Penesten

Penesten (altgriechisch πενέστης penéstēs, Pl. πενέσται penéstai, deutsch ‚arme Leute‘) waren im antiken Thessalien Angehörige einer sozialen Schicht von Zinsbauern. Ihre soziale Rolle entsprach etwa der der Heloten in Sparta, ein Vergleich der sich bereits in antiken Quellen wiederfinden lässt. Die Penesten genossen jedoch größere Freiheiten als die Heloten. Pollux beschreibt ihre Stellung als Mittelding zwischen Freien und Sklaven.

Wie genau die Penesten in ihre soziale Rolle kamen, kann nicht zweifelsfrei gesagt werden. Gleiches gilt für den Zeitpunkt, ab dem diese Entwicklung einsetzte und wieder aufhörte. In klassischer Zeit sind die Penesten in einem Status der Sklaverei sicher belegt.

Ihren Status akzeptierten sie, ähnlich wie die Heloten, nicht freiwillig und verübten mehrmals Aufstände gegen ihre Sklavenhalter. Ebenfalls ähnlich wie die Heloten, waren die Penesten Privatbesitz einzelner thessalischer Aristokraten, die dazu verpflichtet waren für Nahrung und Unterkunft zu sorgen.

Die Penesten waren die ursprüngliche Bevölkerung der thessalischen Landschaft, die von den einwandernden späteren Thessaliern unterworfen wurden.

Der Begriff leitet sich her von πενητεύειν penēteúein, deutsch ‚arm sein‘.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Pollux, Onomastikon 3,83
  2. 1 2 Joseph Fischer: Sklaverei in der Antike. wbg Academic, Darmstadt, ISBN 978-3-534-27141-2, S. 74–75.
  3. ↑ Friedrich Wilhelm Tittmann: Darstellung der griechischen Staatsverfassungen. Weidmann, Leipzig 1822, S. 628. Digitalisat