Pen Ran (Khmer :ប៉ែន រ៉ន ;paen rɑːn; geboren ca. 1944 in Battambang; gestorben mutmaßlich 1979 in Trapeang Sab), oft auch als Pan Ron romanisiert, war eine kambodschanische Rock-Sängerin und Songwriterin, die in den 1960er und frühen 1970er Jahren sehr populär war. Sie verschwand während des Völkermords der Roten Khmer, ihr weiteres Schicksal ist nicht sicher bekannt.
Pen Ran kam etwa 1944 in der westkambodschanischen Provinzhauptstadt Battambang zur Welt. Kambodscha war damals französisches Protektorat als Teil von Französisch-Indochina. Über Pen Rans persönliche Geschichte ist nur sehr wenig bekannt. Sie besuchte dieselbe Schule wie die etwas jüngere Ros Serey Sothea, die später ebenfalls eine bekannte Sängerin wurde. Pen Ran hatte eine Schwester namens Pen Ram (auch Pan Rom), die als Erwachsene Sängerin in der kambodschanischen Psychedelic-Rock-Szene war.
In den 1960er Jahren förderte der kambodschanische Staatschef Norodom Sihanouk die Entwicklung der Popmusik in Kambodscha. Zunächst wurden Pop-Platten aus Frankreich und Lateinamerika ins Land importiert und erfreuten sich großer Beliebtheit. Dies inspirierte eine blühende Popmusikszene mit Sitz in Phnom Penh, angeführt von Sängern wie dem „König der Khmer-Musik“ Sinn Sisamouth. 1963 hatte Pen Ran mit dem Hit "Pka Kabas" in dieser Musikszene ihren ersten großen Erfolg, 1966 wurde sie zum nationalen Star, als sie mit Sinn Sisamouth im Duett Platten aufnahm. Mit ihm und anderen namhaften kambodschanischen Sängern dieser Zeit arbeitete Ran in der Folge zusammen, während sie ihre Solokarriere fortsetzte. Das erfolgreiche Debüt von Ros Serey Sothea im Jahr 1967 hatte keinen negativen Einfluss auf Pen Rans Karriere, vielmehr profitierten beide als herausragende Vertreterinnen der kambodschanischen Popmusik.
Pen Ran war bekannt für ihr freizügiges Verhalten und ihre westlich orientierten Frisuren und Moden, mit denen sie die traditionelle Anforderungen an Khmer-Frauen ablehnte und neue und moderne Geschlechterrollen repräsentierte. Ihr Tanz auf der Bühne und ihre koketten Texte wirkten im damaligen Kambodscha oft skandalös. Ins Englische übersetzte Titel ihrer Lieder deuten auf ihren gewagten Fokus auf Romantik und Sexualität hin („I’m Unsatisfied“, „I Want to Be Your Lover“) und eine Ablehnung der traditionellen Brautwerbung („It’s Too Late Old Man“). Gegen Ende ihrer Musikkarriere war Pen Ran eine noch unverheiratete Karrierefrau in ihren frühen Dreißigern, was für Kambodscha zu dieser Zeit ebenfalls ungewöhnlich war. Dieses Thema behandelte sie in dem Song „I’m 31“, mit dem sie auf Ros Serey Sotheas Hit „I’m 16“ reagierte.
Pen Ran war als sehr vielseitige Sängerin bekannt, deren Repertoire aus traditioneller kambodschanischer Musik, Rock, Twist, Cha-Cha-Cha, Mambo, Jazz und Folk bestand. Ein Musikwissenschaftler sagte über ihre stimmlichen Fähigkeiten: „Pan Ron trifft Töne, die Glas zerbrechen lassen.“
Pen Ran verschwand wie viele andere Kulturschaffende, Wissenschaftler, Intellektuelle während des Völkermords der Roten Khmer Ende der 1970er Jahre, und ihr genaues Schicksal ist unbekannt. Ihre jüngere Schwester Pen Ram berichtete, dass sie wohl der letzten Serie von Massenhinrichtungen der Roten Khmer während der vietnamesischen Invasion Anfang 1979 zum Opfer gefallen sei.
Seit Ende der 1990er Jahre lebte das Interesse an Pan Rons Musik durch das Album „Cambodian Rocks“ und ähnliche CD-Compilationen wieder auf. Im Dokumentarfilm „Don't Think I've Forgotten“ wird sie als eine der einflussreichsten Künstlerinnen ihrer Zeit und als eine der beliebtesten Künstlerinnen unter jüngeren Kambodschanern beschrieben.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ran, Pen |
| ALTERNATIVNAMEN | Ron, Pan |
| KURZBESCHREIBUNG | kambodschanische Rocksängerin |
| GEBURTSDATUM | um 1944 |
| GEBURTSORT | Battambang |
| STERBEDATUM | zwischen 1970 und 1979 |
| STERBEORT | Trapeang Sab |