeliste der Kölner Band C.A.R. um Leonhard Huhn und Christian Lorenzen beteiligt. Im Jahr 2025 gründete Pegelia Gold das Label Cosmic Tapes als Gegenentwurf zu einer Musikindustrie, die sich zunehmend an Klicks, Algorithmen und Branding orientiert.

Ihr Comeback Album "After the Orgy" erscheint am 4. Dezember 2026 bei Cosmic Tapes.

Pegelia Gold lebt und arbeitet in Berlin.

Diskografie (Auswahl)

Commons: Pegelia Gold – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Polychrome Orchestra
  2. ↑ Orpheus has just left the building
  3. ↑ Achim Breiling: C.A.R. Gästeliste. In: Babyblaue Seiten. 9. Dezember 2023, abgerufen am 25. April 2026.
  4. ↑ Besprechung »Zeichenschleier« ROCKTIMES, 2010
  5. ↑ Besprechung »Polaris« ROCKTIMES, 2013
Personendaten
NAME Gold, Pegelia
ALTERNATIVNAMEN Herzog, Peggy (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG deutsche Sängerin, Textdichterin und Komponistin
GEBURTSDATUM 11. August 1979
GEBURTSORT Jena